Lokalsport

Das Glück nimmt eine Auszeit

Handball-Landesliga: Lenningen muss in letzter Sekunde Ausgleich hinnehmen

Dass beim Lenninger Handball die Schlussminuten mit zu den spannendsten gehören ist schon lange kein Geheimnis mehr. Beim 26:26 im Landesliga-Derby gegen den TSV Zizishausen war es nicht anders. Am Ende trauerte die SG einem verlorenen Punkt nach.

Lenningen. Zwei Minuten vor der Schlusssirene warf Christoph Wiesinger das 25:24 für die SG. Vom Anspiel weg war DHB-Juniorennationalspieler Mark Reinl mit dem erneuten Ausgleich zum 25:25 erfolgreich. Holger Kiedaisch nahm noch einmal eine Auszeit und wies seine Mannschaft an, geduldig eine klare Torchance herauszuspielen. Nach einem Foul an Jan Lamparter pfiffen die Unparteiischen Strafwurf und Christoph Wiesinger trat zum Showdown an. Zweimal hatte die SG schon gepatzt. Dieses Mal nicht. Der Ball lag zum 26:25 im Netz. Noch sieben Sekunden standen auf der Uhr. Jetzt zog TSV-Coach Alen Dimitrijevic den grünen Karton. Fast beschwörend redete Holger Kiedaisch auf seine Mannschaft ein, sofort zu attackieren. Doch Zizishausen hatte den besseren Plan: Mit einem siebten Feldspieler überrumpelte der TSV die Lenninger Defensive und spielte Max Geissler frei, der den Ball ins kurze Eck setzte. Grenzenloser Jubel bei den Gästen, versteinerte Mienen bei der SG.

Zieht man den gesamten Spielverlauf in Betracht, war es eine gerechte Punkteteilung. In den ersten dreißig Minuten war Lenningen spielbestimmend. Das sah auch der Ex-Owener im Gästetrikot, Markus Güntner, so: „Wir haben einfach nicht zu unserem Spiel gefunden“. Dafür die Gastgeber umso mehr: Mit gut aufgebauten Angriffszügen überraschten sie den TSV ein ums andere Mal. Jan Lamparter und Ricki Austen warfen einen 4:1 (9.)-Vorsprung heraus. Gefährlich wurde es immer dann, wenn die SG aus der Bewegung kam. Doch die Gäste ließen sich nicht abschütteln. Mark Reinl und Max Geissler, mit einem reichen Erfahrungsschatz an DHB-Lehrgängen ausgestattet, hielten den TSV auf Kurs. Beim 8:10 (25.) saß der TSV den Gastgebern wieder im Nacken.

Mit einer 14:11-Führung ging die SG in die Pause und kam hoch motiviert aufs Spielfeld zurück. Einen Lehrbuchangriff der schnellen Ricki Austen und Oliver Ringelspacher schloss Letzterer mit dem 15:11 ab. Austen glänzte nicht nur als Passgeber, sondern zeigte seine Allroundertauglichkeit auch bei Strafwürfen. Fürs Sahnehäubchen sorgte er mit einer Hochsprungeinlage zum 18:14 (40.) Dann kam der Bruch. Die SG zeigte sich im Spielaufbau zunehmend orientierungslos. Das sah Holger Kiedaisch in seiner Kritik auch so: „Wir hatten da einige Aussetzer“.

Die Gäste wurden besser. Güntner verteilte klug die Pässe und immer häufiger schrillten bei der SG die Alarmglocken. Auf der halbrechten Abwehrseite klafften Lücken. Nur mit Notbremsen konnte sich die SG behelfen. Ein klarer Fall für Klaric. Der war auch beim vierten Versuch zum 18:18-Ausgleich erfolgreich. Jetzt war Spannung angesagt. Steffen Kazmaier­ blieb mit einem Strafwurf hängen. Christoph Wiesinger nahm zu früh zwei Würfe. Die SG zeigte sich ungeduldig, machte Fehler, und dies nutzten die Gäste, die in der 50. Minute beim 21:20 zum ersten Mal in Führung gingen. Lenningen wankte, verlor aber nicht die Kontrolle. Wesentlichen Anteil daran hatten Jochen Renz und Steffen Kazmaier, die in der Abwehr rackerten und damit zeigten, dass es im Handball nicht allein aufs Torewerfen ankommt. Ganz heiß wurde es in der 56. Minute, in der drei Tore fielen. Der Gast führte 24:23. Der Ausgleich zum 24:24 gelang dann Timo Haid auf der bis dahin verwaisten Rechtsaußenposition, bis die hektischen Schlussminuten begannen.

Hinterher gab es verschiedene Meinungen zum Spiel. Während viele im SG-Lager von einer gefühlten Niederlage sprachen, meinte der frühere SG-Spieler Marc Segeritz: „Das Ergebnis ist korrekt. Zizishausen zeigte in den letzten zehn Minuten die bessere Angriffsleistung“. Und überhaupt nicht mäkeln konnte man an der Leistung der Ex-Bundesliga­schiris Günter Hock und Wolfgang Heinz aus Waiblingen. döl

SG Lenningen: S. Lamparter, Attinger; Austen (10/5), Wiesinger (4/1), Bächle (3), J. Lamparter (2), Kazmaier (2), Kirschmann (2), Haid (1), Renz (1), Ringelspacher (1), Braunwarth, Leitner, Wald.

TSV Zizishausen: Jüttner, Fromhold; Reinl (7), Klaric (6/6), Geissler (3), Himpel (3), Güntner (2), Minsch (2), Kohler (1), Schorr (1), Wurster (1). Müller.

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