Lokalsport

Das letzte großeRennen dieser Saison

EDGAR VELOCI

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KIRCHHEIM Wie groß ist der Rückstand auf Liam Killeen? Manuel Fumic (Kirchheim) studierte den Weltcup-Zwischenstand vor dem Finale. Er ist mit 316 Punkten Elfter, der Brite hat 470 Zähler und ist Achter. Der Rückstand ist also zu groß, um das U23-Weltcup-Trikot noch anzugreifen. Manuel Fumic müsste schon Vierter werden und sein Rivale gleichzeitig ausfallen.

"Okay, dann fahre ich eben auf ein gutes Ergebnis. Ich habe noch mal schön trainiert, die Beine sind gut und das motiviert mich zusätzlich", sagte Fumic II, der förmlich beflügelt scheint von seiner nahezu perfekten Saison, die er vergangenen Freitag mit dem U23-Weltmeistertitel krönen konnte.

Einen Aspekt des Weltcup-Finales führen alle Akteure im Munde. Livigno liegt etwa 30 Kilometer südöstlich von St. Moritz auf 1800 Metern Höhe. Der Sauerstoff-Gehalt in der Luft ist geringer, und wer einmal in den roten Bereich fährt, steht schnell vor dem Mann mit dem Hammer. In einem Cross-Country-Rennen lässt sich das praktisch nicht mehr kompensieren. Dazu ist es zu kurz und zu intensiv.

Livigno ist der WM-Ort 2005. So ist das Weltcup-Finale gleichzeitig eine Generalprobe und eine erste Berührung mit den speziellen Bedingungen auf einem neun Kilometer langen Rundkurs.

Bruder Lado Fumic hat mit dem sechsten Platz bei der Weltmeisterschaft gute Form bewiesen. "Die Beine sind gut", vermeldete er aus dem Training. "Mal abwarten wie das Wetter wird. Das hat uns ja in dieser Saison häufig einen Streich gespielt. Die Strecke kennen wir auch noch nicht, deshalb bin ich mal gespannt, was mich erwartet", sagt er.

Olympiasieger und Weltmeister Julien Absalon (Frankreich) hat sich derweil in den Urlaub verabschiedet, Silbermedaillengewinner Jose Hermida (Spanien) hatte in Les Gets einen zu hohen Hämatokrit-Wert (nicht gleichbedeutend mit Doping) und darf nicht starten.

Einer ernüchternden Saison, die ihre beste Seiten im Frühjahr zeigte, will Stefan Sahm international einen versöhnlichen Abschluss hinzu fügen. "Schlimmer als dieses Jahr kann es kaum noch werden, es ist so viel daneben gelaufen. Ich will mich natürlich rehabilitieren und versuche noch einmal anzugreifen. Ich wäre allerdings schon froh, wenn ich mal ganz normal durchfahren könnte", sagt der Bissinger. Seine Ausfälle bei der EM und bei der WM haben ihn merklich angeschlagen.

Dabei hat Sahm ja trotzdem zwei Medaillen in seiner Vitrine: Bronze bei der DM und EM-Silber mit der Staffel.

Pechvogel Gölz schöpft MutGrund, Klage zu führen hat auch Marc Gölz. Der Weilheimer hat eine Saison hinter sich, die von Krankheit durchsetzt war. Das störte seinen Formaufbau immer wieder empfindlich. Und wenn es dann mal gut lief, dann schlug der Defekt-Teufel zu. Am vergangenen Wochenende fuhr er in Schaffhausen einen Marathon. Er lag nach einer Stunde in der Spitzengruppe, als ihm der Schaltzug riss.

Dennoch ist Gölz für Livigno optimistisch: "Im Training fühle ich mich gut. Ich müsste seit dem Swiss-powercup in Bern eigentlich Fortschritte gemacht haben. Und ich habe in Livigno nichts zu verlieren."