Lokalsport

Das rote Trikot passt

Kirchheims Topsprinterin Anja Wackershauser ist mit persönlichen Bestmarken über 60 und 200 Meter in die neue Hallensaison gestartet. Beim Leichtathletik-Meeting im Sindelfinger Glaspalast feierte die 20-Jährige bei ihrem ersten Auftritt im Trikot des VfB Stuttgart auf ihrer Paradestrecke gleich den ersten Sieg.

Bernd Köble

Sindelfingen. Es war ein einsames Rennen der beiden schnellsten Frauen, die der VfB Stuttgart derzeit zu bieten hat. Bei 24,23 Sekunden blieb die Uhr im Sindelfinger Glaspalast stehen, als Anja Wackershauser auf die Hundertstelsekunde zeitgleich mit ihrer neuen Teamkollegin Anke Hummel die Ziellinie überquerte. Die 20-jährige Studentin aus Kirchheim verbesserte ihre alte Bestmarke in der Halle (24,65) gleich um mehr als vier Zehntel und stellte damit klar, dass bei den baden-württembergischen Titelkämpfen kommendes Wochenende an selber Stelle mit ihr zu rechnen sein wird. Das, obwohl die Überraschungs-Dritte bei den deutschen Freiluft-Meisterschaften im vergangenen Jahr die ungeliebte Halle erklärtermaßen nur zur Vorbereitung auf die Sommersaison nutzt.

Große Schrittlänge, enger Kurvenradius – das passt nicht zusammen. Wackershauser hat ähnliche Probleme mit der Hallenbahn wie ihr Trainingskollege Tobias Unger. Ein Manko, das auch gestern deutlich wurde: Mit einem Vorsprung von gut und gerne fünf Metern bog die Kirchheimerin in die Kurve ein, lag auf der Zielgeraden dann jedoch gleichauf mit ihrer Mannschaftskameradin Anke Hummel. „Was im Freien mein großer Vorteil ist, wirkt sich in der Halle eben negativ aus“, meinte Anja Wackershauser, die gestern rundum zufrieden war. Dazu trug auch ihr dritter Platz über 60 Meter bei, mit dem sie in 7,65 Sekunden ihre alte Bestmarke von vor zwei Jahren (7,71) deutlich unterbot. Eine Leistungssteigerung quasi aus dem Stand. „Wir haben noch kein einziges Mal in der Halle trainiert“, sagt ihr Trainer Micky Corucle, der erst am Mittwoch mit seinen Schützlingen erstmals vom Stadion unters Hallendach nach Sindelfingen zieht. Zur Vorbereitung auf die Landesmeisterschaften, wo er Anja Wackershauser, die dort ausschließlich auf ihrer Paradestrecke starten wird, eine weitere Leistungssteigerung zutraut. Bis zu den deutschen Meisterschaften am 21./22. Februar in Leipzig peilen beide die magische 24-Sekunden-Marke an, die es zu knacken gilt.

Gut fürs Selbstvertrauen war das Sindelfinger Meeting auch für andere aus der Kirchheimer Trainingsgruppe um Micky Corucle. Der Köngener Klaus Neuendorf (VfB Stuttgart) holte sich nach einem lockeren Vorlauf über 60 Meter in 6,94 Sekunden überlegen den Sieg in der männlichen Jugend A vor seinem Teamkollegen David Weibel. Dabei war dem vom Trainer bereits als Unger-Nachfolger gepriesenen 18-Jährigen seine Nervosität deutlich anzumerken. In seinem ersten Rennen nach langer Krankheitspause, verursacht durch das Pfeiffersche Drüsenfieber, legte Neuendorf im Finale zunächst einen Fehlstart hin, um den anschließenden Start dann völlig zu verpatzen. Neuendorf gewann schließlich in einem „Brechstangen-Finale,“ wie sein Trainer hinterher feststellte.

Eine „sensationelle Leistung“ (Corucle) bot auch der erst 17-jährige Oliver Haussmann (VfL Kirchheim) mit 7,22 Sekunden im Vorlauf über 60 Meter. Dem Kirchheimer, der erst im März intensiv mit Leichtathletiktraining begann, verrutschte im B-Finale der Startblock. Mit 7,30 Sekunden belegte er am Ende Platz vier. Erfolg auch für den Kirchheimer Jan Schmalz im Trikot des VfB Stuttgart: Im 200-Meter-Rennen der Männer wurde er in 22,21 Sekunden Zweiter hinter Tobias Hügel (Salamander Kornwestheim).

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