Lokalsport

"Das tut richtig gut"

Lang, lang ist's her, dass die Verbandsligakicker des VfL Kirchheim eine Begegnung so deutlich gewonnen und einen Gegner so beherrscht haben, wie am Samstag den TSV Schönaich.

KLAUS-DIETER LEIB

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KIRCHHEIM Was in der Kirchheimer Sportarena zu einem echten fußballerischen Bilderbuch-Nachmittag fehlte, waren einmal mehr die Zuschauer. Gerade einmal knapp 200 Augenzeugen, davon 120 zahlende, verloren sich fast im weiten Rund des Kirchheimer Stadions. "Das hat die Mannschaft absolut nicht verdient," ärgerte sich Norbert Krumm, sportlicher Leiter des VfL, nach der Partie über die rekordverdächtige Minuskulisse. "Was hier seit Wochen und Monaten von Spielern und Trainer geleistet wird, hätte einen viel höheren Zuschauerzuspruch verdient," grantelte der VfL-Funktionär mit Trainervergangenheit auf der obligatorischen Pressekonferenz im VIP-Raum weiter.

Dass gerade gegen den TSV Schönaich der Knoten endlich geplatzt ist, dafür gäbe es, so Krumm, auch einen Grund: "Wir haben in der letzten Woche viermal trainiert und das war der Lohn für die dafür geleistete Arbeit." Der Kirchheimer Trainer Michael Rentschler freute sich vor allem darüber, dass seine Stürmer getroffen haben: "Ich wusste schon immer, dass wir kein Sturmproblem haben. Schließlich wurden 80 Prozent unserer bisherigen Tore durch unsere Angreifer erzielt."

Vor allem Fabio Morisco zeigte eine tolle Leistung und das nicht nur wegen seiner beiden Toren: "Ich muss das Kompliment an meine Mannschaftskameraden weitergeben, die mich auch glänzend eingesetzt haben." Auch Stürmerkollege Marcel Klon war nach dem Schlusspfiff überglücklich: "Das tut richtig gut. Nach meinem ersten Saisontor konnte ich richtig befreit aufspielen und hoffe, dass mir das für die Zukunft weiteren Auftrieb geben wird."

Die letzte Neuverpflichtung des VfL Kirchheim, der Kroate Nikica Raguz, der im zentralen Mittelfeld erstmals über die volle Distanz spielte, war am Ende mit seiner Leistung nicht unzufrieden: "Ich habe noch nicht die Kraft für komplette 90 Minuten, aber ich hoffe, dass ich das in den nächsten Wochen im Training aufholen werde. Dann denke ich, dass wir auch als Mannschaft noch stärker werden."

Gästetrainer Bernd Hoffmann, der nach seinem VfL-Engagement in den neunziger Jahren in Kirchheim immer noch freundschaftliche Kontakte pflegt und mit Gattin und Tochter angereist war, zeigte sich auf der Pressekonferenz maßlos enttäuscht über das Auftreten seiner Mannschaft: "Was wir heute abgeliefert haben war noch nicht einmal landesligareif. Der VfL Kirchheim hat auch keine so gute Mannschaft und das zeigt mir, dass es für uns sehr schwer werden wird, die Klasse zu erhalten."

Dem konnte VfL-Coach Rentschler freilich nur wenig beipflichten: "Gratulation an meine Mannschaft zu diesem guten Spiel und den vier erzielten Toren." Dabei ist der Kirchheimer Übungsleiter überzeugt: "Wir sind auf dem richtigen Weg, eine gute Verbandsligamannschaft zu werden." Nach dem 4:0-Erfolg gibt es für die Kirchheimer Kicker am heutigen Montagabend, quasi zur Belohnung, trainingfrei. Dafür trifft sich die VfL-Mannschaft zur Kameradschaftspflege auf dem Cannstatter Wasen. Das Volksfest als Trainingsabwechslung, die die Spieler sich wohl auch verdient haben.

Gespannt sein darf man jetzt schon, wie viele Zuschauer zum nächsten Heimspiel am 16. Oktober an die Jesinger Allee pilgern werden. Dann nämlich steht ein echtes Lokalderby auf dem Programm und der Gegner heißt 1.FC Frickenhausen.