Lokalsport

Das Zittern geht weiter: Bis zum Schlussduell mit Fürth im Januar

Wieder Land in Sicht für die Ötlinger Luftpistole-Schützen in der Bundesliga-Gruppe Süd. Nach einem Sieg (3:2 über die SG Ludwigshafen 1851) und einer Niederlage (2:3 gegen SGi Ludwigsburg) verbesserten die "Rübholzer" ihr Punktekonto auf 2:10 und liegen nun wieder in Schlagdistanz zum Tabellensechsten SSG Dynamit Fürth (4:8), der im Januar der abschließende TSVÖ-Gegner ist.

WALDENBURG Wenn die zahlreichen Ötlinger Fans, die zu den Bundesligawettkämpfen der Luftpistolenschützen am Wochenende mit nach Waldenburg gereist waren, am Sonntag hofften, dass sich die prekäre Lage der Ötlinger bessern würde, so sahen sie sich nach dem ersten Wettkampf enttäuscht. Mit 2:3 unterlagen die "Rübholzer" den Schützen der SGi Ludwigsburg knapp.

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Konnte Borys Graytser seine Begegnung gegen den Ludwigsburger Andreas Schneider bis zur Hälfte der Partie noch offen gestalten, so musste er nach einem Einbruch in der dritten Serie der 40-Schuss-Distanz erkennen, dass er an diesem Tag keine Chance gegen Schneider hatte. Dieser beendete mit zwei 97er-Serien seinen Wettkampf zum 378:372-Sieg. Anfänglich hatte Stefan Scharpf gegen Christoph Schmidt große Schwierigkeiten, lag nach 20 Schuss mit fünf Ringen im Hintertreffen. Doch in den beiden letzten Durchgängen steigerte er sich enorm. Sehr gute 98 und 94 Ringe reichten ihm zum Sieg (373:371). Gegen Dirk Ruiken hatte Susi Horvat keine Chance.

Auch wenn sie nach zehn Schuss noch mit einem Ring führte, konnte sie die Aufholjagd des Ludwigsburgers nicht bremsen. Ihre zweite und dritte Serie mit jeweils nur 89 Ringen führten zum mageren Endstand von 363 Ringen was eindeutig unter dem liegt, was sie sonst zu leisten vermag. Ruiken (374 Ringe) sicherte Ludwigsburgs zweiten Einzelpunkt.

Achim Rieger, an Position fünf für Ötlingen eingesetzt, lief bis zum 30. Schuss den Vorgaben seines Kontrahenten Jürgen Hartmann immer hinterher. Erst im letzten Durchgang konnte er etwas aufholen, lag aber dennoch am Ende um einen Ring zurück. Das knappe Ergebnis (368:367) bedeutete für Ludwigsburg den 3:1-Zwischenstand und den vorzeitigen Gesamtsieg. Der erstmals wieder eingesetzte Markus Geipel duellierte sich mit Julia Hochmuth, und nach 40 Schuss stand es 369:369. Erst mit dem zweiten Stechschuss mit dem ersten erzielten beide Schützen eine Neun konnte Geipel mit einer Zehn gegen die Neun der Ludwigsburgerin den Punkt für Ötlingen gewinnen.

Nach dieser 2:3-Niederlage ging das Ötlinger Zittern weiter: Tags später stand die Richtung weisende Begegnung gegen die SG Ludwigshafen an. Jörg Kobarg hatte gegen Karl-Heinz Provo (SGL) mit 89 Ringen schwach begonnen und lag immer in Rückstand. Der Ludwigshafener siegte folgerichtig mit 373:360. Etwas anders gestalteten sich die weiteren Begegnungen. Der an diesem Tag von Beginn an stark auftrumpfende Stefan Scharpf ließ seinem Gegner Markus Goebel nie eine Chance und siegte souverän, so wie man es von ihm gewohnt war, mit guten 378 Ringen (378:365). Das 1:1. Nun war Susi Horvat gefordert: Sie hatte ihren Duellanten immer unter Kontrolle und siegte am Ende mit vier Ringen Vorsprung (371:367). Obwohl Borys Graytser nach 30 Schuss noch mit zwei Ringen in Führung lag, fing ihn die sehr stark schießende Ludwigshafenerin Gabriele Haas noch auf der Zielgeraden ab (379:376) und glich zum 2:2 aus.

Nun rechtfertigte Markus Geipel seinen erneuten Einsatz im Ötlinger Team. Gegen Dr. Jürgen Dorsch lag er nach 20 Schuss mit sechs Ringen in Führung. Der Ludwigshafener holte in den letzten zwei Serien jedoch mächtig auf, zog mit zwei 94er-Serien mit Geipel gleich. So musste der letzte Schuss des Ötlingers eine Zehn sein, wollte der TSVÖ gewinnen, eine Neun hätte wiederum ein riskantes Stechen bedeutet, alles weniger wäre die Niederlage gewesen. Hochspannung nun also in der Waldenburger Sporthalle. Die erlösende Zehn Geipels ließ die Ötlinger und ihren Anhang in lauten Jubel ausbrechen.

Mit diesem wichtigen 3:2-Sieg hatte sich die Tür zum Bundesliga-Klassenerhalt für die Ötlinger wieder geöffnet. Sie halten ihre sportliche Zukunft nun wieder buchstäblich in eigenen Händen: Mit einem weiteren Sieg gegen den direkten Tabellennachbarn SSG Dynamit Fürth (4:8 Punkte) im "Schicksalskampf" im Januar können die Ötlinger (2:10) zumindest auf Platz sechs vorstoßen und sich den Liga-Verbleib damit definitiv sichern. Bis dahin geht das Zittern weiter . . . ww