Lokalsport

Dem "Einbruch" folgt ein Superlauf

Beim Top-12-Tischtennis-Ranglistenturnier für Schüler in Niedersachsen erreichte Heiko Zapf nach einem schweren "Einbruch" am ersten Tag nach kämpferischer Klasseleistung noch den vierten Platz. Damit ist er der derzeit drittbeste Schüler Deutschlands.

GEORGSMARIENHÜTTE Mit diesem Erfolg erkämpfte sich der Lenninger, der für den TSV Wendlingen an die Platten geht, eine gute Ausgangsposition für die kommenden deutschen Meisterschaften in Grafenau. Das Top-12-Turnier wurde im niedersächischen Georgsmarienhütte mit Jungen und Mädchen im Alter bis 18 Jahre in zwei Jahrgangsstufen ausgetragen (Schüler bis 14, Jugendliche ab 15). In jeder Jahrgangsstufe nahmen die 12 besten nationalen Nachwuchsspieler(innen) teil.

Anzeige

Für dieses Turnier hatten sich nämlich nur die Teilnehmer qualifiziert, die im Jahr 2004 in der Ausspielung der deutschen Rangliste einen Platz unter den ersten 12 erreicht hatten. Da in allen vorangegangenen Turnieren die Gegner durch Auslosung bestimmt wurden, musste in diesem (Abschluss-)Turnier als besondere Erschwernis jeder gegen jeden spielen und damit Stärke in Ausdauer, Nerven und Spieltechnik unter Beweis stellen.

Heiko Zapf, der in dieses Turnier als bisherige Nummer zwei der Deutschen Rangliste gestartet war, stand unter besonderem Druck. Er startete mit dem Duell gegen die baden-württembergische Nummer eins Steinle und zeigte sein bestes Tischtennis: 3:2-Sieg zur Überraschung aller und zur Überraschung für sich selbst. Gegen Stürzebrecher (Berlin) lief es weniger gut. Trotz knapper Satzergebnisse verlor Heiko etwas unerwartet mit 1:3 und war entsprechend geknickt. Es war der Anfang einer Minusserie: Die drei nächsten Spiele gegen Bauer aus Baden-Württemberg (1:3), den Niedersachsen Malessa (1:3) und gegen Schmidt aus Thüringen (1:3) verlor er nacheinander. Ziemlich demoralisiert von diesem schlechten Start, gelang es Verbandstrainer Ziegler, Heiko Zapf neu zu motivieren. Was sich auch in den Resultaten niederschlug: Gegen Velling aus Schleswig-Holstein (3:0) gelangte er zu alter Form zurück, anschließend schlug er Walter (Westdeutscher Verband) mit 3:2. Mit einer 3:4-Siegesbilanz und Platz acht beendete der Lenninger den ersten Tag eine, gemessen an seinen Erwartungen, enttäuschende Bilanz.

Wer den Jungen kennt, weiß, dass der kämpfen kann. So auch am zweiten Turniertag, als es die vermeintlich "Großen" in seiner Klasse ging. Er begann furios gegen Schreitz aus Hessen, der bis dahin mit ihm die Nummer zwei in Deutschland war, und feierte einen glatten 3:0-Sieg. Genauso energisch nahm er sich Tran Le (Thüringen) vor (3:0) und die DTTB-Nummer drei Flörke (Niedersachen), den er ebenfalls ohne Satzverlust bezwang. Nur in seinem letzten Spiel gegen Bottroff aus Sachsen-Anhalt musste Heiko Zapf noch einmal alles geben. In einem Spiel, das über mehr als 35 Minuten ging, gewann der junge Lenninger in einem kampfbetonten Spiel am Ende mit 3:2 und schaffte damit das, was am Tag davor niemand für möglich gehalten hatte: Den Vorstoß auf Platz vier. Seine Gesamtbilanz im Top-12-Turnier: 7:4 Siege.

Mit diesem Ergebnis fiel er in der deutschen Rangliste auf den dritten Platz zurück, die nun von Steinle und Bauer (beide Baden-Württemberg) angeführt wird. Nach seinem "Einbruch" am ersten Tag konnte er mit der Endplatzierung völlig zufrieden sein und geht nun mit einer guten Ausgangsposition Mitte März zur deutschen Meisterschaft in Grafenau (in der Nähe von Böblingen), die den Abschluss der deutschen Rangliste darstellt. Vorher fährt Heiko mit der Auswahlmannschaft des Baden-Württembergischen Tischtennisverbandes nach Örebro/Süd-Schweden zu einem internationalen Jugendturnier, wo er sein Können abermals auf internationaler Ebene unter Beweis stellen muss.

bz