Lokalsport

Dem Jubel folgen nun die Personalplanungen

Partystimmung nach dem Abpfiff auf dem Rasen des Eislinger Stadions zumindest im Kirchheimer Lager.

REIMUND ELBE

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EISLINGEN Unter den feiernden Personen sind auch viele ehemalige VfL-Kicker. So umarmte und herzte beispielsweise der frühere Mittelfeldspieler Thorsten Schöllkopf, seit einem Jahr in Diensten des Oberligisten Normannia Gmünd, seine früheren Kollegen. "Ich war die ganze Woche nervös wegen diesem Spiel", bekannte der langjährige Kirchheimer Kicker, "es ist einfach nur stark, dass es die Jungs geschafft haben."

Ein paar Meter weiter schloss Ex-VfL-Torjäger Nihat Güler seinen früheren Teamkollegen Archontis Siopidis in die Arme. Daumendrücker aus früheren Kirchheimer Kickergenerationen gab es noch einige mehr. Insgesamt waren wohl bei diesem Relegations-Match mehr VfL-Anhänger als bei irgendeinem Ligaspiel in dieser Runde dabei Solidarität für den VfL am Rande des fußballerischen Abgrundes.

Kirchheims Spielertrainer Michael Rentschler, der im Abstiegsfalle wohl seine Zelte unter der Teck abgebrochen hätte, fielen im Augenblick des Triumphes gleich mehrere Steine vom Herzen. An seine Spieler gerichtet, fand der Ex-Bur

ghausener folgende Worte: "Ihr könnt stolz auf euch sein, jetzt dürft ihr nach Lust und Laune feiern." Sein persönliches Saisonfazit: "Wir wurden von vielen als Absteiger Nummer eins vor der Runde abgestempelt. Ich bin mir sicher, dass dieses schwierige Jahr uns alle im Verein ein Stück vorangebracht hat." Der sportliche Leiter Norbert Krumm schloss sich dem Kollektivlob an und nahm gleich noch den Übungsleiter mit ins Boot. "Was Michael Rentschler hier geleistet hat, verdient größten Respekt. Er lebt den Fußball vor und dieser Funke ist auf das junge Team übergesprungen."

Kapitän Mario Grimm ging nach einer Gratulationscour auf die Erfolgskomponenten für den doch noch gesicherten Klassenerhalt ein. "Wir haben heute einfach kompakt gestanden und geradlinig nach vorne gespielt", konstatierte der Mittelfeldspieler, "wir haben verdient gewonnen." Unter den Jublern und Gratulanten war auch der verletzte Abwehrakteur Stefan Ziegler zu finden.

Immer noch mit Krücken unterwegs, war der Schmerz nach seinem Kniescheibenbruch für Minuten vergessen. Derweil floss bei Torwart Jürgen Rechner die ein oder andere Freudenträne. "Ich spiele jetzt seit 27 Jahren Fußball, das war für mich der schönste Sieg meiner Laufbahn", so der Ex-Dettinger.

Die Ruhepause für die VfL-Spieler wird nicht lange dauern. Bereits am 1. Juli geht es wieder in die Vollen. Das Spiel gegen den VfB Stuttgart mit dessen neuen Trainer Giovanni Trapattoni ist sozusagen eine Belohnung für die VfL-Kicker zumindest für jene, die dann noch das Trikot des Topteams der Teckregion überstreifen werden. Die Liste der Abgänger und Wankelmütigen sieht aktuell so aus: Der bereits ausgemusterte Nikica Raguz soll künftig beim Verbandsliga-Aufsteiger FC Eislingen spielen, jenem Club, mit dem auch Coskun Isci in Verbindung gebracht wird. Doch der zweifache Torschütze von gestern ("ich habe noch andere Angebote") wankt noch. Abschied von der Jesinger Allee werden definitiv Stefan Baumer (TV Echterdingen) und Patrick Lambor (SpVgg 07 Ludwigsburg) nehmen, Angreifer Fabio Morisco wird mit dem seit gestern feststehenden Landesligisten FC Nürtingen 73 in Verbindung gebracht. Unterdessen scheint sich eine Vertragsverlängerung von Abwehrspieler Guido Fuchs und Mittelfeldakteur Emrah Polat abzuzeichnen. "Wir sprechen zudem mit potenziellen Neuzugängen und werden auch einige A-Junioren in den Kader aufnehmen", so Krumm.

Der VfL bastelt an einem Team für die Zukunft und ist nach dem terminlich späten Relegationskick unter Zugzwang. Doch nicht nur sportlich hat sich das gestrige Match gelohnt immerhin bekommt der VfL die Hälfte der Zuschauereinnahmen des gestrigen Matches, ein Betrag im niederen vierstelligen Eurobereich.