Lokalsport

Den Ötlingern droht weiterhin der Gang nach unten

Auch das zweite Wettkampfwochenende verlief erfolglos für die Luftpistole-Mannschaft des TSV Ötlingen. Gegen Ulrichshögl verloren die Rübholzschützen knapp mit 2:3, gegen den SV Kelheim-Gmünd gab es ebenfalls vor heimischer Kulisse gestern eine neuerliche 2:3-Niederlage.

KIRCHHEIM In der Samstagsbegegnung mussten die Ötlinger ihre Kräfte mit der SG Ulrichshögl messen. In der Paarung eins traf Boris Graytser auf den amerikanischen Nationalmannschaftsschützen Daryl Szarenski. Konnte er in der ersten 10-er-Serie noch den Gleichstand von 94 Ringen halten, verlor er gegenüber dem Ulrichshögler in der zweiten Serie drei Ringe. Am Ende erreichte Graytser 377 Ringe, verlor aber seinen Wettkampf: Der Gegner erreichte hervorragende 383 Ringe.

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Ähnlich erging es Stefan Scharpf gegen Tobias Steinberger. Nach der Hälfte der 40-Schuss-Distanz mit drei Ringen hinten liegend, konnte er eine 373:383-Niederlage nicht verhindern. Damit hatte Ulrichshögl bereits zwei Mannschaftspunkte auf der Habenseite. Michael Waibel konnte seinen bayrischen Gegner Andreas Steuen immer in Schach halten und seinen Wettkampf mit 373:369 Ringen sicher gewinnen. Susi Horvat hatte in der dritten Paarung gegen Jan-Erik Aeply mächtig zu kämpfen. Nach zwanzig Schuss lag sie noch mit einem Ring hinter dem Ulrichshögler, holte aber in der dritten Serie mit 95 Ringen kräftig auf und gewann knapp mit 369:368 Ringen. Damit war der Gleichstand von 2:2 hergestellt.

Zünglein an der Waage war Achim Rieger für die Ötlinger im Duell gegen Benjamin Kunz. Führte er nach drei Serien noch mit drei Ringen, so kam er im letzten Durchgang mächtig unter Zeitdruck. Diesem Druck war der in der Bundesliga noch recht unerfahrene Rieger nicht gewachsen. Eine geschossene Sieben brachte ihn auf die Verliererstraße (367:369) das 2:3.

Im wohl spannendsten Wettkampf des Wochenendes zwischen den Ötlingern und Kelheim-Gmünd sahen die Ötlinger bis zum Beginn der vierten Serie wie die klaren Gewinner aus. Sicherlich hatte es Borys Graytser gegen die Olympiasechste von Athen, Munkhbayar Dorjsuren, schwer, den Vier-Ringe-Rückstand nach zwanzig Schuss aufzuholen. Dennoch legte er zum Schluss eine 96er-Serie hin, was aber die 375:381-Niederlage nicht verhinderte.

Anders verliefen die restlichen Paarungen. Von Beginn an hatte Stefan Scharpf den Kelheimer Sebastian Rosner unter Kontrolle. Seine exzellenten zwei Schlussserien mit jeweils 97 Ringen zeigten den "alten" konzentriert auftretenden Scharpf. Mit sehr guten 381 Ringen gewann er seinen Wettkampf gegen den Kelheimer, dessen Konto zum Schluss 373 Ringe auswies. Auch Susi Horvat lag nach drei Serien gegen Thomas Karsch mit zwei Ringen in Führung. Ihre letzte 92er-Serie reichte aber nicht, um Karsch zu bezwingen. Mit 373:371 Ringen behielt er die Oberhand und machte den zweiten Punkt für Kehlheim. Nicht wiederzuerkennen war der am Vortag mit so wenig Glück schießende Achim Rieger. Von Beginn an dominierte er die Begegnung gegen Bernhard Leichtl, lag nach dreißig Schuss mit vier Ringen in Führung und baute diese noch zum Endstand von 376:371 Ringen aus. Damit zogen die Ötlinger in der Partie nach Mannschaftspunkten zum 2:2 mit den Kelheimern gleich. Der an Position fünf für Ötlingen startende Michael Waibel führte bis zur Schlussserie gegen Monika Martin klar mit vier Ringen Vorsprung. Niemand aus dem zahlreichen Ötlinger Anhang glaubte jetzt noch an eine Niederlage ihrer Schützen.

Alles schien für das Erringen der ersten so wichtigen Punkte vorbereitet zu sein. Leichtfertig und mit dem sicheren Gefühl, diese Partie für sich zu entscheiden, produzierte Waibel dann in der letzten Serie eine unnötige Sechs, die alle Hoffnungen der Ötlinger auf den ersten Sieg in dieser Saison schlagartig begruben.

Wieder einmal hatte es sich gezeigt, dass Unkonzentriertheit und Leichtfertigkeit die Mannschaft um die Erfolge gebracht hat. Nach diesen erneuten Niederlagen der Rübholzer bleibt abzuwarten, was sich die Luftpistolenschützen des TSV Ötlingen einfallen lassen werden, um dem drohenden Desaster des möglichen Abstiegs aus der höchsten nationalen Liga zu entgehen. Da der bisherige Tabellenletzte Fürth seine beiden Wettkämpfe an diesem Wochenende gewann, mussten die Rübholzer die "Rote Laterne" übernehmen. Noch stehen drei Wettkämpfe gegen Ludwigsburg, Ludwigshafen und Fürth in dieser Saison aus. Diese müssen unbedingt gewonnen werden, will man den Klassenerhalt sichern.

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