Lokalsport

Denn sie wissen, was sie tun (müssen)

Den Kirchheimer Oberliga-Fußballern hilft gegen Tabellenschlusslicht Offenburg nur ein „Dreier“ richtig weiter

reimund elbe

Kirchheim. „Die Kirchheimer trugen mit engagiertem Offensivspiel zu einer guten Oberligapartie bei“ – das Lob für den VfL nach der 0:1-Niederlage in Crailsheim ist auf der TSV-Homepage nachzulesen. Trotz Niederlage im Hohenlohischen: Der VfL scheint sich weiter zu stabilisieren, die Zeit der Klatschen tatsächlich vorbei zu sein. Das gleiche Team, welches noch vor drei Wochen als Absteiger Nummer eins galt, ist auf dem besten Weg, die Kurve zu kriegen. Trainer Rolf Baumann gefällt die Entwicklung. Noch besser würde er sich allerdings fühlen, wenn der VfL aus den im Abstiegskampf womöglich ein wenig vorentscheidenden Partien gegen Offenburg, Mannheim und Durlach eine reiche Punkteernte einfahren würde. Sieben Zähler gelten hinter vorgehaltener Hand an der Jesinger Allee als Minimum.

Das Kirchheimer Summenspiel sieht so aus: Heimsieg gegen Offenburg und in zwei Wochen gegen den ASV Durlach, ein Remis beim VfR Mannheim. Nicht auszudenken andererseits, wenn der VfL aus allen drei Partien leer ausginge. Es wäre ein Rückfall, von dem sich das Team schwer erholen dürfte. Nachdem die Defensive immer besser arbeitet, bleibt bei den Kirchheimern die Offensive trotz der Rückkehr des Langzeitverletzten Maximilian Laible eine akute Problemzone. Der morgige Geg­ner OFV (11 Tore) gehört auch nicht zu jenen Clubs in der Liga, die beim jeweiligen Kontrahenten Angst und Schrecken im Strafraum verbreiten. Mit Alexander Christ (4 Treffer) hat der bislang erfolgreichste Torjäger der Badener allerdings genauso viele Tore erzielt, wie die aktuell treffsichersten Schützen des VfL Emrah Polat und Armin Ohran (je zwei) zusammen.

In der Abwehr sind die Offenburger (einziger Saisonsieg in Durlach am 14. September) anfällig. Am vergangenen Samstag unterlag der Tabellenletzte dem Kehler FV 1:2. Die Offenburger waren nach 16-jähriger Abstinenz im Sommer in die Oberliga zurückgekehrt. Den größten Erfolg feierte der Verein mit dem Gewinn der deutschen Fußballamateurmeisterschaft 1984 durch ein 4:1 gegen den SC Eintracht Hamm/Heesen. Zwischen dem Offenburger FV und der Fußballschule des SC Freiburg wurde 2006 ein Kooperationsvertrag im Jugendbereich beschlossen. Das bedeutet unter anderem, dass Trainer auf Lehrgängen und Schulungen beim Zweitligisten weitergebildet werden.

Ob derweil beim VfL Kirchheim der frühere Kapitän Mario Grimm (dem ebenso wie dessen Abwehrkollegen Mathias Koch Abwanderungsgedanken nachgesagt werden) auflaufen wird, ist unwahrscheinlich. VfL-Trainer Rolf Baumann könnte die gleiche Anfangsformation auflaufen lassen wie jüngst in Crailsheim. Die Chance für einen Befreiungsschlag ist auf jeden Fall da. Mit einem Sieg (für die Partie wurden im Übrigen 1 500 Schülerfreikarten an Kirchheimer Schulen verteilt) könnten die Teckstädter punktemäßig sogar zur SpVgg Au (in Freiberg) und zum VfR Mannheim (beim Kehler FV) aufschließen – falls beide ihre Auswärtspartien verlieren.

Ein Überholen des Duos ist freilich noch nicht drin. Das schlechte Torverhältnis ist der Grund. Die Erinnerung an den völlig missratenen Saisonstart ist eben so schnell nicht wegzudividieren.

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