Lokalsport

Der Aufstieg ist zum Greifen nahe

Die Rechnung ist einfach: Gewinnt der AC Catania Kirchheim die kommenden beiden Relegationsspiele, kehrt die Elf von Cesare D’Agostino nach sechs Jahren zurück in die Fußball-Bezirksliga. Der Anfang soll am morgigen Sonntag gemacht werden. Gegner in Holzmaden (15 Uhr) ist der TSV Berkheim.

Anzeige

KLAUS-DIETER LEIB

Kirchheim. Gut möglich, dass den Catanesi bereits ein Sieg morgen reichen würde: Wenn es dem TSV Weilheim gelingt, über die Relegation in die Landesliga aufzusteigen, wären beide Mannschaften im letzten Relegationsspiel in Neidlingen am 20. Juni bereits für die Bezirksliga qualifiziert. Auf Schützenhilfe will sich beim AC allerdings niemand verlassen. „Wir gehen davon aus, dass wir beide Spiele gewinnen müssen“, will D‘Agostino das Glück nicht überstrapazieren. Ein Glück, das schon in der abgelaufenen Saison fehlte. „Mit unseren 68 Punkten wären wir sowohl in der Staffel 1 (TSV Harthausen/65 Punkte) als auch in der Staffel 3 (1. FC Heiningen/63) direkt aufgestiegen“, gibt der AC-Coach zu bedenken. So waren die Kirchheimer Leidtragende der Dominanz des Stadtrivalen VfL II.

Nach dem ersten Relegationsspiel zwischen dem TSV Berkheim und dem TSV Deggingen (3:2) waren sich viele Fußball-Experten einig, dass der kommende Gegner für den AC Catania Kirchheim kein großes Hindernis sein würde. Doch Vize-Clubchef Giuseppe Forzano hebt warnend den Zeigefinger: „Der TSV Berkheim hat teilweise guten Fußball gespielt.“ Auch Abteilungsleiter Pasquale Martinelli will nichts von einem leichten Spiel hören: „Wir dürfen nicht den Fehler machen, die Berkheimer auf die leichte Schulter zu nehmen.“ Neben den beiden Verantwortlichen war fast der komplette Kader des AC Augenzeuge beim ersten Relegationsspiel in Ötlingen. D’Agostino: „Ich habe den nötigen Respekt, denke aber, dass wir gute Chancen haben, das Spiel zu gewinnen.“

Für den TSV Berkheim kam der zweite Tabellenplatz in der Staffel 1 völlig überraschend. „Wir konnten vor der Saison nicht damit rechen, dass wir als Aufsteiger den Weg in die Relegation finden“, ist Berkheims Trainer Dieter Schmid mächtig stolz auf seine Truppe. Nach einer beeindruckenden Serie von neun Siegen in Folge belegte der TSV Berkheim mit acht Punkten Vorsprung vor dem Tabellendritten GFV Esslingen den zweiten Platz. Im zweiten Relegationsspiel will Berkheims Coach deshalb keinen Favoriten ausmachen: „Die Tagesform wird entscheiden.“ Bis auf einen Urlauber steht Schmid der komplette Kader zur Verfügung.

Vor 16 Jahren stieg der AC Catania Kirchheim erstmals in die Bezirksliga auf. Damals waren Forzano als Spielertrainer und Martinelli als rechter Verteidiger noch selbst mit am Ball. Dieses Mal bleibt beiden nur das Daumendrücken, dass ihrer Mannschaft zum zweiten Mal der Aufstieg gelingt. Rein sportlich wäre Catania schon 1993 aufgestiegen, doch weil die Sizilianer damals noch in keinem selbstständigen Verein kickten (die Fußballabteilung hieß damals VfL Catania Kirchheim), machte ihnen das WFV-Sportgericht einen Strich durch die Rechnung. Nutznießer damals waren die Sportfreunde aus Dettingen. Noch im gleichen Jahr wurde der AC Catania Kirchheim zu einem eigenständigen Verein und schaffte in der darauf folgenden Saison auch prompt den Aufstieg in die Bezirksliga.

Mit der Relegation haben die schwäbischen Italiener übrigens nur positive Erfahrungen: In der entscheidenden Begegnung um den Klassenerhalt in der Bezirksliga besiegte der AC 2003 unterm Hohenstaufen den SSV Göppingen mit 3:2, damals noch unter Trainer Costa Giacobbe. Ein Jahr später allerdings war es dann passiert. Die Catanesi konnten den Abstieg in die Kreisliga nicht mehr verhindern.