Lokalsport

Der "dritte Mann" fährt auf Platz fünf

Trotz einer Kollision belegte Wolf Henzler beim 10-Stunden-Rennen in Road Atlanta im Dreierteam Platz fünf im GT-Klassement. Das Rennen war der vorletzte Lauf zur American Le Mans-Serie (ALMS).

EBERHARD STRÄHLE

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LAGUNA SECA Wolf Henzler vom Motorsportklub Kirchheim/Teck errang, unterstützt von seinen Copiloten Johannes van Overbeek und Marc Lieb, auf einem Porsche 911 GT3 RSR des Flying Lizard Teams beim vorletzten Lauf zur American Le Mans-Serie, den 10 Stunden von Road Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, trotz eines misslichen Unfalls den fünften Platz in der GT2-Kategorie. Damit behielt er den vierten Tabellenplatz im GT-Gesamtklassement.

Bei diesem Rennen bekamen Henzler und Overbeek Unterstützung vom Porsche-Werkspiloten Marc Lieb aus Ludwigsburg. Lieb ist ebenfalls Rennprofi und studiert in Esslingen an der Fachhochschule Maschinenbau. Das Training verlief für die deutsch-amerikanische Mannschaft allerdings nicht wunschgemäß. Ständiges Übersteuern des 911 RSR bereitete der Flying Lizard Crew ständig Sorgen. Also wurde zur entscheidenden Qualifikation das Fahrwerk des Porsche noch einmal komplett umgebaut und das Fahrverhalten des Boliden damit spürbar besser. Lieb fuhr das Zeittraining und erreichte mit einer Rundenzeit von 1.23,151 Minuten den siebten Startplatz bei den GT2-Fahrzeugen.

Lieb stieg beim Rennen als Erster ins Cockpit, Henzler war als dritter Starter vorgesehen. Der Ludwigsburger arbeitete sich vom 7. bis auf den 3. Platz nach vorne und ging auch die Rundenzeiten des späteren Klassensiegers Jörg Bergmeister sowie von Ralf Kelleners im Ferrari 430 locker mit. Als sich die beiden ins Gehege kamen und miteinander kollidierten, führten Henzler/Lieb/v. Overbeek das Feld an. Nun pilotierte Johannes van Overbeek, der die Führung stets verteidigte. Später festigte Henzler, der dritte Mann des Teams, die Führung. Nach einem Schlag aufs rechte Hinterrad durch einen an ihm vorbeibrausenden Prototypen meldete Henzler über Funk einen Defekt: Ein sofortiger Sichtcheck der rechten Radaufhängung beim Boxenstopp ergab aber lediglich eine kaputte Felge. Die Räder wurden gewechselt, nochmals getankt und weiter ging die 10-Stunden-Hatz auf der 2,54 Meilen langen Strecke von Laguna Seca. "Das Problem war jetzt immer noch da. Eine Vermessung ergab, dass die Radspur am rechten Hinterrad verstellt war", berichtete Henzler über den nächsten unfreiwilligen Boxenstopp. Henzlers Bolide wurde nun gerichtet. Elf Runden kostete dem Team, das nun im GT-Feld plötzlich Letzter war, diese Aktion.

Fortan war "Vollgas fahren" die Devise. Henzler trieb als Schlussmann den Porsche schließlich noch als Fünfter über die Ziellinie Schlusspunkt einer Aufholjagd.

Den letzten Lauf der American Le Mans-Serie bestreitet Henzler im Porsche 911 GT3 RSR des Flying Lizard Teams vom 19. bis 21. Oktober auf dem Mazda Raceway in Laguna Seca. Dieser Endlauf geht über die Distanz von vier Stunden. Übrigens: Im Vorfeld des Rennens wurden bei einer Pressekonferenz des Hauses Porsche Wolf Henzler und Robin Liddell als Stammfahrer 2007 beim Tafel Racing Team bestätigt. Teamchef Jim Tafel setzt dann den neuen Porsche 997 RSR ein und wechselt von der heuer gefahrenen Grand American Rolex-Serie zur höherwertigeren American Le Mans-Serie.