Lokalsport

Der Fitnessmarkt ist stark umkämpft

WLSB setzt verstärkt auf Sportvereinszentren

Sportvereinszentren stellen nach Ansicht des WLSB die Zukunft des Vereinssports dar. In der Tat schießen derartige Einrichtungen in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden – nicht zuletzt, weil der Fitnessmarkt immer lukrativer wird.

Stuttgart. Studios, Ärzte, Krankenkassen, Physiotherapeuten – auf dem Fitnessmarkt tummeln sich etliche Akteure, die Geld verdienen (wollen). Allein ein Blick auf die Entwicklung der Mitgliedszahlen in deutschen Fitnessstudios zeigt, wie lukrativ dieses Feld ist: Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Mitglieder auf rund sieben Millionen verdoppelt.

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Finanzielle Gründe sind jedoch nicht die einzigen, weswegen der Württembergische Landessportbund (WLSB) die Zukunft seiner Vereine in Sportvereinszentren sieht. „Das bietet die Chance, die Bedürfnisse breiter Bevölkerungsschichten zu erschließen“, sagt WLSB-Präsident Klaus Tappeser. Außerdem führe ein Sportvereins­zentrum Vereinsbereiche räumlich und sozial wieder zusammen, biete einen Vereinsmittelpunkt, fördere soziale Kontakte zwischen allen Bevölkerungsschichten, Alters- und Sportgruppen und biete trotzdem dem Einzelnen eine individuelle Trainings- und Bewegungsmöglichkeit. „Durch ein Sportvereinszentrum wird die Vereinsstruktur gestützt und somit der organisierte Sport in Deutschland nachhaltig gestärkt“, glaubt Tappeser, der interessierten Vereinen neben individueller Beratung auch finanzielle Unterstützung anbietet.

Diesem Angebot sind in den vergangenen Jahren immer mehr Vereine gefolgt. Im Einzugsbereich des WLSB gibt es mittlerweile 25 Sportvereinszentren (siehe oben). Dass sich dabei nicht nur Großvereine an ein derartiges Projekt wagen, zeigt der gerade mal 450 Mitglieder starke SV Seedorf im Landkreis Rottweil.

Andererseits sind Planungen zu Sportvereinszentren auch schon gescheitert, wie Anfang des Jahres beim VfL Pfullingen. Hier hatte sich eine Mehrheit der Mitglieder wegen des finanziellen Risikos gegen den Bau ausgesprochen. Ähnlich kritisch sehen es manche Mitglieder beim TV Stetten, der in Rommelshausen ein Sportvereinszentrum bauen will. Streitpunkt im Remstal ist die unterschiedliche Auslegung der Markt- und Konkurrenzanalyse. Kritiker glauben, rund 70 Prozent Mitglieder von anderen Vereinen abwerben zu müssen, um eine finanzielle Grundlagen zu haben.