Lokalsport

Der Glanzlack hat nun einen Kratzer

Owener Handballer verlieren verdient 26:30

Der bislang so glänzende Lack des TSV Owen hat einen kleinen Kratzer bekommen: Mit 26:30 (12:15) verlor die Mannschaft das Landesliga-Spitzenspiel bei Verfolger TSV Blaustein.

Anzeige

Blaustein. Beim TSV Owen fehlten die Spieler Jan Hanssen und Sascha Meissner, zudem waren Lars Kirchner, Steffen Klett und Kapitän Martin Weiss angeschlagen: Die personellen Vorzeichen waren nicht die besten vorm absoluten Topduell der Landesliga-Staffel vier. Die leichte Skepsis, die vor dem Spiel vorhanden war, entpuppte sich als berechtigt.

Nach elf Spielminuten stand es lediglich 2:2 – die Offensivkräfte hatten Ladehemmung. Beweis für das schwache Angriffsspiel beider Teams war die hohe Fehlerzahl. Die Teckstädter leisteten sich in den ersten zwanzig Minuten sage und schreibe 15 technische Fehler, die Gastgeber nicht viel weniger. Bei den Gelbhemden merkte man auch das Fehlen der etatmäßigen Kreisläufer deutlich. Lars Kirchner griff zwar im Laufe des Spiels ins Geschehen ein, doch seine Verletzung hemmte den Routinier sehr. Nach knapp zwanzig Spielminuten führten die Gastgeber mit 7:5. Auch eine Auszeit von Owens Co-Trainer Jürgen Schöberl brachte keine Ruhe ins Spiel. Owen hatte zweifache Überzahl. Doch anstatt diese Chance zu nutzen und den Rückstand aufzuholen, schwächten sich die Teckstädter durch eigene Fahrlässigkeit selbst. Manuel Dunkel konnte mit zwei Treffern zwar auf 8:9 verkürzen, aber mehr war nicht drin.

Die Blausteiner hatten nun ihre beste Spielphase, und das trotz einer erneuten Unterzahl: Steffen Taubert wurde nach einer harten Abwehraktion von den beiden sicher leitenden Unparteiischen disqualifiziert. Owen nutzte den Platz auf dem Spielfeld aber nicht. Bei Halbzeit stand‘s 12:15.

Auch der zweite Abschnitt brachte keine Leckerbissen. Technische Fehler hüben wie drüben waren an der Tagesordnung. Die Gastgeber fanden jedoch etwas früher in die Spur zurück. Über 19:16 zog Blaustein auf 25:20 davon. Der TSVO hatte erneut eine schwache Siebenmeterausbeute. Lediglich vier von acht Strafwürfen brachten Klett und Co. im Gehäuse der Blausteiner unter. Hinterher machte Blausteins Spielertrainer Harald Michaeler eine hundertprozentige Chancenauswertung bei Tempogegenstößen und Strafwürfen als den entscheidenden Faktor aus. Auch mit dem Abwehrverhalten seiner Mannen war Michaeler sehr zufrieden.

Beim TSV Owen hingegen waren lediglich Kapitän Martin Weiss und Heiko Hoyler im zweiten Abschnitt richtig präsent. Mit sechs beziehungsweise fünf Treffern waren beide auch die erfolgreichsten Schützen des TSVO. Die Owener kämpften sich mit Unterstützung ihrer Anhänger allerdings auf 24:27 heran. Doch mehr ließen die Blausteiner nicht zu. Patrick Biesinger und Harald Michaeler brachten mit ihren Toren den Sieg für Blaustein schließlich nach Hause.

Interessante Randnotiz der Partie: Kurz vor Ende, beim Stande von 25:30, drohte den Owenern neben der Niederlage auch noch, den Vorteil aus den zwei direkten Vergleichen zu verlieren. Doch Marius Schmidt sorgte mit seinem Treffer zum 30:26 wenigstens noch dafür, dass der TSVO im Falle einer Punktgleichheit gegenüber dem TSV Blaustein die Nase vorne hätte.

„Wir haben heute zu viele technische Fehler gemacht. Wenn man über 30 Bälle einfach wegwirft beziehungsweise erst gar nicht zum Torwurf kommt, dann kann man ein Spiel gegen Blaustein nicht gewinnen“, sagte Owens Pressewart Jochen Bader.

Am Samstag, beim Derby in Lenningen, sind möglicherweise wieder alle Spieler topfit. jb

TSV Blaustein: Baumgart, Hütter – Schmid (4/1), Grasser (3), Michaeler (5/2), Brüchner (1), Biesinger (5), Neumann (1), Wildt (3), Abel (3), Brauchle, Rosenkranz (2), Kayhan (3), Taubert

TSV Owen: Brodbeck, Carrle (n. E.), Gerke (n. E.), Wager (4), Dunkel (2), Kirchner, Lehmann (2), Weiss (6), Hoyler (5/2), Schmidt (2/1), S. Klett (4/2), B. Klett, S. Martin (1), Sigel

Schiedsrichter: Thomas Hennefarth/Wolfgang Lenz (SG H2Ku/VfL Sindelfingen)