Lokalsport

Der Knights-Express rollt weiter

Die Kirchheim Knights bleiben Tabellenführer der Basketball-Regionalliga. Auch im ersten schweren Spiel beim Angstgegner SSC Karlsruhe gelang ein überzeugender 89:73(46:30)-Sieg.

KARLRUHE Sind die Knights tatsächlich das Überflieger-Team der Liga? Nach dem vierten Sieg im vierten Spiel schätzen einige den Tabellenführer womöglich schon so ein das klare 89:73 beim ambitionierten SSC Karlsruhe setzte ein deutliches Zeichen im baden-württembergischen Basketball. Schließlich hatte der VfL die letzten drei Ligaspiele gegen den SSC verloren. Nur in Kirchheim sollte keiner über den Wolken schweben: Denn, so klar das Ergebnis am Ende ausfiel, erstmals wurden auch Schwachpunkte deutlich. Vor allem im dritten Viertel, als fast gar nichts mehr funktionierte.

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Doch von vorn. Unterstützt von sicherlich über 100 mitgereisten Kirchheimern, darunter 50 aus dem Weissinger-Fanbus, übernahmen die Auswärtigen sehr schnell das Kommando auf den Rängen und auf dem Feld. Der erste Dreier des an diesem Abend wie schon in der ganzen Saison überragenden Ross Jorgusen führte zum 10:7. Karlsruhes Bester, Torsten Kustos, glich das zwar postwendend zum 10:10 aus, doch nachdem Jorgusen und Chuks Neboh auf 14:10 (8.) erhöht hatten, gaben die Knights die Führung nicht mehr her.

Nach der Viertelpause (21:17) legte die Mannschaft von Theo Leftakis sogar noch einen Zahn zu, machte schnell das 28:17 (13.). Wiederum drei Minuten später stand es 41:21, und was da über die Gastgeber hereingebrochen war, hatte schon etwas mehr als einen Hauch von zweite Liga. Knallhart, aber fair in der Defensive, mit einem Chuks Neboh (insgesamt 16 Rebounds!) unter dem Korb, der gegen den Ex-Kirchheimer Bernd Hübner einfach in einer anderen Etage spielte, und mit einem Wirbelwind Ross Jorgusen, der an diesem Tag einfach nicht zu halten war. Theo Leftakis: "Wir hatten einen Riesenvorteil im Aufbau, weil kein Karlsruher Ross in den Griff bekam."

Dieser wahnwitzige 20:4-Lauf in nur sechs Minuten konnte natürlich nicht fortgesetzt werden. Jetzt fingen die Schiedsrichter auch an, etwas kleinlicher zu pfeifen, und so kam Karlsruhe, das in diesem Viertel nur zwei Feldkörbe erzielt hatte, über viele Freiwürfe noch zum Pausenstand von 46:30.

Klar, dass jetzt Erinnerungen an das Spiel der vorigen Saison wach wurden. Da hatte der VfL auch mit 20 Punkten Vorsprung geführt und am Ende doch verloren. Diese albtraum-artigen Reminiszenzen wurden konkreter, als Karlsruhe nach der Pause einen 7:0-Blitzstart hinlegte. Leftakis: "Damit hat der SSC uns schockiert, das Phantom vom letzten Jahr war plötzlich wieder da."

Plötzlich war die ganze Souveränität wie weggeblasen. Jorgusen wurde vom 2,04-Meter-Mann Teo Simovic unter Kontrolle gehalten, der Ball fand nicht mehr den Weg zu Neboh, die Trefferquote sank, und auch Kai-Uwe Kranz, der immer noch nicht fit zu sein schien, fand nicht aus seinem Leistungsloch. Erstmals in dieser Saison wirkte der VfL ziemlich hilflos.

So kam Karlsruhe immer näher, nach dem vierten Dreier von Kustos stand es nur noch 55:52 (26.) als der SSC plötzlich sein Pulver verschossen hatte. Coach Drazan Salavarda: "Nach dem Ausfall von Raquet und Popovic haben wir eigentlich zu sechst gespielt. Von der Bank kam deshalb viel zu wenig."

Als dann der 16-jährige David Watson den Korbleger, der das 56:54 bedeutet hätte, verlegte, gab das der ausgepumpten SSC-Crew noch einen zusätzlichen Knacks. Im vierten Viertel drehte dann auch Jorgusen wieder auf, Neboh wurde wieder gefunden und traf auch wieder, die Abwehr zog noch einmal das Tempo an und als Salavarda dreieinhalb Minuten vor Schluss beim 82:67 Simovic vom Feld holte, war das die offizielle Aufgabe.

Im Moment kann nur die KGJ Schwenningen (8:0) den Kirchheimern folgen. Die tat sich allerdings beim 91:78 in Mannheim erstaunlich schwer. Aus dem Verfolgerrennen erstmals raus sind Karlsruhe, Heidelberg-Kirchheim, das 74:83 in Ludwigsburg verlor, und Aufsteiger FV Weißenhorn nach dem 76:82 gegen Rastatt-Rheinau. Alle drei haben bereits zwei Niederlagen auf dem Konto.

mad

VfL: Atsür (7), Goehrke (5), Hayden (6/1), Hountondji (n.e.), Jorgusen (32/2), Kikic (n.e.), Kranz (13/1), Lenger (2), Lukic, Neboh (24, 16 Rebounds),Tsouknidis (n.e.).SSC: Dodic, Watson (6), Mladenov, Kustos (23/4), Popovic, Vengert (7), Kann (5), Hübner (12), Simovic (20).Dreier: 4 (beide).Fouls: 18 (VfL), 19 (SSC).Freiwürfe: 14:25/56 % (VfL), 16:19/89 % (SSC).Viertel: (SSC-VfL): 17:21, 13:25, 28:17, 15:26.Schiedsrichter: Alen Vukic (Böblingen) und Stefan Bethke (Emmendingen).Zuschauer: 250.