Lokalsport

Der Meister spielt Schicksal

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Die Welt hat am Samstag sehr schnell vom Kirchheimer Aufstieg in die Oberliga erfahren. Kurz nach 18.30 Uhr ergänzte ein unbekannter Surfer bei Wikipedia, der größten frei zugänglichen Internet-Bibliothek der Welt, unter dem Stichwort VfL Kirchheim folgenden Satz: "2007 gelang dem Verein der Wiederaufstieg in die Oberliga."

Fakten im positiven Sinne schaffen: Das würden liebend gerne auch die Kicker des SV Baustetten. Ein Sieg über den neuen Champion aus der Teckstadt und der Klassenerhalt wäre für den Neuling perfekt, folglich der Gang in die unliebsame Relegation vom Tisch. Der VfL steht also noch ein letztes Mal in der Verbandsliga im Fokus. Schon aus diesem Grund dürften die Spieler von Michael Rentschler trotz aller Festmüdigkeit motiviert in die Partie gehen. Selbstverständlich geht es auch noch ums Verteidigen der grandiosen Defensivbilanz (17 Gegentreffer).

Doch die Baustettener sind regelrecht zum Toreschießen verdammt. Die Sache ist kompliziert. Reicht es dem SVB nur zu einem Remis, darf das zeitgleiche Match zwischen dem FSV 08 Bissingen und der SpVgg 07 Ludwigsburg unter keinen Umständen Unentschieden ausgehen. Wenn ja, gibt's für den VfL-Gegner eine Extraschicht in der Relegation. Bis zum 24. Juni müssten die Oberschwaben dann auf das Duell gegen den besten Landesligazweiten warten. Unter der Teck ist solch eine nervige Situation seit der Relegationsteilnahme 2005 nicht unbekannt.

Die Kirchheimer Daumendrücker sitzen derweil in Bissingen und Ludwigsburg, aber auch nordöstlich von Stuttgart. Vergangenen Samstag hatte der Trainer des noch nicht hundertprozentig gesicherten SV Fellbach bereits auf den Sportsgeist der VfL-Kicker gesetzt. "Ich bin mir sicher, dass der VfL auch in Baustetten weiß, was zu tun ist", sagte Frank Weinle flapsig zu der mit 0:4 verlorenen Partie an der Jesinger Allee. Die Fellbacher brauchen noch einen Zähler gegen Olympia Laupheim, um sich gegen alle Eventualitäten abzusichern und das Ticket für die kommende Verbandsligarunde zu lösen.

Die Partie des VfL in Baustetten beginnt morgen um 15.30 Uhr. Es sollen für möglichst lange Zeit die letzten Minuten in der Verbandsliga sein. Mit dem FC Astoria Walldorf (Verbandsliga Nordbaden) und dem SV Linx (Verbandsliga Südbaden) stehen im Übrigen die weiteren Direktaufsteiger und somit künftige Oberligamitstreiter des VfL ebenso fest. Ob auch dem härtesten VfL-Verfolger TSV Schwieberdingen über den Umweg der Relegation der Sprung in die Oberliga gelingt, entscheidet sich alsbald. Am 12. Juni empfängt der TSVS im heimischen Stadion entweder den Offenburger FV oder die TSG Weinheim. Am Sonntag steht das Rückspiel an.

VfL Kirchheim: Gühring Eisenhardt (Mayer), Grimm, Er, Kutscher Alban Meha, Raspe, Polat, Isci Santos-Araujo, Feriz Meha.