Lokalsport

Der Primus hat die längste Strafbank

Bitter, bitter für Erkenbrechtsweiler-Hochwang. Vier Tore gegen Gastgeber RSK Esslingen erzielt, zweimal geführt und am Ende fuhr die Spielgemeinschaft doch wieder mit leeren Händen auf die Alb zurück.

Fußball, Holzmaden II  (blau)- SV Nabern (gestreift frustrierte Holzmadener
Fußball, Holzmaden II (blau)- SV Nabern (gestreift frustrierte Holzmadener

Kirchheim. Ein Tor in der Schlussminute besiegelte die unglückliche Niederlage. Schon die sechste im sechsten Spiel auf fremden Platz. Mit ihrer permanenten Auswärtsschwäche kommt die SGEH nicht aus dem Bezirksliga-Keller. „Dabei waren wir die eindeutig bessere Mannschaft“, grämte sich Spielleiter Marc Bräuer. Nächsten Sonntag gelte es, im Hardtwaldstadion Neckartailfingen zu schlagen, bevor beim Tabellenletzten Oberesslingen/Zell die Möglichkeit besteht, die katastrophale Auswärtsbilanz etwas zu schönen.

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In der Kreisliga A hat die TG Kirchheim wegen des Bempflinger Ausrutschers zu Hause gegen den VfB Neuffen den Platz an der Sonne erobert. Allerdings kommen schwere Zeiten auf den neuen Spitzenreiter zu. Das WFV-Sportgericht verurteilte Jarryd Schwarz wegen der Spuckaffäre in Jesingen (der Teckbote berichtete) zu jeweils zwölf Wochen Sperre. Vorher war schon Sasa Lukic wegen einer schlagkräftigen Auseinandersetzung in Erkenbrechtsweiler-Hochwang für zwölf Wochen aus dem Verkehr gezogen worden. Dieselbe Strafe verbüßt Torwart Enrico Liserra nach verbotenem Körpereinsatz in Bempflingen.

Weilheims Zweite verpasste endgültig den Anschluss nach oben. Obwohl mit fünf Spielern aus dem Landesligakader angetreten, kam sie gegen Altdorf über ein mageres 2:2 nicht hinaus. Dabei musste der Gegner ab der 55. Minute mit zehn Mann auskommen. Torwart Benjamin Ruopp sah Rot, Feldspieler Jochen Gräschner ging zwischen die Pfosten und machte seine Sache sehr gut. Da haben wohl einige Weilheimer gedacht, mit der Unterstützung aus der Oberklasse wird das ein Selbstläufer. So kann man sich täuschen.

Eine Kopfsache scheint auch das zu sein, was in Holzmaden abläuft. Der TSV überzeugte beim Teckbotenpokal, startete wider Erwarten gut ins zweite Kreisliga-A-Jahr und etablierte sich im vorderen Drittel. „Das hat einigen Köpfen vielleicht nicht gutgetan“, meint Trainer Heiko Blumauer. Denn plötzlich ging es abwärts. Nach der neuerlichen 1:5-Schlappe gegen Raidwangen ist die Mannschaft auf Platz neun abgerutscht, und viele sind ratlos, wie die beiden TSV-Spieler auf unserem Foto.

Für Blumauer war die blamable Niederlage bei Schlusslicht VfL Kirchheim der Knackpunkt. „Dieses Spiel hätten wir nie und nimmer verlieren dürfen. Seither kriegen wir die Kurve nicht mehr.“ Der Trainer führt den Leistungseinbruch nicht nur darauf zurück, dass er auf ein paar Leistungsträger verzichten muss. Mit Burak Engin (Knorpelschaden im Sprunggelenk) fehlt ihm der Taktgeber im Mittelfeld. Innenverteidiger Jochen Berkowitsch plagt sich mit einem Knieschaden herum. Er sagt: „Viele junge Spieler sind aus der Kreisliga B mit aufgestiegen. Ihnen fehlt es noch an an Selbstverständnis und Kontinuität.

Gestern saß Blumauer noch lange mit der Truppe zusammen, um die Lage zu analysieren. Am Dienstag folgen Einzelgespräche. Blumauer: „Ich spüre noch was in der Mannschaft, die Sache ist nicht hoffnungslos. Noch ist nichts verloren. Ich werde versuchen, positiv auf sie einzuwirken, um die Wende zu schaffen. Zum Glück ist der Zusammenhalt zwischen Fans, Vorstand, Spielern und Trainer noch intakt.“

In der Kreisliga B, Staffel 6, zieht der SV Nabern unbeirrt seine Kreise. Diesmal kam Holzmaden II unter die Räder des souveränen Tabellenführers, die als einzige Teckmannschaft noch eine weiße Weste hat. Mit dem 7:0 blieb das Team von Viktor Oster exakt in seinem Sieben-Tore-Schnitt pro Spiel. Erster Verfolger ist Jesingen II, die Unterlenningens Reserve mit 11:0 wegballerte. Der ambitionierte TSV Ötlingen büßte un­term Reussenstein erneut zwei Punkte ein und ist auf längere Sicht aus dem (Titel-)Rennen.