Lokalsport

Der schiere Willerettet die Knights

Das war ein hartes Stück Arbeit: Die VfL-Basketballer gewannen beim Tabellenvorletzten KuSG Leimen nur knapp mit 73:69 (40:40). Selten einmal traf der platte Spruch besser: Hauptsache gewonnen.

LEIMEN Die nach fünf Wochen Spielpause offenbar völlig eingerosteten Kirchheim Knights lieferten beim heißen Abstiegskandidaten KuSG Leimen ihre bisher schlechteste Saisonleistung ab. Erst zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene gelang es den Kirchheimern, die Führung zurückzuerobern. Am Ende gaben ein paar Offensiv-Rebounds und die größere Cleverness den Ausschlag. Die Mannschaft von Coach Theo Leftakis, der unter der Woche bei zwei Europapokalspielen in Frankreich als Fiba-Kommissar beschäftigt war und die Mannschaft am Samstag zum ersten Mal im neuen Jahr sah, lief bis dahin einem Rückstand hinterher, den sie sich innerhalb von nur zwei Minuten des ersten Viertels eingefangen hatte.

Anzeige

Denn zunächst hatte es gut begonnen: Chuks Neboh machte die ersten vier Punkte, und als Ross Jorgusen, James Hayden und Kai-Uwe Kranz einen 9:0-Lauf zum 15:6 hinlegten (5.), kamen Erinnerungen ans Hinspiel auf, in dem die Knights zur Pause 46:24 geführt und am Ende 81:54 gewonnen hatten. Doch zum einen scheint das Kirchheimer Team nicht mehr dasselbe zu sein, zum anderen wechselte Leftakis Kranz aus, damit Neuzugang Tomi Martinovic ins Team finden sollte.

Es folgten Konfusion und ein 13:0-Lauf der Gastgeber zum 19:15 (7.). Dies war gewiss nicht die Schuld von Martinovic allein, doch der Ex-Stuttgarter ist noch ein Fremdkörper und hat auch noch nicht die Form, um sich am eigenen Schopf aus dem Tief zu ziehen. Hier ist bei allen Beteiligten Geduld gefordert. Ross Jorgusen hielt anschließend mit neun Punkten seine Farben ganz alleine am Leben, und in der Viertelpause traf Leftakis die richtige Entscheidung für seine Defensive: An der Drei-Punkte-Linie wurde nicht mehr gedoppelt, da die Zusammenarbeit und die Rotation überhaupt nicht funktioniert hatten. 27 Punkte in einem Viertel durch das offensiv schwächste Team der Liga sprachen eine zu deutliche Sprache.

Die Maßnahme zeigte Wirkung: In den restlichen 30 Minuten schaffte Leimen nur noch 42 Punkte. Was jetzt eklatant krankte, war die Offensive. Schlechte Wurfquoten der Außenspieler (Jorgusen, Kranz und Hayden warfen zusammen 15:41, Dreierquote 19 Prozent), kaum vorhandene Zusammenarbeit zwischen Centern und Flügeln, viel zu viele Dribblings und dazu 25 Ballverluste. Bedrohlich wurde dieses Manko, das natürlich viel mit der fehlenden Spielpraxis zu tun hatte, im dritten Viertel. Da gelangen nur elf Punkte (3:12 Würfe), Jorgusen und Kranz trafen gar nicht, und Leimen durfte beim 58:53 (34.) vom zweiten Saisonsieg träumen.

Doch die Badener hatten ebenfalls ihre Probleme. Nach mehr als 30 Ballverlusten brach die Offensive beim Stand von 62:60 (36.) ein. Von da an beherrschte das Knights-Bollwerk das Terrain. Nach den Freiwürfen von Kranz zur ersten Führung seit dem ersten Viertel (63:62, 38.) entschieden Chuks Neboh und Wilu Lenger mit ihrem schieren Willen 2:13 Minuten vor Schluss das Spiel: Zweiter Freiwurf Lenger daneben, Offensiv-Rebound Neboh, Foul. Zweiter Freiwurf Neboh, Offensiv-Rebound Lenger, Foul. Zwei Freiwürfe Lenger 67:62. Den Rest besorgte Jorgusen an der Freiwurflinie.

Leftakis wusste nach der Schlusssirene um die Gunst des Spielplans: "Keine Frage: Gegen ein Spitzenteam wären wir heute untergegangen. Aber dann hätte die Vorbereitung auch ganz anders ausgesehen." Am kommenden Samstag kommt mit der SG Mannheim der Drittletzte nach Kirchheim. Gegen einen stetigen Formaufbau hätten die Kirchheimer Fans sicherlich nichts einzuwenden. Vor allem die 30 Standhaften, die sich den K(r)ampf in Leimen zugemutet hatten.

mad

VfL Kirchheim:

Goehrke (6), Hayden (11), Jorgusen (24/2), Kranz (14/1), Lenger (4), Martinovic, Neboh (14), Tsouknidis.KuSG Leimen:

Rothmann (16/2), Stein (2), Stockmann, Anselmann (16/1), Schwalb (2), Schropp (17), Glock, Ingerfurt (10), Marschall, Wahlandt (6).Dreier:

3 (beide Teams).Fouls:

23 (VfL), 25 (KuSG).Freiwürfe:

24:34/70,1 % (VfL), 14:21/66,7 % (KuSG).Viertel (KuSG VfL):

27:24, 13:16, 16:11, 13:22.Schiedsrichter:

Hermann Kolbe (Sindelfingen) und Bernd Neumann (Weil im Schönbuch).Zuschauer:

50 (30 Kirchheimer Fans).