Lokalsport

Der stärkste Gegner war der Stau

Der "Knights-Express" rollt weiter: Bei der überforderten Talent-Truppe der SG Mannheim gab es für die Kirchheimer Basketballer eine fantastische erste Hälfte (63:23), am Ende stand es 108:63.

MANNHEIM Einziges Hindernis für die Knights war am Samstagnachmittag nur die Anfahrt in die Quadratestadt. Durch sechs verschiedene Staus kämpften sich die Basketballer. Erst um 17.15 Uhr, also eine Viertelstunde vor Spielbeginn, kamen die ersten Fahrzeuge in der Neckarstadthalle an. Die legten ohne großes Aufwärmen gleich los wie die Feuerwehr, und als die restlichen VfL-Spieler gegen Ende des ersten Viertels einliefen, war eigentlich schon alles vorbei.

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Auch Trainer Theo Leftakis war unter den Nachzüglern und sagte später: "Bevor ich in die Halle kam, war das Spiel entschieden." 31:10 stand es nach zehn Minuten, Bill Goehrke hatte bereits zwölf Rebounds eingesammelt, Chuks Neboh drei Dunkings versenkt. Und als Kai-Uwe Kranz die ersten neun Punkte des zweiten Viertels durch seine Dreier Nummer vier bis sechs erzielte, hatte der VfL bereits 30 Punkte Vorsprung (40:10, 13.) und Kranz seinen Arbeitstag de facto beendet: 24 seiner 26 Punkte waren eingefahren.

Just zu diesem Zeitpunkt überfiel auch der VfL-Fanclub "Squires" die Neckarstadthalle und sorgte für reichlich Stimmung. In den restlichen 27 Minuten lautete das Ergebnis 68:53 für die Knights, und obwohl Mannheim sich nie aufgab, war es kein echter Wettbewerb mehr.

Das sah auch Leftakis so, der übrigens im dritten Anlauf endlich seine persönliche Saisonpremiere mit dem VfL gewann: 2003 und 2004 hatte er bei dieser Gelegenheit jeweils verloren. Jetzt sagte er: "Das war mehr ein Training als ein Meisterschaftsspiel." Er hatte dann eigentlich einen Plan für den Rest des Spiels: "In der zweiten Hälften wollten wir ein bisschen verteidigen, aber der letzte Wille war bei 40 Punkten Vorsprung einfach nicht da." Trotzdem attestierte er seinem Team: "Alle haben gut gespielt, und verteilte ein Sonderlob an Kapitän Franjo Kikic, der 19 Minuten auf dem Feld stand und neun Punkte erzielte."

Bemerkenswert auch das Comeback von Team-Oldie Nenad Lukic, der drei seiner vier Würfe traf und dem dabei gleich bei seinem ersten Versuch in der 25. Minute ein seltenes Vier-Punkte-Spiel gelang: Dreier mit Foul verwandelt, plus Bonus-Freiwurf. Den hundertsten Punkt erzielte der deutlich verbesserte Wilu Lenger mit einem Freiwurf in der 36. Minute die fällige Runde gab es am selben Abend nach der reibungslosen Heimfahrt in Kirchheim.

Mit dem besten Korbverhältnis bleiben die Knights also Tabellenführer der Regionalliga vor dem Geheimfavoriten Heidelberg-Kirchheim (102:68 in Tübingen) und Schwenningen. Die KJG tat sich allerdings gegen den USC Freiburg II beim 97:80 erstaunlich schwer. Ebenfalls noch ohne Niederlage ist die BSG Ludwigsburg nach dem sensationellen 85:79 gegen den FV Weißenhorn. Mit Radovan Cavlin war der neue serbische Spielmacher der BSG gleich in seinem zweiten Spiel der Matchwinner (26 Punkte). Coach Bennie Tokmadzic: "Heute haben wir 150 Prozent gebracht."

mad

SG Mannheim:

Pires (2), Feist (1), Schönhals (4), Erdinger (2), Weisenburger (7), Kress (13), Bectic (2), Kuppe (16), Kuhn (8), Otters (8).VfL Kirchheim:

Atsür (7/1), Goehrke (5), Hayden (6/1), Jorgusen (22/2), Kikic (9), Kranz (26/6), Lenger (10), Lukic (10/1), Neboh (8), Tsouknidis (5/1).Dreier:

0 (SG), 12 (VfL).Fouls:

32 (SG), 25 (VfL).Freiwürfe:

17:22, 77,3 % (SG) 30:38, 78,9 % (VfL).Viertel:

10:31, 13:32, 22:22, 18:23.Schiedsrichter:

Bethke (Villingen) und Schuster (Gundelfingen).Zuschauer:

120.