Lokalsport

Der Stammhalter

KIRCHHEIM Michael Jordan hatte auch ihn infiziert. Angespornt vom Basketball-Boom in den neunziger Jahren begann Jan Reichmuth als Achtjähriger beim VfL Kirchheim mit dem Basketballspielen. Sein erster Trainer hieß Uli Tangl, der den Jungen unter seine Fittiche nahm und ihn in Kürze in den erweiterten Landeskader führte. Das Talent erhielt eine Doppellizenz und spielte fortan nicht nur für den VfL, sondern auch in Göppingen in der Jugend-Oberliga. Heute ist Reichmuth der Dauerläufer im Verein, der gleich in drei Mannschaften spielt: in der U20, in der zweiten Herrenmannschaft, wo er inzwischen einer der Leistungsträger ist, und bei den Knights.

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Das erfordert ein ausgereiftes Zeitmanagement, denn als Schüler der 13. Klasse des Kirchheimer Wirtschaftsgymnasiums eilt der 19-Jährige mit großen Schritten in Richtung Abitur. "Sicher ist es anstrengend, für drei Mannschaften gleichzeitig zu spielen und sich nebenbei intensiv auf die Schule zu konzentrieren, doch die Chance, im Kader der Knights zu stehen, möchte ich so gut ich kann nutzen. "Jan hat großes Talent. Zudem ist es toll, dass wir mit ihm einen waschechten Kirchheimer in der Mannschaft haben", meint Knights-Coach Pat Elzie.

Mit dem bisherigen Saisonverlauf der Knights ist Jan zufrieden: "Wir haben eine tolle Hinrunde gespielt, auch wenn es zuletzt nicht so gut lief. Wichtig ist jetzt, unseren Rhythmus wieder zu finden und eine Siegserie hinzulegen." Sein persönliches Fazit fällt weniger gut aus: Krankheit und eine langwierige Knieverletzung warfen ihn in dieser Saison zurück. Er blickt realistisch in die Zukunft: "Meinen Lebensunterhalt werde ich mit dem Sport wohl nicht verdienen können, aber ich spiele weiter, solange es die Schule beziehungsweise das Studium zulässt." Das will er nach bestandenem Abitur den Naturwissenschaften widmen, denen sein größtes Interesse gilt.

Im kommenden Heimspiel gegen die Dolphins wird Jan Reichmuth einen völlig neuen Gegner kennenlernen. Beim Hinspiel in Bielefeld war er nicht mit dabei, doch die Fakten mahnen zur Vorsicht: "Das Hinspiel war recht knapp. Außerdem haben die Bielefelder ihr letztes Spiel gewonnen und damit die Abstiegsplätze verlassen. Ich denke, sie werden entsprechend motiviert sein." Das lässt der 19-Jährige allerdings auch für die eigene Mannschaft gelten: "Ich glaube, dass das München-Spiel ein Wachrüttler für uns war, und wir entsprechend auftreten werden."

ah