Lokalsport

Der Tälesexpress wird zur rasenden Achterbahn

Was ist bloß mit der SG Lenningen los? Maßlos enttäuschte Fans sahen am Samstag eine 29:25 (14:10)-Niederlage ihrer Mannschaft gegen den TB Ruit. Die Ursache: Eine desolate Angriffsleistung, die in sieben vergebenen Konterchancen gipfelte und eine Mannschaft, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Steffen Kazmaier in der 24. Minute der Kopf fehlte.

LENNINGEN Vor allem in der zweiten Hälfte war es oftmals ein hilfloses Anrennen gegen die defensive Abwehr der Gäste. Es war nicht das erste Mal, dass Lenningen mit einer Mannschaft seine Schwierigkeiten hatte, die durch einstudierte Spielzüge den Abschluss über den Kreis suchte. Der offensiv ausgerichteten SG-Abwehr gelang es selten, Anspiele an den Kreis rechtzeitig zu unterbinden. Dort waren dann Uwe Brinzing und Alexander Dummler wenn überhaupt, dann nur auf Kosten eines Strafwurfs zu halten. Daniel Ene ließ sich diese Chancen nicht entgehen und verwandelte bis zur 13. Minute gleich viermal per Siebenmeter. Zu diesem Zeitpunkt lag Ruit mit 8:7 in Führung. Die Abwehrschwächen der Lenninger konnten bis dahin Marc Segeritz und Jochen Leitner durch einige gelungene Angriffszüge wettmachen. Ab der 20. Minute jedoch überboten sich die SG-Angreifer mit Fehlwürfen.

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Erfolgreicher agierten die routinierten Gäste, die geduldig ihre Chancen abwarteten und durch Daniel Ene in der 23. Minute auf 11:9 erhöhten. Der selbe Spieler stand eine Minute später im Brennpunkt: Mit einem Ellbogencheck streckte Ene Lenningens Steffen Kazmaier nieder, doch beide Unparteiischen, die bis dahin mit gelben Karten und einer Hinausstellung nicht gegeizt hatten, sahen diesmal nichts. Ene durfte weiterspielen Kazmaier musste verletzt vom Platz. Fortan wurden Enes Aktionen von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet. Für ein vergleichsweise harmloses Foul mussten dann Hagen Braunwarth und Jochen Leitner in der 26. Minute eine Strafzeit absitzen. Ruit nutzte die Überzahl clever und baute die Führung bis zur Halbzeit auf 14:10 aus.

Im zweiten Durchgang war Lenningen dann mental überfordert. Die SG-Angreifer fanden kein Konzept gegen die stabile 6:0-Abwehr des Turnerbunds. Jetzt gelangen auch die einfachen Tore nicht mehr. Zwischen der 32. und 40. Minute vergaben Jens Kirschmann und Jochen Renz vier Konterchancen, als sie unbedrängt das Gehäuse verfehlten oder an Torhüter Michael Pohl scheiterten. Das zehrte am SG-Nervenkostüm, zumal weitere drei Zeitstrafen folgten.

Auf Ruiter Seite genügten die Übersicht eines Uwe Brinzing, der schnelle Antritt eines Arne Staigers und das Auge von Jochen Miller, um Lenningen in Schach zu halten. Da konnten die Gäste getrost auf die Dienste von Übeltäter Daniel Ene verzichten, der nach dem Wechsel aus dem Spiel genommen wurde. Die Hausherren agierten weiterhin einfallslos. In der 48. Minute dann verwandelte Sebastian Baumann, der zuvor bereits zwei Konterchancen vergeben hatte, den ersten Strafwurf für die SG zum 18:24. Trotz einer Leistungssteigerung in der Abwehr und einem halben Dutzend Ballgewinne in den letzten zehn Minuten verstanden es die Gastgeber nicht, ein konstruktives Angriffsspiel aufzuziehen. Kein Lerneffekt aus dem Wolfschlugen-Spiel war zu erkennen.

Mit der Brechstange war der Ruiter-Abwehrverband nicht zu knacken. Als Jan Lamparter und Hagen Braunwarth kurz hintereinander trafen und auf 20:25/50. verkürzten, schien die Wende kurzzeitig möglich. Sie blieb aus auch deshalb, weil Jens Kirschmann mit seinem dritten Konter an Ruits Torhüter Michael Pohl scheiterte. TB-Abteilungsleiter Dieter Noack hingegen, als Sekretär am Kampfgericht, hatte für seine Farben noch erfreuliche Schreibarbeit zu leisten: Die konzentriert vorbereiteten Gästeangriffe wurden von Alexander Boldt, Arne Staiger und Jochen Miller zum 29:25-Endstand abgeschlossen.

Fazit: Lenningen hat jetzt in der Weihnachtspause Zeit, die jüngsten Negativerlebnisse aufzuarbeiten. Mit dem zuletzt gezeigten "Achterbahn-Handball" dürfte das Ziel Klassenerhalt nur schwer zu erreichen sein.

döl

SG Lenningen:

S. Lamparter, Tombrägel; Kirschmann (4), J. Lamparter (4), Leitner (4), Segeritz (4), Braunwarth (3), Baumann (3/1), Renz (2), Kazmaier (1), Schwohl, J. Wiesinger.TB Ruit:

Eisele, Pohl; Ene (6/2), Brinzing (5), Staiger (4), Boldt (3), Dummler (3), Miller (3), Giese (3), Kreiser (1), Zeller (1), Häberle.Zuschauer:

300. Schiedsrichter:

Freudenberg/Kunke, Ostfildern.