Lokalsport

Der Traum vom Titel wird zum Rechenexempel

EBERHARD STRÄHLE

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BRÜNN Bereits in den beiden freien Trainingssitzungen feilte das Araxa EMC2 Racing Team um Teamchef Axel Plankenhorn aus Ludwigsburg an den verschiedensten Fahrwerkseinstellungen. Nichts wollte so recht gelingen. Obwohl Wolf Henzler die 5,403 Kilometer lange Rennstrecke "im Ganzen nicht schlecht" findet, gelang ihm für das Qualifying kein ordentliches Setup an seinem Porsche.

Der Nürtinger stellte letztendlich den Carrera auf den enttäuschenden 10. Startplatz und meinte: "...ich bleibe ein Optimist. Unsere Rennperformance war immer gut und ich werde nach dem Start einige Konkurrenten überholen." Wie schwierig es war, das richtige Setup zu finden, zeigt auch die Tatsache, dass Henzlers Teamkollege Jörg Hardt mit dem neunten Platz am Start auch nicht besonders glücklich war. Die Poleposition holte sich erneut der Werkspilot aus Neuwied Mike Rockenfeller (UPS Porsche Junior Team) mit einer Zeit von 2.06,042 Minuten.

Während Rockenfeller das Startduell für sich entscheiden konnte und das Feld in dem über 15 Runden gehenden Rennen auf der Berg- und Talbahn in Tschechien anführte, konnte Wolf Henzler schon innerhalb der ersten Runde fünf Mitstreiter überholen und Robert Renauer (IBEX AG/Porschezentrum Olympiapark) musste bereits ausscheiden. Doch es galt, wie Henzler meinte: "..die Reifen zu schonen und nicht zu früh den Grip zu verlieren". Nach dem ersten Renndrittel verdrängte Wolf Henzler den Lichtenauer Dominik Farnbacher (Eichin Racing PZ Freiburg) vom vierten Rang und hing hinter Christian Menzel (Tolimit Motorsport) fest. Attackieren oder nicht attackieren? "Es gab eigentlich keine Möglichkeit, wo ich mich an den Christian heranbremsen konnte. Zumal mein Auto auch ziemlich heftig übersteuterte", meinte Henzler nach dem Rennen zur Schadensbegrenzung. So gewann Rockenfeller vor Lachinger, Menzel und Wolf Henzler.

Ist nun der Titel in weite Ferne gerückt? Ein ziemlich enttäuschter Wolf Henzler verwies dabei auf die rechnerische Lösung: "Theoretisch habe ich meine Titelchance gewahrt. Praktisch braucht Mike in Hockenheim nur einen einzigen Punkt zu holen. Dabei muss ich aber gewinnen."

Bevor Henzler Anfang Oktober den letzten Lauf in Hockenheim bestreitet, fährt er bereits am kommenden Wochenende in Road Atlanta (USA) in einem Porsche 911 GT3 RSR des Alex Job Racing Teams. Bei diesem Zehn-Stunden-Rennen hat Henzler zwei Freunde aus der Heimat als Copiloten bekommen: Romain Dumas, mit dem er letztes Jahr im Carsport Team den Carrera Cup bestritt, und Marc Lieb, den Henzler aus der Heimat kennt. Lieb stammt aus Niefern.

Mit dem vierten Platz in Tschechien sind Wolf Henzlers Titelträume im Carrera Cup erst einmal beendet. Konkurrent Mike Rockenfeller reicht beim Finale in Hockenheim ein einziger Punkt zur Meisterschaft.