Lokalsport

Der Traum vom Wunder an der Dreisam

Beim spielstarken Oberliga-Spitzenreiter sind die VfL-Fußballer morgen allerdings krasser Außenseiter

Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie. Getreu diesem Motto fahren die Oberliga-Fußballer des VfL Kirchheim am Samstag zum Spitzenreiter SC Freiburg II. Angesichts des vorhandenen Spielerpotenzials, der VfL-Auswärtsschwäche und mit Blick auf die Tabelle spricht alles dafür, dass der Fußball-Goliath aus dem Breisgau dem David von der Teck diesmal keinen Kraftakt erlauben wird.

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Kirchheim. Nichtsdestotrotz: Ganz ohne Hoffnung unternehmen die Kirchheimer Kicker den 220-Kilometer-Trip in den äußersten Süden der Republik freilich nicht. Gerade gegen Spitzenteams zeigte der VfL in den vergangenen Wochen und Monaten, zu was er in der Lage ist. „Wir können überall etwas holen“, macht VfL-Sportleiter Norbert Krumm denn auch den Seinen Mut und legt noch eine Schippe drauf: „Es gibt nichts Schöneres im Fußball, als dem Tabellenführer in die Suppe zu spucken.“

Dazu müssen die Teckstädter allerdings ihr ganzes Leistungsvermögen abrufen und als eingeschworenes, hochmotiviertes Team auftreten. Und einen besonders guten Tag erwischen.

Nach der Begegnung gegen den 1. FC Heidenheim (2:2) konnten die angeschlagenen Spieler Torsten Raspe, Nicola Spina, Mathias Koch und Maximilan Laible lediglich Lauftraining absolvieren. Dennoch sind die VfL-Trainer zuversichtlich, dass keiner aus dem Quartett am Samstagnachmittag ab 15.30 Uhr ausfallen wird. Dies wäre auch notwendig, denn mit Emrah Polat, Kagan Söylemezgiller und dem rotgesperrten Andreas Mayer müssen die VfL-Kicker gleich auf drei wichtige Leistungsträger verzichten.

Hinzu kommt, dass sich Coskun Isci seit Anfang der Woche mit einer Magen-Darm-Infektion herumplagt. Am Dienstag ging die Mannschaft zum gemeinsamen Spaghetti-Essen – eine Aktion, die den Zusammenhalt beschwören soll.

Nachdem die Neuzugänge Nicola Spina, Maximilian Laible, Benny Diehl, Armin Ohran, Philipp Schraivogel, Tomislav Ivezic und Uwe Beran offensichtlich gut integriert sind, scheint beim VfL zumindest eines sicher zu sein: Intern stimmt die Chemie. „Die Stimmung ist gut“, sagt Krumm.

Seit der Winterpause steht der SC Freiburg II ununterbrochen an der Tabellenspitze der Oberliga. Mit zehn Punkten Vorsprung auf den Tabellenfünften FC 08 Villingen hat der FCF ideale Voraussetzungen für den Regionalliga-Aufstieg geschaffen. Noch will Trainer Karsten Neitzel allerdings vom Aufstieg nichts wissen. „Die Altersstruktur der Mannschaft lässt es nicht zu, sich vorzeitig zu sicher zu fühlen.“ Die Spieler sind größtenteils recht jung.

Dass seine Mannschaft so weit oben steht, ist für den Freiburger Übungsleiter überraschend: „Das hätte ich wirklich nicht erwartet.“ Die Kirchheimer sind für ihn ein unbequemer Gegner, und Neitzel ist vorsichtig in seiner Spielvorschau. Sicher ist er sich nur darüber, „dass der VfL Kirchheim auch noch in der nächsten Saison in der Oberliga spielen wird.“ Die Blauen von der Teck zählt er zu den (spiel-)stärkeren Teams in der Abstiegszone. Für Neitzel, im elften SCF-Jahr, ist die VfL-Stärke vor allem das Verdienst seiner Trainerkollegen Rentschler und Hofberger.

Erneut setzt der VfL Kirchheim zum Auswärtspiel einen Mannschaftsbus ein. Schlachtenbummler, die dem VfL vor Ort die Daumen drücken wollen, können sich für eine Mitfahrgelegenheit entweder per Telefon 01 71/30 47 34 69 oder per E-Mail-Adresse (walter.rau@vfl-kirchheim.de) melden. Abfahrt ist morgen um 10.45 Uhr am Kirchheimer Stadion.