Lokalsport

Der TSV Owen erntet Zusagen auf breiter Front

Handball: Aufstiegsaspirant führt erste Sondierungsgespräche für eine mögliche Rückkehr in die Württembergliga

Die Handballer des TSV Owen stellen die Weichen für die Zukunft. Dass Spielertrainer Markus Brodbeck auch in der nächsten Saison das Sagen hat, war bereits klar, denn der Torhüter hatte für zwei Jahre unter der Teck sein Sigel gesetzt. Nun wurde auch mit Co-Trainer Jürgen Schöberl eine Verlängerung per Handschlag vereinbart. Derweil arbeitet Brodbeck zusammen mit Abteilungsleiter Dietmar Kerner am Gesicht des Owener Kaders für die neue Saison.

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Jochen Bader

Owen. Zwar können die Owener aktuell noch keinen Neuzugang verkünden, dafür sind die Gespräche mit den meisten Spielern weit fortgeschritten. So hat Owens Rechtsaußen Simon Wager bereits seine Zusage für die kommenden beiden Spielzeiten gegeben, ebenso wie Jörn Lehmann, Nicolai Sigel, Bastian Klett und Sascha Meissner. Auch Spielmacher Steffen Klett hat inzwischen sein Jawort gegeben, trotz zahlreicher lukrativer Angebote aus höheren Ligen.

Einziges Fragezeichen bei Heiko Hoyler ist der Wehrdienst, den der Allrounder eventuell schon im Sommer anzutreten hat. Formsache waren laut Abteilungschef Dietmar Kerner hingegen die Gespräche mit Manuel Dunkel und den beiden Nachwuchskräften Sebastian Martin und Janick Lehmann. Kreisläufer Jan Hanssen könnte sich im Falle des Aufstieges in die Württembergliga ebenfalls vorstelen, weiter in Gelb zu spielen. Eine größere Baustelle sieht Owens Spielertrainer noch in den Gesprächen mit Kapitän Martin Weiss. Er hat sich für seine Entscheidung noch etwas Zeit erbeten. Brodbeck und der TSV hoffen auf eine baldige Zusage des Kapitäns, der das volle Vertrauen des Trainers genießt. „Martin ist meine wichtigste Personalie und immens wichtig für die Mannschaft“, meint Brodbeck.

Auch der langzeitverletzte Christoph Winkler, der nach einer Operation am Sprunggelenk in dieser Saison bisher komplett fehlte, möchte noch ein Jahr dranhängen, Winkler signalisierte bereits, dass er sich noch ein Jahr vorstellen könnte, macht dies jedoch von seiner beruflichen Situation abhängig. Der Mediziner lässt sich im Laufe dieses Jahres als praktizierender Orthopäde mit eigener Praxis in Wendlingen nieder. Ob dies mit einer Fortführung seiner sportlichen Laufbahn vereinbar ist, wird sich wohl erst zeigen müssen.

Mit Patrick Gehrke werden in den nächsten Tagen ebenfalls noch Gespräche geführt. Anders sieht die Situation bei Lars Kirchner aus. Sollte es den Owenern gelingen, eine Alternative auf der Kreisposition an Land zu ziehen, wird Kirchner seine Karriere wohl beenden. Ansonsten stünde auch er für eine weitere Saison bereit. Auch Marius Schmidt wird nach ersten Rücktrittsgedanken aufgrund zahlreicher Verletzungen und Krankheiten auch in der kommenden Saison mit an Bord sein. In den letzten Wochen läuft es beim wurfgewaltigen Linkshänder gesundheitlich wieder richtig gut. Immer wahrscheinlicher hingegen wird der Weggang von Matthias Carrle: „Matze ist mit seinen Einsatzzeiten in den vergangenen Monaten nicht zufrieden“, klärt Owens Co-Trainer Jürgen Schöberl auf. Gut möglich, dass es Carrle zum Lokalrivalen SG Lenningen zieht, der in Gesprächen bereits Interesse signalisierte. SG-Trainer Holger Kiedaisch kennt das Torhüter-Talent aus seiner Zeit als A-Jugend-Trainer des TSV. „Ich kann Matthias sehr gut verstehen,“ gesteht Dietmar Kerner. „Unser Vertrauen genießt er zu hundert Prozent, aber die Entscheidung über seine Zukunft muss er selbst fällen.“

Parallel dazu laufen Gespräche mit Kandidaten aus dem Umkreis. Ein traditionell schwieriges Geschäft.Hier konkurrieren die Teckstädter mit finanziell besser ausgestatteten Vereinen wie Pfullingen, Neuhausen, Waiblingen oder Fellbach. „Unsere Strategie bleibt weiterhin unverändert: Wir bezahlen keine Spielergehälter“, betont Owens Abteilungsleiter. Zwar sind die Teckstädter vom sofortigen Wiederaufstieg in die Württembergliga noch ein Stück weit entfernt, doch nach dem jüngsten 32:30-Erfolg bei der SG Lenningen beträgt das Polster auf den Tabellenzweiten Blaustein fünf Spiele vor Ende vier Punkte. „Es sieht gut aus“, urteilt Markus Brodbeck. „Wenn wir gegen Zizishausen zu Hause nachlegen, haben wir vier Matchbälle.“

Auch bei der zweiten Männermannschaft wird es beim TSV Owen eine Veränderung geben. Markus Noth­wang hört nach zwei Jahren auf. Ein Ersatz ist noch nicht in Sicht. Ebenfalls nach zwei Jahren wird Christoph Hoyler bei den Damen das Zepter abgeben. Beruf und Traineramt lassen sich nicht mehr vereinbaren. Hier kann der Verein bereits einen Nachfolger präsentieren: Mit Dieter Deeg kommt ein alter Bekannter im Handballbezirk nach Owen.