Lokalsport

Der TTC nimmt zweiten Anlauf auf den Titel

"Das Geheimnis des Erfolgs liegt in der Beständigkeit des Zieles." Das Bonmot des britischen Schriftstellers Benjamin Disraeli könnte programmatisch für die Mannschaftspolitik des TTC Frickenhausen stehen. Lediglich der 18-jährige Marc Duran, der im letzten Jahr in der 2. Mannschaft des Täles-Clubs an der Platte stand, verstärkt in der neuen Bundesligasaison das Team von Trainer Jian Xin Qiu.

OLAF NÄGELE

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FRICKENHAUSEN "Wir haben die Neuzugänge der letzten Saison, Ma Wenge und Bojan Tokic, mit Zweijahresverträgen ausgestattet, auch um mehr Kontinuität in die Mannschaft zu bekommen", sagt TTC-Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann. Eine Rechnung, die im Großen und Ganzen aufging nur mit dem Titel hat es noch nicht geklappt. "Wir wollen auch in dieser Saison vorne mitspielen", gibt Manager Christoph Reuhl die Marschroute vor und bescheinigt den vier Akteuren, die in der letzten Saison Vize-Meister wurden, das Potenzial zur Steigerung.

Vor allem in der Rückrunde und in den Play-Off-Spielen haben Ma Wenge, Jens Lundquist, Torben Wosik und Bojan Tokic gezeigt, was sie als Team leisten können. Der Rekordmeister Düsseldorf wurde im Hinspiel des Halbfinales regelrecht vorgeführt und auch in den Endspielen fehlte nur das entscheidende Quäntchen Glück. Grund genug, auch in der neuen Saison hohe Ziele anzupeilen. "Unser Vorteil ist, dass wir eine Mannschaft besitzen, die zusammengewachsen ist und sich auch privat gut versteht", meint der Präsident, der jedoch auch um die Stärke der Konkurrenz weiß. "Die Ausgangssituation ist ähnlich wie im letzten Jahr. Es werden wieder sechs Mannschaften um die Play-Off-Plätze spielen." Jülich und die Aufsteiger Bremen, Tündern und Fulda rechnet Wohlhaupter-Hermann nicht zu den Favoriten. Dafür wird nach seiner Ansicht Grenzau zum Kreis der Titelfavoriten stoßen. Die Mannschaft hat sich mit Trinko Keen und dem Hongkong-Chinesen Cheung Yuk enorm verstärkt. Neben dem eigenen Abschneiden wird in Frickenhausen auch ein Blick auf den Bundesliga-Neuling Fulda geworfen. Dort spielt das TTC-Eigengewächs Jörg Schlichter auf Position drei. Manager Reuhl hat sich vorgenommen, den Youngster so oft es geht live zu beobachten. "Durch die Zeit in Fulda soll Jörg Bundesliga-Erfahrung sammeln." Ziel sei es, so der 37-Jährige, Schlichter in das eigene Team einzubauen.

Eine Neuerung, und zwar eine sehr offensichtliche, gibt es dennoch zu vermelden: Der langjährige Hauptsponsor Metabo hat bekanntlich sein Engagement gekündigt, obwohl es eine Absprache gab, derzufolge der Elektrogerätehersteller bis 2006 Vertragspartner bleiben sollte. Als Grund für den Ausstieg wird die gesamtwirtschaftliche Lage genannt. "Die Kündigung hat uns getroffen wie ein Keulenschlag", kann Präsident Wohlhaupter-Hermann seine Enttäuschung nicht verbergen. Vor allem die Kurzfristigkeit der Entscheidung machte dem 67-Jährigen zu schaffen.

Durch eine Abstandszahlung von Metabo und einen neuen Ausrüstervertrag ist die finanzielle Lücke für diese Saison zwar nicht allzu groß, doch um das Niveau künftig zu halten, muss ein neuer Trikotsponsor her. Bis dieser gefunden ist, werde eben "schwäbisch gehaushaltet", meint Manager Reuhl. Einschnitte in den Spielbetrieb erwartet Reuhl nicht. "Beim TTC bleibt der Anspruch bestehen, ganz oben mitzuspielen. Und wir tun alles dafür, um die Mittel dafür zu beschaffen." Der vielbeschäftigte Manager steckt derzeit in Verhandlungen mit einem TV-Sender, der an den Übertragungsrechten der gesamten Bundesliga Interesse zeigt. "Vielleicht erleichtert es unsere Sponsorensuche, wenn wir Übertragungszeiten im TV anbieten können."

Am Sonntag tritt die Mannschaft beim Bundesliga-Neuling TSV Schwalbe Tündern in Hameln an. "Hier ist ein Sieg Pflicht", betont Trainer Qiu. "Einen Fehlstart wie in der letzten Saison gegen Jülich darf es nicht geben." Im Unterschied zum vorigen Jahr geht Torben Wosik ohne Verletzung in die Saison und Bojan Tokic, damals noch ohne Bundesliga-Erfahrung, ist sich inzwischen seiner Qualitäten bewusst. In einem Punkt hat der Bundesliga-Neuling jedoch die Nase vorn: Tündern konnte mit dem Reiseveranstalter TUI einen neuen Hauptsponsor gewinnen.

Für den Aufbau einer Mannschaft, die in dieser Saison um den Einzug in die Play-Offs kämpfen könnte, hat es jedoch nicht gereicht. Als einziger Neuzugang wurde Stefan Feth verpflichtet, der bislang bei Grenzau an Position fünf spielte. Er bildet mit Hongyu Chen, der bereits in Würzburg und in Plüderhausen an den Platten stand, das vordere Paarkreuz. Auf der 3 lauert Jugend-Europameister Dimitrij Ovtcharov auf seine Chance. Komplettiert wird das Quartett vom Slowaken Michal Bardon.