Lokalsport

Der Weg zum Titel führt über Lenningen

Wenn es in dieser Saison noch eines Nachweises der spielerischen Reife der SG Lenningen bedurfte, am Samstagabend wurde dieser erbracht. Beim 29:22 (18:12)- Sieg gegen die HSG Oberer Neckar unterstrich die Hahn-Sieben ihre Anwartschaft auf den Titel.

LENNINGEN Da zollte selbst Tribünengast Christoph Hoyler vom TSV Owen Lob: "Ich weiß nicht, welche Mannschaft der Liga Lenningen momentan schlagen kann." Der vorweihnachtliche Handball-Zauber, den die SG entfachte, hat Ursachen: Was Trainer Hans Hahn an Ideen, Motivation und Führungsqualitäten einbringt, beflügelt die gesamte Mannschaft zu brillanter Spielkunst. Der Seriensieger entwickelte sich damit von der grauen Maus der Liga zu einem ernsthaften Meisterschaftsanwärter.

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Dem HSG-Turbohandball (Ligakrösus mit 313 Toren) setzten die Gastgeber eine elastische Defensive entgegen. Gästetrainer Dieter Grauer stöhnte: "Wir haben so viele technische Fehler gemacht wie in der gesamten Saison nicht." Dabei übersah er, dass ihm der Spielablauf von Lenningen diktiert wurde. Nur zweimal, beim 1:0 und 2:1 lag die HSG vorne. Nach dem 5:4 nach elf Minuten, Jochen Leitners ansatzlos geworfener Ball schlug oben rechts ein, übernahm Lenningen die Regie. Nach dem 6:4 durch Steffen Kazmaier glänzte SG-Torhüter Sven Lamparter mit drei gehaltenen Würfen in Folge.

Ab jetzt spielten die Gastgeber Traumhandball und katapultierten sich nach Würfen von Christoph Wiesinger und Marc Segeritz mit 14:7 in Führung. Wie schnell auch reifere Jahrgänge sein können, demonstrierte Jochen Renz, als er ein Anspiel abfing und das Sprintduell gegen zwei HSG-Spieler erfolgreich abschloss.

Gelegentlich blitzte auch die Spielkunst der Gäste auf. Andreas Schön machte mit Einzelaktionen deutlich, warum die HSG Oberer Neckar den erfolgreichsten Angriff hat. Doch seine und Tim Wagners Radien wurden von der konzentrierten SG-Deckung eingeschränkt. Dagegen konnte die Abwehr der Gäste den schnellen Antritten von Wiesinger und Segeritz nicht folgen. Von links kommend, erreichte Wiesinger mehrmals Gipfelhöhe in der Rückraummitte und jagte den Ball ins Netz. Zurück blieben ratlose Gäste. Den Lenninger Schlusspunkt in der ersten Hälfte setzte Jochen Renz, der nach einem Traumpass von Jens Kirschmann das 18:11 markierte. Eine Zeitstrafe für Jochen Leitner in der Schlussminute nutzte Michael Hoffmann zum12:18.

Mit diesem Polster ging der Tabellenführer in der zweiten Hälfte sehr klug um. Nach dem Angriffs-Fortissimo der ersten Halbzeit ging Lenningen ab der 45. Minute in ein getrageners piano über. Einen Vorsprung zu verwalten auch dies zeichnet eine gereifte Mannschaft aus. Steffen Kazmaier verteilte klug die Bälle und aus der Distanz fanden Segeritz und Wiesinger immer wieder die Lücke zum Tor. Während der eingewechselte Gästetorhüter Andreas Dalferth streckenweise ratlos wirkte, erntete Jörg Tombrägel, der für den glänzenden Sven Lamparter ins Spiel kam, Sonderapplaus, als er einen Kempatrick von Christian Krautberger um den Pfosten lenkte.

Da war Lenningen beim Stand von 27:20 in der 55. Minute schon längst auf der Zielgeraden unterwegs. Doch die HSG zeigte bis zuletzt die Zähne. Benedikt Rapp stahl sich am Kreis davon und Sherief Sabeth verkürzte auf 22:27 bevor Jens Kirschmann ein feines Kreisanspiel von Segeritz zum 28:22 ins Netz setzte. Den Schlusspunkt setzte Hagen Braunwarth in typischer Manier: Mit einem Sprungwurf aus dem Stand zum 29:22-Schlusstreffer.

SG-Trainer Hans Hahn blieb nach der Klasseleistung auf dem Teppich: "Ich werde meinen Spielern ein Weihnachts-Briefing mitgeben, damit wir das Niveau in der Rückrunde halten können

döl

SG Lenningen:

S. Lamparter, Tombrägel: Segeritz (7), Wiesinger (7), Renz (4/1), Kazmaier (3/2), J. Lamparter (2), Leitner (2), Kirschmann (2), Braunwarth (2), Baumann (n. e.), Schwohl (n. e.). Zuschauer:

380Schiedsrichter:

Grupp/Subas, Bezirk Staufen.