Lokalsport

Der Zweite schiebt Zwillinge ins Ziel

Panoramalauf Mit insgesamt 210 Teilnehmern hat die 25. Auflage der Zehn-Kilometer-Hatz durch den Notzinger Eichert ihren Ruf als gut besuchte Traditionsveranstaltung untermauert. Von Reimund Elbe

Los geht's: Die Teilnehmer des Panoramalaufs starten. Foto: Ralf Just

Der Notzinger Panoramalauf ist und bleibt eine Veranstaltung mit ganz besonderer Aussicht und Schwitzgarantie. Ein Jahr nach drückender Schwüle am Veranstaltungstag zeigte das Thermometer am Samstag im Eichert beim Start des Hauptlauf exakt 31 Grad. Leichter Wind machte die Angelegenheit für Läufer und Zuschauer zumindest etwas erträglicher.

Der Wärme musste bei der 25. Auflage jedenfalls unter anderem Vorjahressieger Robin Kübler Tribut zollen. Nachdem der Kirchheimer nach der ersten von zwei Runden noch der dreiköpfigen Spitzengruppe angehört hatte, stieg er in Runde zwei unvermittelt aus.

Das Jubiläumsrennen produzierte nicht nur diese Geschichte. Matthias Koch (Tübingen) und Dennis Deuringer lieferten sich nach Küblers Aus ein interessantes Duell um den Gesamtsieg, das Koch mit knapp 80 Meter Vorsprung in 37,40 Minuten für sich entschied. Deuringer nahm den verpassten Sieg locker, schnappte sich sogar kurz vor dem Ziel von seiner Frau den Kinderwagen und schob seine elf Monate alten Zwillinge mit über die Ziellinie. Die Spaßeinlage wurden vom sowieso beifallsfreudigen Publikum mit Sonderapplaus quittiert.

Gewinner Koch hatte sich erst zwei Stunden vor dem Start für das Antreten entschieden. „Nach einer Leistenoperation wollte ich sehen, wie gut es aktuell geht“, sagte der 55-Jährige, dessen Vater Walter Koch vor rund 30 Jahren zu den besten Senioren-Marathonläufern der Welt gehörte. Das Rennen sei jedenfalls wegen der Hitze „schon hart“ gewesen, befand Koch junior.

Kinderwagen-Anschieber Dennis Deuringer („eine schöne Strecke“) kassierte unterdessen die Glückwünsche zum zweiten Platz von seiner Frau, die anschließend das Gefährt mit den beiden lachenden Kleinkindern aus der Läufer-Einflugschneise hinter das Sportplatzgeländer in Sicherheit beförderte.

Grund zum Strahlen gab es auch für Jürgen Lutz vom Aktionskreis für Menschen mit und ohne Behinderung (AKB). Alle Handicap-Sportlerinnen und Sportler, elf vom AKB und neun von der Behindertenförderung Linsenhofen, kamen ins Ziel. Sie absolvierten eine 2,8 Kilometer-Runde. „Die Freude bei allen ist groß“, sagte Lutz, was die Bilder im Zielbereich eindrucksvoll bewiesen. Viele der gehandicapten Sportler genossen sichtlich den Beifall, strahlten, jubelten, fühlten sich inmitten der ankommenden Finisher pudelwohl.

Streckenrekord bei den Frauen

Nur ein Jahr hielt derweil der Frauen-Rekord auf der zehn Kilometer-Strecke. Sandra Lermer verbesserte die im vergangene Jahr von Silke Roßkopf aufgestellte Bestmarke (43,03) deutlich um rund zwei Minuten.

Hauptlauf und AKB-Lauf bildet am späten Samstagnachmittag traditionsgemäß den Abschluss der sportlichen Aktivitäten im Eichert. Für den Auftakt hatten am frühen Nachmittag wie immer die Schulstaffeln und der Kinderlauf gesorgt. Die Teilnehmerzahlen zeigten sich gegenüber den vergangenen Jahr rückläufig. Besonders heftig fiel dabei das Minus im Kinderlauf von 56 Startern im vergangenen Jahr auf 32 in diesem aus. Am Hauptlauf standen 68 Läuferinnen und Läufer am Start, beim AKB-Lauf deren 20, beim Schul-Staffelwettbewerb nahmen 90 Kids teil. Macht in der Summe 210 Teilnehmer. Trotz der Werte zeigte sich Mitorganisator Wolfgang Gross nicht unzufrieden. „Wir hatten auch bei unserem Jubiläumslauf eine familiäre Atmosphäre, dies ist immer unser erstes Ziel“, sagte er.

Vorsitzender hält Stellvertreter in Schach

Die Vereinsspitze des TSV Notzingen lief beim Panoramalauf nicht nur mit, sondern lange Zeit auch fast Brust an Brust. Der TSVN-Vorsitzende Alexander Kiltz und dessen Stellvertreter Wolfgang Gross absolvierten den Zehn-Kilometer-Parcours als Spaßduell. Nach der ersten Runde lag Groß noch knapp vorn, am Ende Kiltz um wenige Meter. Etwas mehr als 56 Minuten benötigten die sportlichen Funktionäre für das Rennen, kassierten im Ziel Sonderapplaus von den rund 100 Zuschauern - unter ihnen Bürgermeister Sven Haumacher - und reichlich Zuspruch von Streckensprecher Robert Gross („sensationell die beiden“).

Wolfgang Gross, Panoramalauf-Mitorganisator, trat kurz nach seinem 50. Geburtstag übrigens mit der Startnummer 50 an. Mit der anvisierten Endzeit von 50 Minuten wurde es angesichts der Wärme freilich nichts.rei

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