Lokalsport

Derby-Duellanten präsentieren sich wie Absteiger

Die 450 Zuschauer beim Verbandsliga-Derby zwischen dem VfL Kirchheim und dem FC Frickenhausen sahen zwar eine Partie auf schwachem spielerischem Niveau. Über mangelnde Unterhaltung brauchte sich dennoch niemand zu beklagen.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Dass der Puls der Fans am Samstag immer wieder in die Höhe schoss, war weniger auf fußballerische Geniestreiche auf dem hoppeligen Geläuf an der Jesinger Allee zurückzuführen, sondern auf viele haarsträubende Aktionen auf beiden Seiten. Konzentrationsmängel, Probleme mit der Ballannahme und Fehleinschätzungen im Spielaufbau bescherten fast aus dem Nichts Gelegenheiten und dem Publikum aufregende Szenen.

Turbulent ging es allerdings nicht nur im FC-Strafraum zu. Auch die hochgelobte Kirchheimer Deckung zuletzt 230 Minuten ohne Gegentor in der Liga kam immer wieder in die Bredouille. Dabei hatte die Partie so begonnen wie es sich Kirchheimer Spieler und Fans vorgestellt hatten. Der Tabellenletzte schien die Punkte auf dem Silbertablett servieren zu wollen. Der Gast begann so harmlos, dass es spätestens nach dem frühen 1:0 des grippegeschwächten Coskun Isci nach einer ähnlich klaren Angelegenheit für den VfL aussah, wie schon zwei Wochen zuvor beim 4:0 über den TSV Schönaich.

Es kam anders. Vor allem deshalb, weil es den Kirchheimern nach der Führung nicht gelang, das Spiel zu diktieren. Im Gegenteil. Nach einer halben Stunde nahm der Verbandsliga-Neuling das Heft in die Hand. Den Kirchheimern fehlten an diesem sonnigen, aber kühlen Samstagnachmitag die Mittel, um das Schlusslicht in die Schranken zu weisen. Sicher: Zwei Topchancen vergab der VfL noch vor der Pause durch Marcel Klon (18.) und Fabio Morisco, der in der 38. Minute ein Missverständnis zwischen FCF-Abwehrspieler Mayer und Keeper Vangöl nicht nutzen konnte. Dies täuschte allerdings nicht über die zunehmenden Probleme des VfL auf dem Platz hinweg.

Einmal ging der Kelch noch am VfL vorbei: Die Attacke von Rentschler an Karatailidis kurz nach dem Wechsel wertete Schiedsrichter Dürr als nicht elfmeterwürdig. Als dann aber auf der rechten Defensivseite der bereits angeschlagen ins Spiel gegangene Guido Fuchs mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt wurde, fiel just über diese Seite der Ausgleichstreffer. Ausgerechnet Ex-VfL-Angreifer Antonio Portale verwertete die maßgerechte Flanke per Kopf (65.). Zwar traf der eingewechselte Antonio Singh anschließend mit einem Linksschuss ins lange Eck zum 2:1 (75.), doch der VfL war auch diesmal nicht in der Lage, diese Führung zu verteidigen, geschweige denn auszubauen.

Auch das 2:2 war ein Treffer mit Ansage: Nach einem Blackout von VfL-Keeper Gühring, der an der Strafraumgrenze Michael Dast den Ball vor die Füße spielte, den folgenden Schuss jedoch glänzend parierte, folgte kurz danach der zweite kapitale Fehler eines Kirchheimers. VfL-Abwehrspieler Christopher Eisenhardt ermöglichte durch einen Stellungsfehler Dast die zweite Topchance. Diesmal ließ sich der das Geschenk nicht entgehen und überwand den VfL-Keeper per platziertem Flachschuss. Am Ende stand für beide Teams die Erkenntnis: In dieser Verfassung wird's wohl nichts mit dem Klassenerhalt, der von beiden Clubs als oberstes Ziel ausgegeben wurde. Und der VfL musste erkennen, dass er sogar gegen das Schlusslicht an Grenzen gestoßen ist.

VfL Kirchheim:

Gühring - Fuchs (60. Dashi), Eisenhardt, Rentschler, Siopidis - Baumer, Grimm, Polat, Isci - Morisco, Klon (54. Singh).FC Frickenhausen:

Vangöl - Musiol, Laskowski, Mayer, Jankofsky - S. Bader, Kaisner, Lude (36. J.Bader), Karatailidis (54. Dast) - Uysal (77. Schmid), Portale. Tore:

1:0 (14.) Isci, 1:1 (65.) Portale, 2:1 (75.) Singh, 2:2 (84.) Dast..Gelbe Karten:

Grimm, Polat, Dashi, Singh - Musiol, Laskowski, Mayer, S. Bader, Portale.Gelb-Rot:

Isci (88.).Zuschauer:

450 (355 zahlende).Schiedsrichter:

Dürr (Schwäbisch Gmünd).