Lokalsport

DFBnet und Eingabezwang als Reizthemen

Die Saison 2004/2005 war für die Jugendfußballer des Bezirks Neckar-Fils eine der schwierigsten der letzten Jahre. Unzählige Spielausfälle hätten den Terminplan gehörig durcheinander gewirbelt, wurde beim Staffeltag der Bezirks- und Leistungsstaffeln in Eislingen bilanziert.

EISLINGEN Bezirksjugendleiter Hans-Peter Nickel musste in der vergangenen Spielzeit sogar Sondersitzungen einberufen, um das Chaos zu entwirren. "Ich konnte mir nicht vorstellen, gleich in meinem ersten Jahr so eingetunkt zu werden", gestand er. Zusammen mit den Jugendstaffelleitern und den Vereinen sei die Runde aber glänzend gemeistert worden.

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Die Staffelleiter Werner Böhringer, Manfred Kugel, Georg Baumeister und Heinz Augustin hatten viel Arbeit in der abgelaufenen Runde. In der A-Junioren-Bezirksstaffel beispielsweise fiel ein Drittel aller Spiele wegen der Wetterkapriolen und des Streiks innerhalb des Württembergischen Fußball-Verbandes (WFV) am 5. Dezember aus. Weil die Nachholtermine ausgingen, musste unter der Woche jede kleine Lücke genutzt werden, um zu spielen. Manches Team musste am Ende sogar dreimal in einer Woche ran. Trotz aller Erschwernisse wurde die Spielzeit 2004/2005 aber termingerecht bewältigt, weshalb die Jugendstaffelleiter im Vereinsheim des FC Eislingen an die Vereinsvertreter ein dickes Lob richteten. Die Zusammenarbeit klappte hervorragend, sodass "dieses dramatische Jahr" (Bezirksvorsitzender Karl Wieland) letztendlich zur Zufriedenheit aller beendet werden konnte.

Was nicht nur den Staffelleitern, sondern auch den Bezirksverantwortlichen bitter aufstößt, sind zahlreiche Spielverlegungen. In der D-Junioren-Bezirksstaffel beantragten die Vereine bei 21 von 30 Begegnungen eine Verlegung. "Das ist viel zu viel", wetterte Werner Böhringer und appellierte an alle, sich an die Terminlisten zu halten.

Auch die Fülle an Straffällen erschreckte. Das rührt einmal daher, dass viele Vereine für Turniere melden im Bezirk finden jährlich etwa 600 Jugendturniere statt , dann aber nicht antreten. Zum anderen sind die unzähligen verbalen Entgleisungen auffallend. "Bis hinunter zu den D-Junioren", schimpfte Nickel und mahnte die Vereinsvertreter, dringend in solchen Fällen einzuschreiten. Jürgen Schwöbel von der Schiedsrichtergruppe Göppingen forderte alle Beteiligten auf, sich gegenseitig Fehler zuzugestehen: Dann werde das Verhältnis zwischen Vereinen, Spielern und Unparteiischen besser.

Dass die Vereine mit der Arbeit der Staffelleiter zufrieden waren, dokumentierte die einstimmige Entlastung und die Wiederwahl des Quartetts (bei einer Enthaltung).

Im WFV wird seit geraumer Zeit ein neues Spielmodell bei den D-Junioren diskutiert: Neun gegen neun heißt die neue Formel, die in drei Bezirken in Pilotprojekten bereits getestet wird. Nickel beklagte zu wenig Vorabinformationen seitens des Verbandes. Weil er in der Kürze der Zeit nicht alle Vereine nach ihrer Meinung abfragen konnte, hat er zunächst einmal nein gesagt.

Bisher durften nur bis zu den B-Junioren vier Spieler flexibel aus- und eingewechselt werden, ab der neuen Saison darf man dies auch bei den A-Junioren, allerdings nur auf Bezirksebene. Weitere Neuerung: B-Juniorinnen des ältesten Jahrgangs dürfen bei den Frauen nun nicht mehr nur in ersten, sondern auch bei zweiten und dritten aktiven Mannschaften eingesetzt werden. Für große Verstimmung unter den Vereinsvertretern sorgte ein Beschluss, der bereits beim letzten Verbandstag gefällt wurde: die Ergebnis-eingabe im DFBnet. Ab der kommenden Saison sind alle Vereine verpflichtet, bis hinunter zu den E-Junioren sämtliche Resultate bis spätestens 18 Uhr oder aber, bei Spielbeginn nach 18 Uhr, eine Stunde nach Spielende ins Netz zu stellen. Säumige werden sofort zur Kasse gebeten. Pro fehlendes Ergebnis werden dann 16 Euro fällig.

Mit dem Anerkennungspreis für gute Jugendarbeit zeichnete Nickel den TSV Neckartailfingen, den VfB Neuffen und bereits zum 21. Mal den FV Plochingen aus.

nz