Lokalsport

Die dritte Absagewelle in Folge rückt näher

Kaum ist die Absagenflut vom vergangenen Wochenende von den Fußballfans ver-schmerzt, droht schon die nächste Totalabsage: Schnee, Eis und einsetzendes Tauwetter lassen für den kommenden Sonntag erneut jede Menge Spielausfälle befürchten.

THOMAS PFEIFFER

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KIRCHHEIM Wohin man derzeit auch blickt: Schnee allerorten. Was des Skifahrers Freud, ist Karl Wielands Leid: Mit jedem Zentimeter Neuschnee wuchs zuletzt die Gefahr, dass komplette Wochenend-Spieltage buchstäblich auf Eis gelegt werden mussten. Zweimal war das zuletzt so. "Langsam wird die Situation prekär", klagte der Vorsitzende des Bezirks Neckar/Fils über die derzeit herrschende fußball-"feindliche" Großwetterlage, die im Frühjahr zahllose Englische Wochen mit einer Flut von Nachholspielen auslösen wird.

Wieland zur bisherigen Ausfallquote im Bezirk: "So schlimm wie seit Jahren nicht mehr".

Jetzt, mit dem einsetzenden Tauwetter, droht eine nochmalige Verschärfung der Situation: Nach den Zustandsbeschreibungen der heimischen Sportplätze von gestern wird die dritte Generalabsage in Folge immer wahrscheinlicher. Ob Bezirksliga, ob Kreisliga A, ob Kreisliga B den Ligen droht nochmals der große Stillstand.

Immerhin: Beim Bezirksligisten TSV Jesingen, der am Sonntag gegen den SV Göppingen spielen soll, hegten sie gestern noch ein leises Fünkchen Hoffnung auf 90 Minuten Fußball. "Mit etwa 20 Leuten könnten wir den Platz vom Schnee befreien", erklärte TSV-Abteilungsleiter Steffen "Bomber" Mauz. Denn seine Jesinger stehen unter Zugzwang: Ein weiteres Nachholspiel können sie angesichts des bereits belegten Ostermontags ("da wird unser Bezirkspokalspiel nachgeholt") nur schwer verkraften. Doch was, wenn das gefrorene Lehenäcker-Terrain bei steigenden Temperaturen bis zum Wochenende auftaut und danach zur Matsch-Wiese wird? Angesichts des unberechenbaren Wetters bleibt Mauz Realist: "Die Chance, dass wir am Sonntag wirklich spielen werden, ist eher gering."

Was sinngemäß auch die Weilheimer sagen. Ein termingerechter Anpfiff ihres Heimspiels gegen den AC Catania hängt genau wie anderswo in der Kreisliga A momentan am seidenen Faden. "Derzeit kann man bei uns wirklich nicht spielen", sagte Günther Friess, der Sportliche Leiter des TSVW. Angesichts der schwankenden Temperaturen ("nachts gefriert es, tagsüber taut's") sieht der Mann kaum eine Chance auf Austragung der Partie: "Auf dem Schnee rollt der Ball überhaupt nicht. An Fußball jedenfalls ist nicht zu denken." Zuletzt konnten die Weilheimer nicht mal mehr Testspiele bestreiten. "Alle vier für die Winterpause geplanten Spiele sind witterungsbedingt ausgefallen."

Eine Spielklasse tiefer ist man über die Hartnäckigkeit des Winters 2004/05, der jedem Club Termin- und Personalprobleme beschert, auch nicht gerade beglückt. "Die Chance, dass unsere Mannschaft am Sonntag spielplangemäß gegen die SGEH-Zweite antreten kann, liegt höchstens bei zehn Prozent", erklärte Ötlingens Abteilungsleiter Karsten Wehse mit Blick aufs Rübholz-Sportgelände, das noch einer Schneelandschaft gleicht. Hoffnung, dass sich die weiße Pracht rasch "verziehen" könnte, ohne den Untergrund gänzlich unbespielbar zu machen, hegt Wehse nicht. "Es sei denn, die Tagestemperatur steigt über Nacht auf 20 Grad und der Platz trocknet danach schnell ab."

Galgenhumor nennt man so etwas . . .