Lokalsport

Die "FuZo" wird zur Umleitungsstrecke

Mehr Tempo, bessere Einblicke und eine Streckenführung, die sich wie ein Längsschnitt durch das Herz der Innenstadt zieht Bei der Neuauflage des Radrennens auf dem Kirchheimer Alleenring steht schon lange vor Bekanntgabe zugkräftiger Namen ein Gewinner fest: Für den Zuschauer wird das Radspektakel am 12. Juni attraktiver denn je.

BERND KÖBLE

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KIRCHHEIM Steffen Wesemann, Kai Hundertmarck, Ronny Scholz oder die Fumic-Brüder, sie alle waren in der Vergangenheit Publikumsmagneten beim Radrennen auf dem Kirchheimer Alleenring. Ein Starterfeld mit ähnlich klangvollen Namen kann Veranstalter Johannes Dornhofer zur Stunde zwar noch nicht aufbieten. Die Saison ist gerade erst ausgeklungen und das Gros der Fahrer feilt erst in der Winterpause am Rennkalender fürs kommende Jahr. Doch eines steht schon jetzt fest: Die Profis werden auch 2005 im Hauptfeld in der Mehrheit sein, verspricht Dornhofer, der zum vierten Mal die Strippen zieht.

Von dieser Quote wird auch abhängen, ob das Kirchheimer Radsportereignis die Anerkennung des Weltverbands UCI als internationales Rundstreckenrennen findet. Haben die Profis dort die Chance, wichtige Weltcuppunkte einzuheimsen, steigt auch der Wert der Kirchheimer Aktie an der Fahrerbörse. "Unser Ziel wird ein international besetztes Feld sein", sagt Dornhofer, der auf zugkräftige Teams wie Gerolsteiner oder T-Mobile setzt. Der ehemalige Kirchheimer, der seinen Arbeits- und Wohnsitz inzwischen nach Pähl am Ammersee verlegt hat, sieht die Teckstadt auf dem besten Weg, zur festen Größe im nationalen Rennzirkus zu werden. Dies bedarf freilich nicht nur einer Stange Geld, sondern auch tatkräftiger Unterstützung aller Beteiligter.

"Der Etat für 2005 steht", kann Dornhofer die wohl wichtigste Frage zu den Akten legen. Mit der Kreissparkasse als Titelsponsor sowie den Hauptsponsoren Möbel König, Russ Claus Jesinger und Schwabenmobil im Gefolge verfügt der Veranstalter über ein ähnliches Budget wie im vergangenen Jahr. Gemeinsam mit dem RKV Kirchheim als gastgebendem Verein kann Dornhofer auch auf die Gunst der Stadt zählen, die das frühsommerliche Spektakel als willkommenen weil aufwandsneutralen Beitrag zum Stadtmarketing verbucht und sich nicht nur deshalb aufgeschlossen zeigt. Schließlich macht Kirchheims Verwaltungschefin Angelika Matt-Heidecker aus ihrer Sympathie für den Radsport keinen Hehl und mit Günter Riemer zieht demnächst kein Geringerer als der Präsident des Württembergischen Radsportverbands als Erster Beigeordneter ins Rathaus ein.

Der Rahmen also passt. Damit auch die Kulisse stimmt, hat Dornhofer und seine Firma Sport Event Coaching (SEC) bei der Festlegung des Streckenplans aus der Not eine Tugend gemacht: Weil im Juni die Bauarbeiten am Schweinemarkt in vollem Gange sind, müssen die Radfahrer weichen. Statt der Tempojagd über Teckstraße, Schlierbacher Straße und Schweinemarkt wie noch im vergangenen Jahr, wird das Peloton bereits beim Alten Haus in die Marktstraße einbiegen und damit auch das Filetstück der Fußgängerzone bis hinunter zum Rathaus in den Kurs mit einbeziehen. Davon verspricht sich der Veranstalter zweierlei: Mehr Tempo und bessere Ausblicke für die Zuschauer. Für die gilt: Mittendrin statt außen vor.

Neben dem "Bären", seit jeher einer der Brennpunkte entlang der Strecke, könnte künftig auch das "Wachthaus" als zusätzliche Versorgungsinsel dienen. Durch den Wegfall der heiklen Rathauskurve wird das Rennen im Bereich der Fußgängerzone auf jeden Fall schneller und damit wohl auch insgesamt spannender. "Dadurch haben erstmals auch Ausreißer eine Chance", ist sich Dornhofer sicher. Statt des gekappten Ostteils des Kurses gibt es bei der Radlerhatz 2005 im Westen viel Neues: Nach einem Ausflug über Schülestraße, Kolbstraße und Jahnstraße kehrt das Fahrerfeld zurück auf den Alleenring. Die Schleife ums Quartier zwischen Sporthalle Stadtmitte und Pädagogischem Fachseminar verkürzt den 1,6 Kilometer langen Rundkurs nur geringfügig: 100 Meter haben die Fahrer pro Runde weniger zu absolvieren als im Vorjahr.

Neben dem sportlichen Teil, den schon wie in den Vorjahren eine Hobbyfahrer- und Jugendkonkurrenz komplettieren wird, ist am Rande der Strecke Kurzweil geboten. Dafür sollen neben dem RKV auch die angrenzenden Gastronomen in der Kernstadt sorgen. Die Max-Eyth-Straße wird erneut zur Expomeile, die dem Veranstalter zufolge immer mehr Sponsoren als Chance begreifen, sich dem Publikum zu präsentieren. Der Große Preis der Kreissparkasse, das soll nach dem Willen Dornhofers mehr als nur ein Radrennen sein. "Ein Event mit Unterhaltungscharakter", sagt er und der Erfolg gibt ihm recht. Mehr als 10 000 Zuschauer säumten im vergangenen Jahr die Strecke. Dornhofer: "Das geht nicht allein mit Blasmusik und Roter Wurst."