Lokalsport

Die Gelben tief in der Krise

Die Württembergliga-Handballer des TSV Owen haben bei der 21:27 (9:10)-Heimniederlage gegen den VfL Sindelfingen nicht nur zwei mögliche Punkte verloren, sondern auch Rechtsaußen Simon Wager mit einer schweren Knieverletzung.

Anzeige

Owen. Die Mannschaft von Spielertrainer Markus Brodbeck startete sehr engagiert mit zwei Treffern in die Partie gegen die Gäste aus Sindelfingen. Der VfL musste bereits in der zweiten Spielminute nach einem rüden Foul an Sascha Meissner die erste Zeitstrafe hinnehmen. Doch anstatt in Überzahl weiter an Sicherheit zu gewinnen, zeigten sich die Gelbhemden plötzlich orientierungslos. Zweimal konnte Sindelfingen in Un­terzahl einen Angriff erfolgreich ab­schließen und zum 2:2 ausgleichen. Owen präsentierte sich wie schon in den ersten Saisonspielen vor allem im Überzahlspiel konzept- und kopflos.

Sindelfingens zwölffacher Torschütze Sebastian Zeise sorgte mit zwei Treffern in Folge für die erste Führung der Gäste. Auf Owener Seite blieb vieles nur Stückwerk. Dass man bereits nach 17 Minuten nicht schon hoffnungslos in Rückstand lag, war einzig der aufopferungsvollen Abwehrarbeit vor einem überragend hal­tenden Markus Brodbeck zu verdanken. Beim Zwischenstand von 4:9 gelang Heiko Hoyler ein wichtiger Ballgewinn mit anschließendem Torerfolg. Als kurz darauf Bastian Klett mit einem Gewaltwurf das 6:9 erzielte keimte wieder Hoffnung auf.

Nun verzettelte sich auch Sindelfingen. Was dennoch auf das Owener Tor kam, war sichere Beute von Brodbeck. Das keineswegs hochklassige Spiel lebte vor allem von der Spannung. Beide Mannschaften waren vor allem in der Defensive gut postiert. Nach dem Treffer zum 7:9 von Raphael Schmid war die Partie endgültig wieder offen. Sindelfingen erhöhte zwar durch Zeise erneut auf 10:7, doch dies bedeutete den letzten Treffer der Gäste vor der Halbzeit. Dass in den letzten Minuten vor der Halbzeit die Wende ausblieb, lag am schwachen Angriffsspiel der Teckstädter. Nach Treffern von Jörn Lehmann und Heiko Hoyler reichte es lediglich zum 9:10-Anschlusstreffer. Was dann in der Kabine im Owener Trainergespann vorging, wird vermutlich eine Geheimnis bleiben. Trotz Brodbecks Quote von 70 Prozent gehaltener Bälle entschieden sich beide Trainer für einen Torwartwechsel. Zwar machte der eingewechselte Bastian Reckziegel keine schlechte Figur, doch stand die Abwehr der Teckstädter jetzt nicht mehr sattelfest. Obwohl die Hausherren nach einem Doppelpack von Hoyler und Klett wieder in Führung gingen, folgte eine erneute Schwächephase. Ohne zu überzeugen nutzte Sindelfingen die Gunst der Stunde. Über 12:13 zogen die Gäste auf 14:17 davon. Owen übertraf sich in dieser Phase im Auslassen bester Torchancen.

Dann die spielentscheidende Situation: Owen gelang durch Raphael Schmid das 16:19 in zweifacher Überzahl, und nach einem anschließenden Ballgewinn bestand gar die Möglichkeit zum 17:19. Doch erneut scheiterten die Teckstädter nach schwachem Überzahlspiel am Gästekeeper. Stattdessen nutzte Jan-Eric Bälz per Tempogegenstoß seine Chance zum 16:20. Insgesamt fast 15 Minuten agierten die Teckstädter während der Partie in Überzahl, ohne daraus Kapital zu schlagen. Sindelfingen zog bis auf 18:25 davon und hatte die Punkte bereits nach 55 Spielminuten sicher in der Tasche.

Zu allem Überfluss kam es in den letzten Spielminuten zu einer verhängnisvollen Aktion: Rechtsaußen Simon Wager wurde bei einem Wurfversuch von einem Sindelfinger Spieler gestoßen und verdrehte sich bei der Landung das Knie. Erste Prognose: Das Kreuzband im linken Knie ist wohl geschädigt. Damit fällt bei den Gelbhemden nach Steffen Klett und Marius Schmid der nächste Leistungsträger aus. Hoffnung macht hingegen das Comeback von Janick Lehmann, der zwar nach vierwöchiger Pause noch nicht zum gewohnten Spiel fand, bei den kommenden Aufgaben in Albstadt und gegen Pfullingen jedoch wieder voll einsetzbar sein wird. jb

TSV Owen: Brodbeck, Reckziegel (31. – 44.) – Dunkel (1), Jörn Lehmann (1), Weiss (3), Hoyler (6/4), Schmid (1), Wager (1), Meissner (1), Klett (6/3), Hanssen (2), Janick Lehmann

VfL Sindelfingen: Zimmermann, Weihing – Schach (1), Bälz (3), Auer (2); Wohlrabe, Weihing (2/1), Bürgle (1), Schmid, Abel (2/1), Hoffmann (1), Maurer (2), Guse (1), Zeise (12)

Schiedsrichter: Jörn Hehl/Martin Sanwald (TV Rottenburg/TSV Leinfelden) leiteten sehr ordentlich.