Lokalsport

„Die haben einen Lauf“

REIMUND ELBE

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Notzingen. Die Notzinger werden übermorgen ganz besonders im Blickpunkt stehen. Nach dem völlig überraschenden Zwischenspurt mit Siegen über die Spitzenteams aus Deizisau (4:0) und FV 09 Nürtingen (4:1) haben es die Mannen von Trainer Ronald Witt nun mit dem einsamen Tabellenführer TSV Boll zu tun. Der TSV, der seit Kurzem das „Bad“ ganz offiziell im Vereinsnamen führt, benötigt wohl nur noch sechs oder sieben Punkte, um den größten Erfolg in der jüngeren Clubgeschichte perfekt zu machen – den Aufstieg in die Landesliga.

Bolls Trainer Manfred Weisl hat das aktuelle Formhoch der Notzinger längst zur Kenntnis genommen. „Die haben einen Lauf“, so der Erfolgscoach, „von unseren restlichen Aufgaben in dieser Saison ist es sicher eine der kniffligsten.“ Weisl erweist den Notzingern zumindest schon einmal seinen Dank. „Mit den Siegen über die Verfolger Deizisau und den FV 09 haben sie uns geholfen“, rekapituliert er. Die Heimpartie gegen den Tabellenzehnten TSVN verspricht spannend zu werden. Achten müssen die Gäste aus dem Eichert insbesondere auf „K. u. K“: Kölle und Kern haben mit zusammen 26 Saisontoren nahezu die Hälfte aller Boller Treffer in dieser Runde markiert. Im Hinspiel hatte der Spitzenreiter in Notzingen 2:1 gesiegt.

Hinter dem TSV Bad Boll machen sich noch fünf Teams realistische Hoffnungen auf Platz zwei. Der TSV Jesingen als Tabellendritter und selbst noch die SGEH drei Ränge dahinter gehören dazu. Die Jesinger mussten beim 1:1 vergangenen Sonntag in Grötzingen einen leichten Dämpfer hinnehmen. Morgen empfängt das Team des scheidenden Spielertrainers Marc Kaisner den SV Ebersbach. TSVJ-Fußball-Boß Steffen Mauz gibt die Richtung vor. „Für uns zählt nur ein Sieg, alles andere bringt uns im Kampf um Platz zwei nicht weiter“, so der Clubfunktionär. Das Team aus den Lehenäckern hat nur einen Punkt Rückstand auf den TSV Deizisau, der es auf heimischem Gelände mit dem TSV Raidwangen zu tun bekommt. Respekt vor dem Gegner hat Mauz freilich. „Eine spielstarke Mannschaft“, so sein Urteil, „das 4:1 aus dem Hinspiel täuscht, damals waren die Ebersbacher ein gleichwertiger Gegner.“ Der am besten platzierte Club aus der Teckregion geht jedenfalls ohne große personelle Sorgen in das Duell gegen den SVE.

Bei der SGEH jagt ein Highlight das andere. Nach dem Bezirkspokal gegen den TSV Bad Boll am gestrigen Abend tritt die Sportgemeinschaft übermorgen erneut im Hardtwaldstadion an. Gegner ist der (nach dem Rückzug des FC Nürtingen, der somit als erster Absteiger feststeht) neue Tabellenletzte SV 1845 Esslingen. SGEH-Spielertrainer Danell Stumpe ist natürlich nicht entgangen, dass sein Team nur noch sechs Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten TSV Deizisau hat. „Wir wollen in der Schlussphase der Saison einfach das Maximale herausholen“, so der Torjäger, „und schauen ganz einfach jede Woche neu auf die Tabelle.“ Die SGEH-Kicker können in der Tat völlig unbefangen in die letzten neun Partien der Saison gehen, denn die Abstiegsgefahr ist längst gebannt. Wieder an Bord ist der frühere Kapitän Florian Laderer nach überstandener Verletzung und abgeschlossenem Studium. Spielführer bleibt trotz Laderers Comeback der Ex-Frickenhausener Sven Musiol. „Das haben wir so abgemacht“, betont Stumpe.

Die weiteren Konkurrenten im Kampf um den Vizetitel haben ebenso Heimrecht. Der zuletzt enttäuschende Tabellenfünfte FV 09 Nürtingen empfängt die Wernauer SF, Ex-Oberligist SC Geislingen bekommt es mit dem abstiegsgefährdeten VfB Neuffen zu tun. Der TSV Grötzingen könnte sich derweil mit einem Sieg über den TSV RSK Esslingen der gröbsten Abstiegssorgen entledigen.