Lokalsport

"Die hatten vor dem Spiel die Hosen voll"

Es bleibt dabei: Die SG Lenningen kann gegen den TSV Heiningen einfach nicht gewinnen. Im Auftaktspiel der Handball-Verbandsliga gab's auswärts eine 23:33 (10:18)-Abfuhr.

HEININGEN In der Voralbhalle spielte sich vor allem in der ersten Halbzeit ein Schreckensszenario für die zahlreich angereisten SG-Fans ab. Die SG operierte praktisch aus dem Stand heraus und ließ jede Bewegung vermissen. Viel zu dicht wurde der Ball vor der TSV-Abwehr gespielt. Ohne Kreuzbewegung oder anspielbereites Einlaufen verpufften die Angriffe. Ein Leichtes für die "Staren", schnell umzuschalten und die SG-Abwehr vor unlösbare Probleme zu stellen. Bis zum 3:3 (11.) hielten die Gäste noch mit vor allem deshalb, weil Sven Lamparter glänzend parierte. Nicht auszuschalten war Thorsten Heinzelmann.

Anzeige

Mit Linkshänder Andreas Schaaf verstand er sich blindlings. Vom 6:4/14. setzte sich Heiningen auf 10:4/17. ab. Bruno Rieke nahm eine Auszeit. Seine Ansprache blieb ohne Erfolg. Im Gegenteil, die SG-Spieler, von allen guten Handballgeistern verlassen, überboten sich bei technischen Fehlern. Nichts ging mehr. Oder doch? Denn beim 17:7/26. und einer Lenninger Unterzahl traf Steffen Kazmaier zweimal 17:9. Kurz vor der Halbzeitpause gelang Jochen Leitner der 10:18-Anschlusstreffer. In der Halbzeitpause flüchtete sich ein SG-Fan in Sarkasmus: "Lieber so eine Klatsche als zehn Spiele mit einem Tor Unterschied verloren." Und nach der Pause deutete Lenningen kurz an, dass spielerisches Potenzial durchaus vorhanden ist. Plötzlich ging etwas und nach den Toren von Leitner, Austen, Kazmaier und Schwohl war die SG auf 14:18/35. herangekommen. Es war ein Strohfeuer.

Sofort zog Heiningen das Tempo wieder an. Heinzelmann und Linkshänder Fattler tanzten die SG-Abwehr aus. Egal, in welcher Formation diese spielte, sie kam zu spät. Und wenn dann die Bremse gezogen wurde, dann nur auf Kosten eines Strafwurfs. Auch da hatte der TSV einen Trumpf: Alexander Weber. Sechsmal war er von der Linie erfolgreich. Zwei, drei klare Chancen konnte Lenningen nicht verwerten. Die Resignation setzte sich dann in der Abwehr fort. Über ein 21:14/37. zogen die Gastgeber bis zum 26:18/44. weg. Die SG, ohne Spielkonzept, war im Schlussviertel nur noch ein Sparringspartner.

Von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde Sven Lamparter. Der eine oder andere Heinzelmann-Aufsetzer beulte sein Tornetz aus. Was besonders wehtat, wenn die SG ihre wenigen Chancen nicht nutzte und dann dafür im Gegenzug ein einfaches Tor kassierte. Fürs Lustenau-Spiel muss Lenningen weit mehr zeigen als Hau-Ruck-Handball. Trainer Bruno Rieke fand nach Spiel-ende keine Erklärung und rang sich nur einen knappen Kommentar ab: "Die haben schon vor dem Spiel die Hosen voll gehabt!"

döl

SG: S. Lamparter, Born; Kazmaier (6/1), Austen (5/1), Leitner (3), J. Lamparter (3), Renz (3/1), Schwohl (2), Braunwarth (1), J. Wiesinger, Brugger, Baumann, Kirschmann.Zuschauer: 100.Schiedsrichter: Traub/Zwick, Degmarn-Oedheim.