Lokalsport

Die Hoffnung ist zurückgekehrt

Fußballoberliga: VfL morgen in Kehl – Abwehrrecke Kauffmann verlängert um zwei Jahre

Ist das Tal der Tränen bereits durchschritten? Nach dem 1:0-Zittersieg über Denzlingen am vergangenen Sonntag gastiert Fußball-Oberligist VfL Kirchheim am morgigen Vatertag in Kehl – derweil hat sich die Stimmung an der Jesinger Allee etwas verbessert.

REIMUND ELBE

Kirchheim. „Wir müssen das Positive aus dem Spiel gegen Denzlingen mit nach Kehl nehmen, vielleicht gelingt uns ja noch ein Endspurt in dieser Saison“, äußerte sich VfL-Abwehrhüne Nico Kauffmann, der gestern übrigens seinen Vertrag bis 2012 verlängert hat, nach dem 1:0 über die Südbadener am vergangenen Sonntag. Allzu viele positive Erkenntnisse gab es in diesem Match außer dem Resultat für die Kirchheimer allerdings nicht.

Der Schwung der ersten Saisonhälfte, das blinde Verständnis auf dem Platz, der konsequente Zug zum Tor: All das fehlt seit Wochen. Interimstrainer Thomas Stumpp macht dafür auch das Fehlen von Maximilian Laible und Antonio Tunjic verantwortlich, die erfolgreichsten Torjäger im Kader. Keiner der Ersatzkandidaten wusste bislang restlos zu überzeugen, gut möglich, dass morgen mit Sabri Gürol (Torschütze zum 1:0 gegen Denzlingen) sogar nur eine Kirchheimer Spitze im Rheinstadion aufläuft. Von Beginn an werden Ferdi Er (zuletzt grippegeschwächt) und Marcel Hofbauer dabei sein.

An den letzten Auftritt in der deutsch-französischen Grenzstadt haben die VfL-Verantwortlichen keine guten Erinnerungen. Bei strömendem Regen kassierten die Kirchheimer im Herbst 2008 eine herbe 0:4-Klatsche. Es war das erste von nur drei Spielen mit Kurzzeittrainer Hans-Martin Kleitsch. Fußballerisch war der VfL damals völlig am Boden, erst mit der Verpflichtung von Rolf Baumann kam der beeindruckende Aufschwung. Doch auch das Kapitel Baumann ist bekanntlich bereits wieder beendet und für den VfL gilt es nur noch, die Runde ordentlich zu Ende zu spielen.

Immerhin hat der Sieg gegen Denzlingen, verbunden mit dem Ende der Negativserie von sieben Niederlagen in Serie, wieder den Blick nach vorne geöffnet: Platz vier realistischerweise noch drin für den aktuellen Tabellensechsten der Oberliga in dieser Saison. Der Viertplatzierte FV Illertissen hat nur einen Zähler mehr auf dem Konto (51) als die Teckstädter. Zur Erinnerung: In den vergangenen Saison belegte der VfL Platz zehn nach dem letzten Spieltag. Mit dem Auswärtsspiel in Kehl wird jedenfalls das Finale für die Kirchheimer eingeläutet. Es folgen noch zwei Heimpartien (Spielberg, Crailsheim) und ein Auswärtsmatch (Gmünd).

Der Kehler FV belegt derzeit Tabellenplatz neun und machte in der Vorrundenpartie an der Jesinger Allee keinen schlechten Eindruck. Beim 2:0-Sieg für den VfL trafen Antonio Tunjic und Emrah Polat, doch die Gäste wussten durch ein variables Angriffspiel zu gefallen. Ansonsten sind die Kehler so etwas wie der klassische Ligadurchschnitt: Sie sind im Mittelfeld platziert, haben ein ausgeglichenes Torverhältnis (40:40) und haben fast so viele Spiele verloren (12) wie gewonnen (13). Im heimischen Rheinstadion kassierten sie in dieser Runde vier Niederlagen. Ob morgen die fünfte hinzukommt? Wohl nur, wenn der VfL seine Probleme im Offensivspiel lösen kann.

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