Lokalsport

Die Kirchheimer Hoffnungen hielten nur 15 Minuten

15 Minuten durften die Kirchheim Knights beim ASC Mainz auf den ersten Sieg in der Aufstiegsrunde hoffen, dann setzten sich die in allen Belangen überlegenen Gastgeber souverän 87:70 durch. Damit ist der Traum von der zweiten Bundesliga für den VfL (einmal mehr) ausgeträumt.

MAINZ "Das ist für mich ganz klar die beste Mannschaft der Runde", zollte VfL-Coach Pasko Tomic dem Gegner ein großes Lob. "Sie haben ihre Vorteile unter dem Korb optimal genutzt, waren einfach cleverer als wir." Da konnte sein Kollege Dejan Kreglovic nur zustimmen: "Wir haben wegen unserer Rebound-Überlegenheit gewonnen. Aber diese Mannschaft ist noch sehr jung, sie kann noch viel besser spielen." Dies als Warnung an die Konkurrenz aus Treis-Karden und Rastatt-Rheinau alle drei Teams haben nun 4:2 Punkte und beginnen am kommenden Wochenende praktisch eine neue Runde, der VfL Kirchheim (0:6) spielt nur noch eine Rolle am Rande.

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Natürlich hatte man sich mehr ausgerechnet. Als am Samstag die Kunde vom 79:70-Sieg von Treis-Karden in Rastatt nach Kirchheim drang, war der erste Platz und der Aufstieg in die zweite Bundesliga plötzlich wieder aus eigener Kraft zu schaffen: Man hätte nur alle vier restlichen Spiele gewinnen müssen. Diese Hoffnung lebte bis zur 15. Minute. In einem ganz starken ersten Viertel hatte man trotz großer Probleme unter dem Korb gegen die unzähligen Riesen des Gegners Mainz acht Körbe direkt am Brett gemacht und ein 22:22-Unentscheiden gehalten. Zudem traf Kai-Uwe Kranz alle seine drei wunderbar herausgespielten Dreier. Tomic: "Da haben wir sagenhaft diszipliniert gespielt." Als dann plötzlich Ross Jorgusen seinen Wurf wieder fand und zehn Punkte der zwölf zum 34:31 erzielte (15.), schien tatsächlich etwas möglich. Doch Tomic musste nun durchwechseln, und der Rhythmus ging komplett verloren. Zwei wilde Würfe von Jorgusen, zwei dumme Fouls von Jorgo Tsouknidis, ein nicht gegebenes Offensiv-Foul gegen den Mainzer Adeberg: 150 Sekunden später stand es 42:36 für die Gastgeber.

Schwindende KräfteIn den fünf Minuten bis zur Pause und zum vorentscheidenden 50:39 holte Mainz sieben Offensiv-Rebounds gegen die schon müde werdenden Kirchheimer und machte zwölf Punkte direkt unter dem Korb. Am Ende hatte der ASC 58 seiner 87 Punkte so erzielt. Trotzdem erkämpften sich die Knights noch einmal einen Hoffnungsschimmer. Nach einem Dreier von Matejic zum 53:39 machten Wilu Lenger, Kranz, Jorgusen und der wieder gute James Hayden 9:0 Punkte zum 53:48 (24.). Doch Mainz konterte mit einem 8:0-Lauf zum 61:48 (27.), und da war das Spiel praktisch entschieden.

Im letzten Viertel betrug der Vorsprung meist um die 20 Punkte, am höchsten war er beim 85:62 (39.). Ganz erstaunlich war, dass in den letzten fünf Minuten die 100 Kirchheimer Fans mit Gesängen ("Knights, wir haben euch trotzdem lieb") im Stehen ihre Mannschaft feierten, die sich tatsächlich nie aufgab, gegen diesen Gegner aber eigentlich keine Chance hatte: Mainz war in jedem Aspekt des Spiels überlegen und müsste diese Aufstiegsrunde auch gewinnen. Das ist für den VfL Kirchheim nun kein Thema mehr, trotzdem will sich das Team nicht aufgeben. Pasko Tomic: "Ich kann eines garantieren: Jeder einzelne wird weiter alles geben." Als Zeichen für diese Absicht wird die Mannschaft und der Coach zusammenlegen, um jedem Fan die Reise am kommenden Sonntag nach Treis-Karden kostenlos zu ermöglichen. Tomic: "Das sind wir unseren fantastischen Fans einfach schuldig." Verzichten muss Tomic in Teis-Karden übrigens auf Tomi Martinovic, der sich in Mainz den kleinen Finger der rechten Hand brach just die selbe Verletzung, die auch den Einsatz Chuks Nebohs in der kompletten Aufstiegsrunde verhindert hatte.

mad

VfL Kirchheim:

Goehrke (4), Hayden (12), Jorgusen (20), Kranz (25/4), Lenger (4), Lukic, Martinovic (2), Tsouknidis (3/1).ASC Mainz:

Adeberg (14), Bulatovic (5), Ickert (16), Jankovic (3/1), Matejic (20/2), Merriwether (14/2), Stojanovic (3), Virijevic (8), Woodall (4).Dreier

: 5 (VfL), 5 (ASC).Fouls:

20 (beide).Freiwürfe:

17:25 (VfL), 8:16 (ASC).Viertel (ASC-VfL):

22:22, 28:17, 18:13, 19:18.Schiedsrichter:

Eva Krause und Michael Gutting pfiffen gut, ignorierten allerdings die Drei-Sekunden-Regel.Zuschauer:

450.