Lokalsport

Die Kirchheimer Sportvereine haben 12 000 Mitglieder

Kirchheim. Der alte und neue Vorsitzende des SfL heißt Siegfried Hauff. Trotz eines Novums (siehe Extra-Kasten) verliefen die anstehenden Neuwahlen unspektakulär und waren geprägt von personeller Kontinuität.

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In seinem Tätigkeitsbericht räumte Hauff der Kirchheimer Sportentwicklungsplanung, die im Jahr 2007 eine hohe Dominanz gehabt habe, viel Zeit ein. Schließlich war der SfL von Beginn an maßgeblich beteiligt. Im Sommer 2006 war die Grundsatzentscheidung des Gemeinderats ein erster Ansatz zur Planung, die auf der Klausurtagung auf dem „Kanzelwandhaus“ drei Monate später vertieft und durch die Beauftragung durch das Kirchheimer Ratsgremium offiziell auf den Weg gebracht wurde. Die eigentliche Arbeit, so der Vorsitzende, habe dann mit der Bestandsaufnahme, der Bevölkerungsbefragung und der Bilanzierung begonnen. Die daran anschließende eigentliche Planungsarbeit sei von einer Gruppe von 36 Personen bewältigt worden, die auf einer abschließenden Sitzung am 23. April die erarbeiteten und von dem koordinierenden Unternehmen IKPS zusammengefassten und fortgeschriebenen Handlungsvorschläge durcharbeiten, ergänzen und korrigieren soll. Gespannt ist der SfL-Vorsitzende, wie die Ergebnisse vom Gemeinderat beurteilt werden und welche Entscheidungen über die vorgeschlagenen Handlungsfelder getroffen werden. Sicher ist sich Hauff, dass „die Umsetzungsphase uns alle gewaltig in Anspruch nehmen und an einigen Ecken knirschen wird.“

Im Zuge der Bestandsaufnahme zur Sportentwicklungsplanung seien, so Hauff weiter, auch Quantität und Qualität der Sporthallen geprüft worden. Insbesondere sei der Zustand von Schulsportgeräten dabei negativ aufgefallen. Bei der Umsetzung seien jedoch Finanzierungsprobleme aufgetreten, die Hauff veranlasst hatten, für den Haushalt 2008 eine einmalige Summe von 30 000 Euro bei der Stadt für die dringendsten Reparaturarbeiten und Neuanschaffungen zu beantragen. Dem wurde auch stattgegeben, allerdings unter Anrechnung von durch den SfL noch nicht vergegebenen 12 000 Euro aus dem Investitionsfördertopf. Oberbürgermeisterin Angelika-Matt Heidecker: „Wir mussten auf geschrumpfte Gewerbesteuereinnahmen reagiere.“ Eine Vorgehensweise, die Hauff bis heute nicht nachvollziehen kann: „Das hat mich sehr betrübt und einen Knacks hervorgerufen.“

Weit weniger spektakulär war der Bericht von Schatzmeister Otto Höfle, der, obwohl schon der Ball des Sports dem Rotstift zum Opfer gefallen war, das Geschäftsjahr mit einem Manko von knapp 700 Euro abgeschlossen hatte. Höfle wurde von den Kassenprüfern Hans Pawlik und Richard Gubo eine einwandfreie Führung der Bücher attestiert und vom Plenum ebenso wie die übrige Vorstandschaft einstimmig entlastet.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker stieg mit einem Zitat aus einem FAZ-Artikel in ihre Ausführungen ein: „Wir leben in einer sportbewegten Zeit.“ Tatsächlich hätten die Kirchheimer Sportvereine dies untermauert und zu Beginn des Jahres die Marke von 12 000 Mitgliedern – und damit 30 Prozent der Bevölkerkung – überschritten. Matt-Heidecker erinnerte an das „ungeheuer hohe Niveau“ der VfL-Turnerinnen, den Aufstieg der VfL-Fußballer, den Erfolg der VfL-Basketballer und blickte vo­raus auf die Sportereignisse des Jahres. Neben den Hahnweide-Wettbewerben, dem Silvesterlauf und den VfL-Fußball-Schmankerln gegen Zweitligist TSG Hoffenheim und Bundesligist VfB Stuttgart finde in diesem Jahr wieder ein Radrennen statt. Außerdem bereite der RKV einen sogenannten „Albtraufmarathon“ vor, an dessen Erfolg auch die Nachbargemeinden partizipieren sollten.

Die Oberbürgermeistein berichtete, dass der Zuschuss für die Rauner-Schulsporthalle endlich genehmigt sei und es nun zügig weitergehe. Für das Hallenbad habe der Gemeinderat grünes Licht für ein ÖPP-Modell gegeben (wir berichteten) und es gelte nun, die Eingangsparameter festzulegen. Des Weiteren sei die Stadt nach wie vor dabei, ein Betreibermodell für das Stadion zu erarbeiten und der Investitionszuschuss für den SfL bliebe mit 92 500 Euro stabil. Die Sportlerehrung sei in ihrer neuen Form als Matinee in der Stadthalle gut angenommen worden. Ausblickend auf 2009 wies das Stadtoberhaupt auf das anstehende 50-jährige Jubiläum des SfL hin. Siegfried Hauff schwebt hierzu sowohl ein Festakt mit begleitender Ausstellung und ein Festball in der Stadthalle vor – und damit viel vorbereitende Arbeit für den Jubilar.