Lokalsport

Die Knights mit Disziplin zum Titel

Die Meisterschaft ist unter Dach und Fach, jetzt haben die Kirchheim Knights einen tollen April vor sich: Saisonabschluss (1. April), Pokal-Final-Four (8./9. April) und Start in die Aufstiegsrunde (22. April) all dies womöglich ohne Chuks Neboh.

KIRCHHEIM Der 18. Saisonsieg, der dem VfL am Sonntag beim Aufsteiger in Konstanz seinen zweiten Titel in der Regionalliga binnen drei Jahren brachte, wird mancher Fan so schnell nicht vergessen. Da war zum einen dieses grausame erste Viertel. Die 50 Kirchheimer Anhänger unter den 500 Zuschauern in der Schänzle-Halle die sicherlich schönste Arena der Regionalliga mussten 19 Fehlwürfe ihrer Knights erdulden.

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Nur ein einziger von 14 Dreierversuchen fand sein Ziel. Nach dem 9:17 der ersten zehn Minuten wurde Kirchheim treffsicherer, wobei Jorgo Tsouknidis die Initialzündung setzte. Insgesamt 45 Würfe flogen in den ersten zwanzig Minuten Richtung Konstanzer Korb. Eine Rekordzahl, die dadurch erreicht wurde, dass Bill Goehrke (7) und Kollegen trotz ihres Größennachteils 13 Offensiv-Rebounds einsammelten.

Zu einem der Matchwinner wurde in der zweiten Hälfte Kai-Uwe Kranz. Sechs seiner neun Dreierversuche rauschten durch die Reuse, nachdem er vor der Pause fünf Fahrkarten verbuchen musste. Stark aber auch Tomi Martinovic und James Hayden, die sehr solide spielten und zusammen für sieben der 13 Assists der zweiten Halbzeit verantwortlich waren. Am Ende wäre es dann fast noch einmal eng geworden: Beim 74:68 eine Minute vor Schluss hatte Konstanz Ballbesitz, doch der Aufsteiger erlitt drei Ballverluste bis zur Schlusssirene, während der VfL seine Routine ausspielte. Als dann Nenad Lukic drei Sekunden vor Schluss nach dem letzten Korb für Konstanz beim Einwurf über die Linie trat, war dies tatsächlich der erste Ballverlust des VfL in den gesamten 40 Minuten. Ein einsamer Rekord, der in jeder Liga spitze sein dürfte.

Die Mannschaft hat also wieder einmal gezeigt, dass sie Spiele gewinnen kann, auch wenn es anfangs nicht so läuft. Der Schlüssel dazu: Disziplin und Kampfgeist. Erstere zeigt sich an der Anzahl der Ballverluste, Letzterer in der Verteidigung. Da leisteten Goehrke und Co. einen prima Job. Die beiden TVK-Stars Sean Hampton (7:15 Würfe) und Lars Menck (5:12) wurden kontrolliert und notfalls durch Fouls am Wurf gehindert. Viel länger hätte das Spiel deshalb auch nicht dauern dürfen: Vier der acht Kirchheimer hatten vier Fouls auf dem Konto, Lenger saß mit dem fünften bereits auf der Bank. Fest steht: So ist in der Aufstiegsrunde zur zweiten Liga nichts zu gewinnen. Hinzu kommt das Handicap, dass der VfL wie schon zuletzt auf seinen Center Chuks Neboh wohl weiterhin verzichten muss. Der hat sich vor einer Woche erneut verletzt. Ob er mit seinem Knorpelriss im Knie in dieser Saison überhaupt noch einmal aufs Feld zurückkehrt, ist derzeit völlig ungewiss.

Start zur dreiwöchigen Aufstiegsrunde ist am 22. April mit dem Heimspiel gegen den Nord-Zweiten Treis-Karden. Dann folgen drei Auswärtsspiele in Rastatt (26. April), Mainz (30. April) und Treis-Karden (7. Mai), bevor die Serie mit den Heimspielen gegen Rastatt (10. Mai) und Südmeister Mainz (13. Mai) zu Ende geht. Doch zunächst soll die Meistersaison gebührend gefeiert werden. Für das Spiel am kommenden Samstag gegen den entthronten Titelverteidiger aus Schwenningen, haben sich die Verantwortlichen neben dem traditionellen 500-Euro-Schuss noch einiges Unterhaltsames einfallen lassen.

mad

VfL Kirchheim:

Goehrke (4), Hayden (11/1), Jorgusen (17/3), Kranz (20/6), Lenger (2), Lukic (4), Martinovic (10/1), Tsouknidis (12/2).TV Konstanz:

Buljan, Dalvit (8), Dotzauer, Gierszewski, Hampton (34, 20:22 Freiwürfe), Kienzle (3/1), Köllö, Leidig (4), Menck (17), Solomon (5/1), Stanev, Sulc.Dreier:

13 (VfL), 2 (TVK).Fouls:

26 (VfL), 15 (TVK).Freiwürfe:

7:13/53,8 % (VfL), 27:32/81,3 % (TVK).Viertel:

17:9, 10:24, 22:22, 22:25.Schiedsrichter:

Peter Reil (Nersingen) und Roman Nagy (Ulm) waren nicht für die ungleiche Foulverteilung verantwortlich.Zuschauer:

500 (50 aus Kirchheim).