Lokalsport

Die Knights ohne Fehl und Tadel

Nach dem souveränen 84:49 (39:22)-Heimsieg gegen den SV 03 Tübingen warten auf den alten und neuen Tabellenführer der Basketball-Regionalliga VfL Kirchheim nun fünf dicke Brocken nacheinander.

KIRCHHEIM In den ersten drei Saisonspielen 107 Punkte zwischen sich und die jeweiligen Gegner zu bringen, ist schon aller Ehren wert. Der Lohn für diese aus Kirchheimer Sicht ungewohnte Konsequenz im Erledigen von so genannten Pflichtaufgaben ist die klare Tabellenführung. Diese kann allerdings auch zu einem Muster ohne Wert geraten. Denn jetzt geht es richtig los: Nacheinander müssen die Knights in Karlsruhe, gegen Ludwigsburg, in Weißenhorn, gegen Rastatt-Rheinau und in Heidelberg-Kirchheim antreten. Team-Manager Volker Oesterle drückte es glasklar aus: "Jetzt ist die Vorbereitung vorbei."

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"Es war tatsächlich ein recht angenehmes Spiel", sah Coach Theo Leftakis seine Prophezeiung erfüllt. Nach einer kleinen Anlaufzeit (8:5, 6. Minute) zog der VfL trotz der Ladehemmung seiner Scharfschützen Ross Jorgusen und Kai-Uwe Kranz in den vier Minuten bis zur ersten Viertelpause auf 23:8 davon. Verantwortlich war wieder eine knallharte Abwehr, daraus resultierend viele Ballgewinne und die Überlegenheit unter den Körben.

All das nutzte man in den zweiten zehn Minuten leider überhaupt nicht. Von außen wurden weitere Rohrkrepierer produziert, die Center versauerten. Auf 13 verschossene Dreier kamen Kranz (4), der allerdings schwer unter einer Magenverstimmung zu leiden hatte, Jorgusen (5), Atsür (2), Tsouknidis und sogar Neboh (je 1). Allein die beiden ersteren brachten es zusammen auf 3:15 Würfe. Normalerweise müsste da der Gegner aufholen, doch das Viertel wurde trotzdem 16:14 gewonnen. Denn wie sich alle in der Defensive reinhängten, war bewundernswert. Theo Leftakis lobte das auch: "Die Hälfte der Arbeit haben wir heute sehr gut gemacht."

Die andere Hälfte klappte dann im dritten Viertel. Kranz und Jorgusen trafen gleich in der ersten Minute ihre ersten Dreier, und besonders der 18:2-Lauf vom 47:28 (24.) bis zum 65:30 (27.) in nur drei Minuten zeigte auch das immense offensive Potenzial der Truppe. Danach wurde zwar weiter engagiert verteidigt, die letzte Konzentration fehlte dafür aber vorne unter des Gegners Korb. Tübingen gab allerdings auch nie auf. Die junge Truppe, bei der Jan Bösing und Frank Hörrmann noch einigermaßen überzeugten und bei der Ex-Knight David Bouwmeester zwar Topscorer (13 Punkte), meist aber unsichtbar war, wirkte in jeder Beziehung überfordert.

In dieser Verfassung müssen die Neckarstädter zusammen mit Freiburg und Mannheim zu den Abstiegskandidaten gerechnet werden. Leimen, das bisher auch dreimal verlor, aber immer ordentlich mithielt und am Samstag nur 66:77 in Schwenningen verlor, scheint nicht in diese Kategorie zu gehören, Ludwigsburg offensichtlich auch nicht (am Samstag erste Saisonniederlage beim 64:82 in Rastatt).

Zu einem kleinen Höhepunkt wurde dann doch noch der erste Regionalliga-Auftritt des 16-jährigen Darly Ifuly. Unter dem Jubel der 680 Zuschauer tobte Ifuly übers Feld, holte in drei Minuten vier Rebounds und machte drei Punkte. Hier hat man die Zukunft des VfL gesehen. Man wird aber noch zwei, drei Jahre warten müssen, bis sie sich in Person des ambitionierten Youngsters richtig entfaltet.

Bis zum Spitzenspiel der Kirchheimer in Karlsruhe sind es noch sechs Tage. Der SSC zeigte sich am Sonntag in Bestform und gewann bei der bisher ungeschlagenen SG Heidelberg-Kirchheim 86:75 (48:35). Karlsruhes Coach Drazan Salavarda: "Heidelberg hat 40 Minuten unglaublichen Druck gemacht, aber wir haben uns erfolgreich gewehrt. Das gibt ein heißes Match gegen Kirchheim. Wir sind bereit."

mad

VfL Kirchheim:

Atsür (12/2), Goehrke (4), Hayden (10), Hountondji (5/1), Jorgusen (24/3), Kikic (1), Kranz (8/2), Lenger (4), Neboh (9), Tsouknidis (4).SV Tübingen:

Wenig (7), Eppler (2), Heckmann, Probyscher, Bösing (9), Gomez, Kochendörfer (6/2), Bouwmeester (13), Klemm (2), Pfüller, Hörrmann (10).Dreier:

8 (VfL), 2 (SV).Fouls:

20 (VfL), 18 (SV).Freiwürfe:

12:20/60 % (VfL), 7:19/36,8 % (SV).Viertel:

23:8, 16:14, 28:15, 17:12.Schiedsrichter:

Kolbe (Sindelfingen) und Groll (Eppelheim).Zuschauer:

680.