Lokalsport

Die Knights sind heiß auf die zweite Liga

Der Countdown läuft, die Spannung steigt: Heute starten die VfL Kirchheim Knights in ihr großes Abenteuer zweite Liga. Beim letztjährigen Fünften TV Langen hängen die Trauben hoch, doch das Team verbreitet Zuversicht.

MAX DANIEL

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KIRCHHEIM Natürlich wären die Knights lieber mit einem Heimspiel in die Saison gestartet, aber der Profibasketball ist kein Wunschkonzert, das wissen Pasko Tomic und seine Schützlinge schon lange. "Wir rechnen uns schon eine Chance in Langen aus. Wir haben gut trainiert, wir sind alle zuversichtlich", macht Tomic ganz selbstverständlich in Optimismus. Schaut man sich die Vorbereitungszeit beider Teams an, muss dieser Optimismus nicht unbedingt wie das Pfeifen im dunklen Wald klingen. Bis auf die Spiele gegen den Bundesligisten ratiopharm Ulm und Liga-Konkurrent erdgas Ehingen/Urspringschule bestritt der VfL seine Testspiele positiv. Allerdings meist gegen tieferklassige Konkurrenz, und seit dem vergangenen Freitag beim 77:77 gegen das Regionalliga-Topteam TS Göppingen, fehlt auch die Spielpraxis. Testgegner MTV Stuttgart sagte ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit am vergangenen Dienstag drei Stunden vor Beginn ab.

Die Mannschaft ist deshalb vielleicht noch heißer, zumal jeder einzelne Ritter beweisen will, dass er zweitligareif ist. Ross Jorgusen hat seine Rippenprellung vom Turnier vor zwei Wochen, die ihn fast zehn Tage lang einschränkte, überwunden. Alle anderen plagen kleinere Blessuren wie üblich nach sieben Wochen knallharter Tomic-Mühle fühlen sich aber fit.

Beim TV Langen hingegen ging es zuletzt auf und ab: Zum Abschluss gab es eine fast schon peinliche 18-Punkte-Niederlage beim Aufsteiger TV Rastatt-Rheinau. Auch Giraffen-Trainer Frenkie Ignjatovic, in Kirchheim als Coach der TGS Ober-Ramstadt in der Aufstiegsrunde 2004 noch einigen in Erinnerung, ist ein wenig skeptisch: "Die Zeit war etwas knapp, wir könnten noch zwei Wochen Vorbereitung gebrauchen." Erst am vergangenen Samstag trafen die beiden Amerikaner in Langen ein: Center Ty Shaw (2,02 m) und Aufbauspieler Lyryan Russel (1,80 m) landeten morgens am Frankfurter Flughafen und wurden schon nachmittags beim Test gegen den Nord-Zweitligisten Hertener Löwen (75:79) eingesetzt. Anschließend verkündete Ignjatovic: "Wir wissen jetzt, dass wir mit Lyryan und Ty die richtigen Amerikaner für unsere Mannschaft haben." Natürlich ist da die Integration ins Team längst nicht abgeschlossen, und der Coach denkt mit etwas Unbehagen an die vergangene Saison: "Da haben wir die ersten sechs Spiele verloren, erst dann haben wir uns gefunden." Dann allerdings rollten die Giraffen die Liga von hinten auf und landeten am Ende auf einem sensationellen fünften Platz.

Die Knights hätten natürlich nichts dagegen, verliefe der Start der Hessen wieder so ähnlich. Ein Überraschungssieg in Langen wäre die optimale Werbung für das erste Zweitliga-Heimspiel am kommenden Dienstag. Dann kommt mit dem ehemaligen deutschen Rekordmeister USC Heidelberg einer der Titelfavoriten in die Sporthalle Stadtmitte, und dann beginnt auch für die Kirchheimer Basketball-Gemeinde das Abenteuer zweite Liga so richtig. Wer nicht warten und sich auch nicht unter die erwarteten 50 Fans mischen will, die die Reise auf sich nehmen, der kann in Langen via Internet live dabei sein: Über die Knights-Homepage www.kirchheim-knights.de kann man auf den Livescore klicken und praktisch jede Aktion online verfolgen.

VfL Kirchheim:

Askraba, Goehrke, Hountondji, Ifuly, Jorgusen, Karamatskos, Klemm, Kranz, Lenger, Lukic, Sivorotka, Zabukovic.