Lokalsport

Die Knights steigen ab

Niederlage im letzten Spiel in Göttingen

Nach fünf Jahren in der 2. Bundesliga sind Kirchheims Basketballer abgestiegen. Obwohl lange auf Augenhöhe, verloren die Knights das letzte Saisonspiel am Samstag in Göttingen 92:99. Allerdings hätte auch ein Sieg nicht zur Rettung gereicht, da die erhoffte Schützenhilfe aus Chemnitz ausblieb. Was neben tränenreicher Enttäuschung bleibt, ist die minimale Hoffnung, infolge der Lizenzvergaben kommende Saison eventuell doch in der Pro A antreten zu können.

Abschied unter Tränen: Frenkie Ignjatovic und die Knights müssen nach fünf Jahren aus der 2. Liga absteigen. Foto: Hubert Jeline
Abschied unter Tränen: Frenkie Ignjatovic und die Knights müssen nach fünf Jahren aus der 2. Liga absteigen. Foto: Hubert Jelinek

Göttingen. Nach dem Fast-Titelgewinn vor zehn Monaten müssen die Kirchheimer Basketballer als amtierender Vizemeister nun den schweren Gang in die 2. Basketball-Bundesliga Pro B antreten. „Die letzten sechs Monate waren die schwersten in meiner Karriere, ja vielleicht in meinem ganzen Leben“, sagte ein sichtlich angeknockter Trainer Frenkie Ignjatovic nach dem Spiel.

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Die Chance, im letzten Saisonspiel noch das Wunder zu packen, war bereits vor Spielbeginn äußerst gering, zumal die Knights neben einem Sieg auf eine Niederlage von Abstiegskonkurrent Gotha zu Hause gegen Chemnitz hoffen musste. Die Knights hatten sich dennoch vorgenommen, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren – und sie ließen Taten folgen.

Angefeuert von rund 25 mitgereisten Fans, die für eine tolle Stimmung sorgten und dem Team uneingeschränkten Rückhalt zeigten, kamen die Kirchheimer gut in die Partie. Besonders die erfahrenen Marcus Smallwood und Radi Tomasevic legten los wie die Feuerwehr. Zwei erfolgreiche Dreier des Kapitäns und acht Punkte des Centerspielers stellten den Zwischenstand von 21:21 nach dem ersten Viertel dar.

Aufseiten der Göttinger war bereits früh zu erkennen, das Trainer Roijakkers die Einsatzzeit seiner wichtigsten Spieler einteilen wollte, da der Fokus ganz klar auf den kommenden Play-Offs liegt. Dennoch zeigten die Niedersachsen, dass sie nicht gewillt waren, vor heimischem Publikum eine Niederlage einzustecken.

Auch im zweiten Viertel spielten beide Mannschaften auf Augenhöhe. Die eingewechselten Hitchens und Wenzl übernahmen für Göttingen, während bei den Knights Chris Alexander so langsam auf Touren kam. Doch es zeigte sich bereits in dieser frühen Phase des Spiels, dass die Ritter immer wieder Probleme mit den körperlich überlegenen Spielern aus Göttingen hatten. Immer wieder zogen die Gastgeber zum Korb oder brachten ihren Center Michael Wenzl gut in Szene. Mit 22 Punkten wurde der ehemalige Ulmer der Topscorer der Partie.

In der zweiten Hälfte konnten sich zunächst die Ritter etwas absetzen und erzielten eine Führung von sieben Punkten. Marcus Smallwood und Sebastian Adeberg waren in dieser Phase nicht zu stoppen. Bis zum Ende des dritten Viertels hatten Smallwood, Tomasevic und Alexander bereits 30 Spielminuten auf dem Konto.

Dies wurde dann im letzten Spielabschnitt deutlich, als so langsam die Kräfte nachließen. Die Göttinger übernahmen immer mehr die Kontrolle und gingen ihrerseits in Führung. Die Knights versuchten noch einmal alles, doch der mittlerweile durch den Göttinger Hallensprecher verkündete Zwischenstand aus Gotha (23 Punkte-Führung von Gotha) und die nachlassenden Kräfte verhinderten ein Comeback.

„Wir haben das Spiel über weite Strecken kontrolliert und wir hätten den Sieg heute verdient gehabt. Die Jungs haben mit viel Herz gespielt, obwohl wir wussten, dass wir es nicht mehr in der eigenen Hand haben. Das rechne ich ihnen hoch an“, so Kirchheims Trainer nach Spielende.

Für die Kirchheim Knights beginnt nun die Analyse der vergangenen zehn Monate und die Vorbereitungen auf die kommende Saison. Noch ist nicht ganz klar in welcher Liga die Ritter im kommenden September antreten werden. Aufgrund der Lizenzvorlagen, die eventuell nicht alle Mannschaften für die neue Saison erfüllen können, besteht weiterhin die theoretische Möglichkeit einer Teilnahme in der Pro A. Doch dies entscheidet sich erst in den kommenden Wochen.cs