Lokalsport

Die Knights wollen den Rhythmus brechen

Zum bislang heißesten Heimspiel der aktuellen Regionalliga-Saison erwarten die Kirchheim Knights morgen Abend (19.30 Uhr, Sporthalle Mitte) den Tabellendritten TV Rastatt-Rheinau.

KIRCHHEIM Welcher Basketball-Fan erinnert sich nicht an den letzten Auftritt der Rastatter in Kirchheim? Es war vor elf Monaten, es war der Rückrunden-Auftakt, es waren 900 Zuschauer (Saisonrekord) in der Halle und es gab diesen legendären Dreier von Kai-Uwe Kranz, der mit der Schluss-Sirene aus acht Metern verwandelte und damit den 68:67-Sieg rettete und Platz zwei über die Feiertage sicherte.

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Diesmal stehen die Knights, die ihren Namen übrigens just zu diesem Spiel annahmen, sogar mit 12:0 Punkten ganz vorne in der Regionalliga. Viele sehen das Spiel gegen den Verfolger Rastatt-Rheinau (10:2) deswegen als ein Schlüsselspiel an. Gelänge ein Erfolg, wäre der Dritte bereits zwei Siege zurück, die Aufstiegsrunde, an der ja die beiden Ersten teilnehmen, wäre zum Greifen nahe.

Doch Vorsicht: Auch nach diesem sicherlich wichtigen Spiel ist noch nicht einmal ein Drittel der Saison gelaufen, es stehen noch 15 Begegnungen auf dem Programm. Den Fans sei es gegönnt, bereits im November von der Aufstiegsrunde im Mai zu träumen für die Spieler und die Verantwortlichen ist all das noch längst kein Thema.

Für Coach Theo Leftakis sowieso nicht. Er denkt nur an diesen Samstag, und da beziffert er die Chancen seines Teams auf 50:50. "Es ist kein Zufall, dass Rastatt so weit vorne steht. Das ist ein sehr athletisches Team. Viele können rebounden, viele Dreier werfen." Drei Komponenten sieht Leftakis als Schlüssel an: "Es kommt auf die Tagesform an, das Glück und auf die Schiedsrichter." Was die Form angeht, schenken sich beide Teams auf dem Papier nichts. Der TV hat seit dem 2. Oktober (80:96 in Karlsruhe) nicht mehr verloren, die Knights noch gar nicht.

Fast alle Spieler scheinen gut drauf, auch Kai-Uwe Kranz sagt: "Bis Samstag bin ich endlich wieder richtig fit." Es ist sowieso erstaunlich, wie der VfL die langen Nachwirkungen der Grippe seines Scharfschützen kompensieren konnte. Allerdings setzte Emre Atsür zwei Wochen mit dem Training aus. Er musste sich in Istanbul sämtliche Weisheitszähne operieren lassen und kommt erst am Samstag wieder zurück. Leftakis baut trotzdem auf den Flügelspieler: "Er ist einer, der auch mal Ruhe ins Spiel bringt und nie den Kopf verliert."

Wie sieht es in Rastatt aus? "Wir sind alle total heiß", sagt Spielertrainer Zoran Seatovic, der sich den Job auf der Bank mit Dejan Durdic teilt. Mit den Neuzugängen Larry Johnson vom letztjährigen Meister KGJ Schwenningen, der erst während der Saison zum Team stieß, sowie Neven Tavra (2,05 m) und Danijel Coric, die vom SSC Karlsruhe kamen, ist Rastatt deutlich stärker geworden. Demnächst soll noch ein 2,09 m großer Center aus Slowenien dazu stoßen, der in Baden-Baden ein Praktikum machen soll.

Seatovic, der am Mittwoch 33 wurde, kommt trotzdem ins Schwärmen: "Für uns ist das Spiel in Kirchheim immer das beste in der Saison, allein schon von der Atmosphäre her und vielleicht haben wir diesmal ja mehr Glück als beim letzten Mal." Das Konzept des TV: Gnadenlos zum Korb ziehen. Weshalb Leftakis seine Bedenken hat: "Diese Spielweise zielt natürlich auch darauf ab, Fouls zu provozieren. Deshalb kommt es auch darauf an, welche Linie die Schiedsrichter finden."

Im Hinspiel der vergangenen Saison lief das schlecht für den VfL, alle Langen mussten gegen Ende mit fünf Fouls auf die Bank, Rastatt drehte die Partie deshalb noch. 2:2 steht es übrigens zwischen den beiden Klubs in den vier Duellen seit dem Aufstieg der Badener 2004. Es waren immer enge Spiele, es gab zunächst zwei Auswärts-, dann zwei Heimsiege. Es wäre also ein Erfolg der Gastmannschaft an der Reihe, doch diesen Rhythmus wollen die Knights morgen Abend unbedingt brechen.

Dabei helfen werden sicherlich wieder über 800 Zuschauer und der Fanclub "Squires". Seit vorgestern haben die Knappen die Grenze von 50 Mitgliedern erreicht. Damit haben die Knights mehr organisierte Fans als alle anderen Klubs der Regionalliga Südwest-Süd zusammen.

mad