Lokalsport

Die Knights zum Siegen verdammt

Die Rechnung ist einfach: Die Kirchheim Knights müssen die restlichen vier Spiele der Aufstiegsrunde gewinnen, um noch eine Chance auf die zweite Liga zu haben. Morgen soll beim ASC Mainz der erste Sieg gelingen.

KIRCHHEIM Es war schwer, nach der deprimierenden 74:76-Niederlage beim TV Rastatt-Rheinau wieder zum Alltag zurückzukehren. Doch diese Aufstiegsrunde gestattet keine Verschnaufpausen, bereits 22 Stunden nach der Schlusssirene im Badischen standen die Kirchheimer Basketballer wieder in der Sporthalle Stadtmitte zum Training. Besonders glücklich sahen sie nicht aus, aber so langsam stahl sich auch ein gewisser Trotz in die Gesichter: "Diese Pechsträhne muss doch nun ein Ende haben." Die Devise ist sowieso klar: So lange eine rechnerische Chance besteht, wird kein Knight die Flinte ins Korn werfen. Heute gibt es noch ein leichtes Wurftraining, danach wird der ASC Mainz per DVD analysiert, damit jeder Spieler genau weiß, was auf ihn zukommt.

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Der ASC ist eine Mannschaft, bei der vor allem die Ausgeglichenheit besticht. Coach Dejan Kreclovic: "Unser Kader ist tief, wir können mit mindestens zehn Leuten spielen, und das ist bei sechs Spielen innerhalb von drei Wochen nicht zu unterschätzen." Am Mittwoch gelang nach dem 75:76-Fehlstart zu Hause gegen Rastatt prompt der erste Sieg und damit die Rückkehr ins Rennen. In Treis-Karden gewann der ASC vor 600 Zuschauern 81:77, obwohl der im ersten Spiel enttäuschende US-Boy Ron Merriwether fehlte. Spielmacher und Kapitän Pavo Jankovic stellte nach einem Elf-Punkte-Rückstand (23:34) in der ersten Hälfte zu Beginn des vierten Viertels mit drei Dreiern die Weichen auf Sieg, am Ende reichte es knapp. Kreclovic war trotzdem ziemlich geschafft: "Zehn Freiwürfe haben wir in den letzten vier Minuten vorbei geschossen", konnte er es auch nach dem Spiel noch nicht so recht glauben. "Anstatt, dass wir das Spiel ruhig bis zum Ende fertig spielen, machen wir es dadurch wieder hektisch."

Mit Jankovic (18), Sebastian Adeberg (17), Ilja Ickert (17) und Nemanja Matejic (13) punkteten vier Akteure zweistellig, da störte auch die wenig überzeugende Leistung des erst vor der Aufstiegsrunde hinzugekommenen Ex-Jugendnationalspielers aus Serbien-Montenegro, Srdjan Bulatovic (2), nicht. "Jetzt sind wir wieder mitten drin", freute sich Kreclovic. Ob der ASC allerdings überhaupt aufsteigen kann, ist noch gar nicht sicher. Derzeit stehen auch die Mainzer Frauen im Aufstiegskampf in die erste Bundesliga. ASC-Chef Alexander Wolff ist durchaus skeptisch: "Es kann sein, dass es zwar beide Teams sportlich schaffen, wir es uns für beide aber nicht leisten können."

Diese Probleme beschäftigen die Knights derzeit nur im Hinterkopf. Jetzt gilt es zunächst, die Pechsträhne zu beenden. Seit dieser Woche sind dazu übrigens wieder zwei alte Bekannte im Kader und im Training: Joe Hountondji und Jan Reiter. Hountondji hat die Folgen seines Lungenkollapses überwunden und sagt selbst: "Vielleicht reicht es noch, wieder einzugreifen." Reiter wurde von Coach Pasko Tomic aus der zweiten Mannschaft geholt, er spielte ja bis zum Winter 2004/2005 zweieinhalb Jahre für Kirchheim. Mit ihm soll hauptsächlich unter dem Korb eine Alternative geschaffen werden. Wie sehr Foulprobleme der drei Kirchheimer Langen das Spiel beeinflussen können, zeigte das Spiel in Rastatt: Da marschierten am Ende nacheinander Bill Goehrke, Wilu Lenger und Nenad Lukic mit fünf Fouls auf die Bank. Da Reiter aber erst ein Training mitgemacht hatte, wagte Tomic noch nicht dessen Einsatz.

Am Sonntagabend um 18 Uhr gilt es wohl endgültig. Für den Fanbus, der um 14 Uhr an der Sporthalle Stadtmitte starten soll, gibt es bisher noch nicht genügend Anmeldungen, um das Defizit im erträglichen Rahmen zu halten. Anmeldungen für Kurzentschlossene unter 0 70 21/4 12 19 oder ulrich@tangl.de. Im Internet (www.kirchheim-knights.de) wird heute um zwölf Uhr bekannt gegeben, ob die Fahrt zu Stande kommt.

mad

VfL Kirchheim:

Goehrke, Hayden, Jorgusen, Kranz, Martinovic, Lenger, Lukic, Reiter, Tsouknidis.