Lokalsport

Die Leistungskurve zeigt nach oben

Auch das zweite Rückrundenspiel gewannen die VfL-Regionalliga-Basketballer. Beim 88:73 (36:36) gegen die SG Mannheim war noch Sand im Getriebe der Knights, die Leistungskurve zeigt aber klar nach oben. Mit der Tabellenführung wurde es am Samstagabend allerdings nichts.

KIRCHHEIM Fast zeitgleich verteidigte nämlich der TV Rastatt-Rheinau seine Pole-Position durch das 72:68 gegen den SSC Karlsruhe, der dadurch nach sechs Siegen erstmals wieder verlor. Das Titelrennen könnte sich somit schon am zwölften von 22 Spieltagen auf einen Dreikampf reduzieren.

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Die Knights, bei denen die angeschlagenen Jorgo Tsouknidis und Tomi Martinovic doch auflaufen konnten, in ihren Kurzeinsätzen aber insgesamt wenig bewegten, erledigten ihre Hausaufgaben gegen einen Tabellen-Drittletzten aus Mannheim, der inzwischen durchaus ordentliches Regionalliga-Format aufweisen kann. Mit allen Leistungsträgern also auch den Junioren-Nationalspielern Oliver Komarek und Albert Kuppe ist die Truppe von Coach Peter Eberhardt in dieser Saison sicherlich noch für die eine oder andere Überraschung gut. Auch am Samstagabend wäre diese fast möglich gewesen. Doch die Knights schafften es im entscheidenden Moment, eine Schippe draufzulegen und einfach das Richtige zu tun. Coach Theo Leftakis drückte das so aus: "Die bessere Kondition und die Angst vor der Niederlage gaben im letzten Viertel den Ausschlag."

Zum Start sahen die 800 Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte offenbar noch Nachwirkungen von der schlechten Leistung in Leimen: Überhastete Würfe von Ross Jorgusen und Kai-Uwe Kranz, ein Ballverlust von Wilu Lenger und mehrere Offensiv-Rebounds der Mannheimer. Folge: beim 2:1 für die Gäste nahm Leftakis schon nach zweieinhalb Minuten eine Auszeit, die sich auch positiv bemerkbar machte. Wilu Lenger beharkte Komarek recht wirkungsvoll, auch die anderen hängten sich in der Defensive aufopferungsvoll rein, und vorne lief zwar nicht allzu viel zusammen, aber Kranz und Chuks Neboh übernahmen Verantwortung und besorgten ganz alleine das Punkten: vom 3:2 bis zum 25:20 (13.) stammten sämtliche Knights-Punkte von diesen beiden Akteuren.

Das musste wohl auch so sein, da Jorgusen sein Visier um ein paar Millimeter verstellt zu haben schien. Seine 1:11 Würfe vor der Pause waren wohl der Hauptgrund dafür, dass es nach 20 Minuten nur Unentschieden 36:36 stand. Leftakis sprach in der Pause mit seinem Spielmacher und wichtigsten Mann. Der stellte sein Spiel um: in der zweiten Hälfte warf Jorgusen nur noch zwei Mal, traf sogar beide Würfe und konzentrierte sich ansonsten auf die Organisation, das Bälle Verteilen (fünf Assists nach der Pause) und das verteidigen (vier Ballgewinne).

Im dritten Viertel trug das deswegen noch keine richtig sichtbaren Früchte, weil jetzt plötzlich die Defensive nicht mehr funktionierte. Mannheim spielte sehr geduldig und diszipliniert und setzte so den starken Kirchheimer 28 Zählern 26 eigene entgegen. Zehn Minuten vor Schluss war beim 64:62 somit alles offen. Doch dann zeigten die Knights, wer der Herr in ihrer Burg ist. Ob es Panik war, das plötzliche Begreifen, wie man Basketball spielt, oder nur Mannheimer Schwäche, ist schwer zu sagen. Innerhalb von sieben Minuten produzierten sie jedenfalls einen 24:4-Lauf zum 86:66, wobei fast alle Spieler punkteten.

Diese sieben Minuten sollten ruhig als Blaupause für die nähere Zukunft verstanden werden. Denn Leftakis hatte natürlich völlig recht, wenn er analysierte: "Natürlich war das insgesamt eine klare Steigerung gegenüber dem Spiel in Leimen. Aber gegen ein Team wie Karlsruhe können wir mit so einer Leistung sicherlich nicht gewinnen." In zwei Wochen will man in Reihen der Knights aber genau das versuchen.

mad

VfL Kirchheim: Goehrke (5), Hayden (13/2), Jaballah, Jorgusen (14), Ifuly, Kranz (25/3), Lenger (2), Martinovic (3/1), Neboh (25), Tsouknidis (1).SG Mannheim: Pires (3), Feist (7/1), Erdinger (3), Weissenberger (5), Kress (12/1), de Ferrari (12/1), Kuppe (12/1), Kuhn (8), Otters, Komarek (11).Dreier: 6 (VfL), 4 (SG).Freiwürfe: 22:35 / 62,9% (VfL), 13:25 / 52,0% (SG).Fouls: 24 (VfL), 27 (SG).Viertel: 21:16, 15:20, 28:26, 24:11.Schiedsrichter: Mesut Aydogdu (Stuttgart) und Frank Niedrig (Walldorf).Zuschauer: 800.