Lokalsport

"Die Leitplankensind abgesteckt"

Nach dem Eklat kam die Entwarnung: Bei einem ersten Gespräch zwischen Kreissparkasse, Stadtverwaltung und RKV über das weitere Schicksal des Kirchheimer Radrennens haben alle Parteien ihren Willen zur Zusammenarbeit bekräftigt. Das Treffen fand ohne Rennorganisator Johannes Dornhofer statt. Der hatte nach den Querelen im Vorfeld bereits am Mittwoch seinen Ausstieg verkündet.

BERND KÖBLE

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KIRCHHEIM Man stelle sich aus aktuellem Anlass folgendes Szenario vor: Der sechsfache Tour-Sieger Lance Armstrong ist mit dem siebten Titel vor Augen endgültig auf dem Weg zur Unsterblichkeit. Doch kurz vor dem alles entscheidenden Einzelzeitfahren gibt der haushohe Favorit seinen Entschluss bekannt, den Kampf gegen die Uhr mit einem Klapprad aufnehmen zu wollen. Sein Teamsponsor würde sich vermutlich um dessen geistige Gesundheit sorgen, und den Meister umgehend von der Gehaltsliste streichen.

Beides hat die Kreissparkasse derzeit nicht im Sinn, auch wenn der Hauptsponsor inzwischen Klartext redet, in welcher Form er sich die Zukunft des Kirchheimer Radrennens auf dem Alleenring vorstellt. "Wir wollen auch 2006 ein Rennen in Kirchheim und wir wollen es auf bisherigem Niveau", stellt Regionalbereichsleiter Dietmar Ederle klar. "Wir haben die Leitplanken abgesteckt und sind einen guten Schritt weiter gekommen", meint der KSK-Chef mit Blick auf den Mittwochabend. Ederle, der von den Querelen im Vorfeld nach eigenen Worten erst aus der Presse erfahren hat, nimmt den Veranstalter in die Pflicht: Der RKV müsse sich neu aufstellen. In zwei Wochen sollen weitere Gespräche die endgültigen Rahmenbedingungen klären. Soll heißen: Neue Verträge müssen her und damit auch verlässliche Partner. "Es gibt ein gemeinsames Ziel und es gibt positive Ansätze", verrät er.

Danach sah es freilich lange Zeit nicht aus. Nach dem Alleingang von RKV-Abteilungsleiter Albert Bosler, der ohne das Wissen von Sponsor und Organisator mit den Fumic-Brüdern über eine künftige Zusammenarbeit verhandelt haben soll sowie Aussagen seitens des RKV-Vorstands, wonach sich der Verein ein Rennen in eigener Regie und auf kleinerer Flamme vorstellen könne, war für Dornhofer am Mittwoch das Maß voll. Der Rennchef kündigte in einer ersten Reaktion seinen Ausstieg an und sagte sein Kommen für das abendliche Treffen ab.

Inzwischen scheinen sich die Wogen etwas geglättet zu haben. "Die Tür ist noch nicht zu", behauptet Dietmar Ederle. Man werde sich noch einmal gemeinsam an einen Tisch setzen und verschiedene Varianten der Zusammenarbeit prüfen. Ein denkbarer Weg, um den leidigen Streit um die Bewirtungsfrage aus dem Weg zu räumen, hatte Dornhofer bereits vor Wochen vorgezeichnet: Der veranstaltende Verein soll Speis und Trank während des Rennens in professionelle Hände geben und dafür im Gegenzug einen pauschalen Anteil am Umsatz erhalten.

Beim RKV ist Kassier Uli Rommel mittlerweile in die Rolle des Schlichters geschlüpft. Er kündigt intensive Gespräche mit Vorstand und Abteilungsleitung für die kommenden Tage an, um die Verantwortlichen auf eine gemeinsame Linie einzuschwören.