Lokalsport

Die letzte Hoffnung stirbt in Pfullingen

Der TSV Owen hat seine Auswärtspartie beim VfL Pfullingen erwartungsgemäß verloren. Trotz der 21:31-Niederlage beim Tabellenführer präsentierte sich das Schlusslicht der Handball-Württembergliga in guter Verfassung und kämpferisch vorbildlich – der Abstieg dürfte bei je acht Punkten Rückstand auf den Relegations- und den ersten Nichtabstiegsplatz fünf Spiele vor Saisonende jedoch kaum noch abzuwenden sein.

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Pfullingen. Wirklich überraschend kam die Niederlage nicht – Pfullingen thront verlustpunktfrei an der Tabellenspitze, hatte spätestens zur Halbzeit auch die Partie gegen den Letzten aus Owen unter Kontrolle. Die Handballer von der Teck waren mit dem letzten Aufgebot ins Echaztal gereist. Neben den Ausfällen von Brodbeck, Hoyler, Kirchner, Schmidt und Wager kamen auch noch die Absagen von Manuel Dunkel, Christoph Hoyler und Jan Hanssen erschwerend hinzu. Während Dunkel und Hanssen im Urlaub waren, hat Christoph Hoyler seine Rolle aus „Helfer in der Not“ beendet. Derart dezimiert verstärkten Matthias Büchele, Felix Krüger und Uwe Raichle aus der zweiten Mannschaft den Württembergligisten. Beim Aufwärmen signalisierten zu allem Überfluss auch noch Bastian Klett (Ellenbogen) und Jannick Lehmann (Leiste) Schwierigkeiten. Doch beide bissen auf die Zähne und trugen ihr möglichstes zur Partie bei.

Trotzdem waren es die Gastgeber, die den ersten Treffer auf ihrem Konto verbuchen konnten. Vor allem Till Fernow war zu Beginn mehrfach für den ehemaligen Bundesligisten erfolgreich. Doch Owen hielt frech dagegen. Dank hohem Tempo offenbarte das Kellerkind Abstimmungsschwierigkeiten in der VfL-Hintermannschaft. Drei der ersten vier Treffer gingen auf das Konto von Raphael Schmid, der vom Kreis erfolgreich war. Nach dem 4:4-Ausgleich schaffte Jörn Lehmann sogar die einzige Führung für den TSV. Doch Pfullingen ließ sich durch den flotten Owener Auftakt nicht aus der Ruhe bringen. Spielmacher und Trainer Alexander Job zog im Rückraum die Fäden und setzte seine Mitspieler ins Szene. Bis zum 7:9 konnte Owen den Anschluss halten. Dann spielte Pfullingen seine Überlegenheit aus. Tobias Heger im VfL-Kasten parierte etliche Bälle, leitete so die schnellen Gegenzüge ein. Und da präsentierte sich der Tabellenführer äußerst effizient. Tor um Tor vergrößerte Pfullingen den Vorsprung. Auch eine Auszeit der Owener Bank sieben Minuten vor der Pause konnte die Vorentscheidung nicht abwenden. Nach dem 11:16 war es nur noch der VfL, der bis zum Seitenwechsel vier weitere Treffer verbuchen konnte.

Vor dem Wiederanpfiff appellierte Kapitän Bastian Reckziegel an die Moral und den Kampfgeist der Gelbhemden. Vor allem in der Abwehr war mehr Einsatz nötig um eine drohende Klatsche abzuwenden. Seine Worte fanden Gehör – die ersten drei Bälle nach der Pause zappelten im Netz des eingewechselten VfL-Goalies Steffen Hepperle. Dies brachte auch neuen Schwung in die Owener Abwehr. Die zweite Garde des VfL biss sich einige Male die Zähne am gelben Abwehrriegel aus. Vorne konnten sich Matthias Büchel und Felix Krüger mit einem blitzsauberen Dreher in die Owener Torschützenliste eintragen.

Gefährlich wurde es für den TSV Owen immer dann, wenn Pfullingen Tempo machte. Jeden Ballverlust bestrafte der VfL gnadenlos. Über 18:26 ging es dann in einem ausgeglichenen zweiten Durchgang bis zum 21:31-Endstand. Bis zum Abpfiff hatten sich auch alle TSV-Feldspieler in die Torschützenliste eingetragen.

Insgesamt kann der TSV Owen trotz des deutlichen Ergebnisses mit der Partie zufrieden sein. Für einen Sieg hingen die Trauben in Pfullingen jedoch unerreichbar hoch. br

TSV Owen: Reckziegel – Büchele (1), B. Klett (1), S. Klett (2), Krüger (2), Jannick Lehmann (4/4), Jörn Lehmann (3), Martin (1), Meißner (3), Schmid (4)

VfL Pfullingen: Heger, Hepperle – Gollmer, Köszegi (3), Breckel (1), Finkbohner, Fernow (4), Hejny (1), Ottmar (7), Kania (6/1), Schäfer (2), Job (6/4), Theillinger, Möck (1)

Schiedsrichter: Traub/Zwick (SG Demarn-Oedheim)