Lokalsport

"Die letzte Spritzigkeit hat gefehlt"

Tobias Unger ist auf dem besten Weg, in zwei Wochen in Sindelfingen deutscher Doppelmeister zu werden. Beim Meeting in Karlsruhe hielt der "Schwabenpfeil" die deutsche Konkurrenz sowohl über 60, als auch über 200 Meter sicher in Schach.

KLAUS SCHLÜTER

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KARLSRUHE In der noch jungen Hallensaison hat Unger den Kurzsprint schon zweimal in respektablen 6,63 Sekunden zurückgelegt. In der Europahalle kam er gestern im Vorlauf auf 6,67 Sekunden und damit auf den vierten Platz. Im Finale steigerte er sich auf 6,65 und wurde Fünfter vor Ronny Ostwald (6,68). Als Sieger stürmte Mike Rodgers (USA) in 6,60 Sekunden vor dem zeitgleichen Ex-Weltmeister Kim Collins von St. Kids & Navis ins Ziel.

Ob Unger bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Valencia startet, entscheidet er mit seinem Trainer Micky Corucle nach den 60 Metern in Sindelfingen. Schade nur, dass es bei den internationalen Meisterschaften keine 200 Meter mehr gibt. Der schnelle Mann aus Kirchheim wäre ein Kandidat für das Finale. In Karlsruhe gewann er vor den Augen der Altmeister Heinz Fütterer und Charly Kaufmann in 20,88 Sekunden, war damit nur vier Hundertstel langsamer als in Stuttgart. Und mit dieser Zeit auch sehr zufrieden. Unger: "Ich habe mich heute nicht so spritzig gefühlt, mir fehlte die letzte Spannung in der Muskulatur." Außerdem sei die Bahn in der Europahalle etwas weicher als in der Schleyer-Halle, "da fehlt mir als leichterer Läufer etwas der direkte Kontakt." Sein Trainer Micky Corucle lobte die Renneinteilung seines Schützlings: "Sie war besser als in Stuttgart, wo er auf den ersten hundert Metern überpaced hat. Die Zeit war okay angesichts der Tatsache, dass er schon zwei Rennen in den Beinen hatte." Unger: "Ich konzentriere mich auf die DM, da will ich schneller laufen."

Star des Karlsruher Meetings war Susanna Kallur. Über 60 Meter Hürden knackte die hübsche Schwedin in 7,68 Sekunden den 18 Jahre alten Weltrekord der Russin Ludmilla Naroschilenko um eine Hundertstelsekunde. "Ich konnte es zunächst gar nicht glauben, als ich die Zeit auf der Anzeigetafel sah", strahlte sie. Nadine Hildebrand (Salamander Kornwestheim) steigerte sich im Sog der Schwedin auf die persönliche Bestmarke von 8,13 Sekunden. Im Hochsprung sorgte Bianca Vlasic (Kroatien) mit 2,02 Metern ebenfalls für eine herausragende Leistung. Einen deutschen Dreifacherfolg landeten die Stabhochspringer: Über den Sieger musste ein Stechen zwischen Tim Lobinger und Danny Ecker entscheiden, das der Altmeister mit 5,76 Metern für sich entschied. Ecker schaffte 5,70, Alexander Straub von der LG Filstal als Drittplatzierter 5,60.