Lokalsport

Die Löwen fast gebändigt

KIRCHHEIM Sie sind derzeit einfach vom Glück beseelt, die Fußballer des Verbandsligaspitzenreiters aus der Teckstadt. Während am gestrigen Nachmittag zwischen Esslingen und Plochingen ein Wolkenbruch niederging, dort teilweise Straßen unter Wasser standen, fielen an der Straßen nach Jesingen nur ein paar Tröpfchen Regen. Die E-Junioren des VfL und SSV Reutlingen gingen mit gutem Beispiel voran. In dem Einlagespiel fielen sieben Tore. Endresultat: 4:3.

Anzeige

Ganz so abschlussorientiert präsentierten sich im folgenden Match weder der VfL noch die Münchner. Trotzdem: Fürs Auge war dennoch einiges geboten. Ob es der schöne Volleyschuss von Patrick Milchraum war, den Kirchheims Keeper Patrick Gühring mit einem Reflex um den Pfosten lenkte, oder der wuchtige Spannstoß von VfL-Mittelfeldakteur Coskun Isci kurz vor dem Abpfiff nur Zentimter über das gegnerische Gehäuse solche Szenen gab es immer wieder beim freundschaftlichen Duell zwischen dem Fünft- und dem Zweitligsiten. Ansonsten herrschte, nicht unerwartet die große Lockerheit auf dem Feld vor. Die Münchner agierten solide, die Kirchheimer mühten sich um ein Remis. Aber das mit Hinblick auf die möglicherweise meisterschaftsentscheidende Partie gegen den FV Illertissen (Samstag, 15.30 Uhr) nicht mit letzem Einsatz. Dass es für den VfL nicht zu einem Unentschieden reichte, lag vor allen Dingen an Antonio di Salvo. In der 49. Minute drückte der Angreifer den Ball nach einer kurzen Unaufmerksamkeit der VfL-Abwehr über die Linie.

Nach dem Abpfiff herrschte eine herrlich entspannte Atmosphäre auf dem Rasen. Die Münchner Spieler gaben geduldig Autogramme und selbst einige der eingewechselten A-Junioren des VfL durften zur Feder greifen. "Es hat einen riesen Spaß gemacht, hier dabei zu sein", schwärmte beispielsweise der 18-jährige Kirchheimer Youngster Dennis Essert, während er einem Steppke das T-Shirt signierte. Auch Münchens Routinier Torben Hoffmann fühlte sich nicht unwohl. "Eine schöne Stimmung hier in Kirchheim", lobte der 32-Jährige, umringt von dutzenden Autogrammjägern.

Am Rande der Partie kassierte der VfL noch ein ehrlich wirkendes Lob von einem, der es wissen muss. "Die Kirchheimer spielen einen agressiven und schnellen Fußball", sagte 1860-Geschäftsführer Stefan Reuter, Fußball-Weltmeister des Jahres 1990, "man sieht, dass diese Mannschaft ganz oben in ihrer Liga steht." Dem verbalen Schulterklopfen schloss sich auch der Löwen-Trainer Marco Kurz an. "Das mit dem Aufstieg wird klappen", prognostizierte der ehemalige Profi, einst unter anderem für Borussia Dortmund aktiv.

Kirchheims Trainer Michael Rentschler hielt bezüglich Titel den Ball flach. "Das aktuelle Beispiel mit Schalke 04 in der Bundesliga zeigt, dass erst am Schluss abgerechnet wird jetzt ist die Meisterschale in Stuttgart." Ein Satz, der nicht wenigen Zuschauern bei der Pressekonferenz ein frohes Jauchzen entlockte.

rei

So spielten sie

VfL Kirchheim: Gühring (46. Volber) Mayer, Er (81. Keskin), Grimm (64. Essert, 84. Aleo), Kutscher (54. Santos-Araujo) Alban Meha (47. Eisenhardt), Polat (71. Turan, 84. Alfarano), Raspe (41. Kaiser, 84. Frascaria), Akdag (81. Stuppia) Foerster (71. Özkahraman, 84. D'Amato), Feriz Meha (54. Schraivogel)TSV 1860 München: Pentke Burkhard, Hoffmann, Berhalter (46. Purdy), Leicht (58. Baumgartlinger Johnson, Tyce, Ghvinianidze, Milchraum Calero (46. di Salvo), GustavoTor: 0:1 Di Salvo (49.).Gelbe Karten: bemerkenswerterweise keine.Zuschauer: 3500Schiedsrichter: Markus Sinn (Filderstadt). Assistenten: Steffen Müller (Kohlberg), Bernd Pollack (Uhingen).