Lokalsport

Die Luft wird dünner

Abstiegsbedrohter VfL erwartet FC Astoria Walldorf

Da waren‘s nur noch zwei: Nur noch dieses dünne Punktepolster trennt Fußball-Oberligist VfL Kirchheim vor der morgigen Heimpartie gegen den FC Astoria Walldorf (Anpfiff: 15.30 Uhr) von einem Abstiegsplatz.

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REIMUND ELBE

Kirchheim. Blick zurück im Zorn: Die Kirchheimer trauern insbesondere den verlorenen Zählern aus den Partien gegen die SG Sonnenhof Großaspach (1:1) und den TSV Schwieberdingen (0:2) nach. Gerade auf den Mitaufsteiger aus dem Kreis Ludwigsburg wirkte der Sieg über den VfL wie Doping: Aus drei Partien holte der TSVS zuletzt sieben Punkte – ein solcher Zwischenspurt käme den Kirchheimern auch recht und ist angesichts der bedrohlichen Situation auch bitter nötig.

Doch vor dem Match gegen den Regionalliga-Anwärter aus Walldorf plagen das Trainerteam Rentschler/Hofberger weiter personelle Sorgen. Kagan Söylemezgiller fällt verletzt aus und Andreas Mayer verbüßt seine Rotsperre. Mittelfeldspieler Emrah Polat wird zwar heute aus China zurückerwartet, doch nach dem beruflich bedingten Drei-Wochen-Trip ist er kaum ein Kandidat für den Kader.

In diesen zurückgekehrt ist vergangene Woche Defensivspezialist Michael Kutscher. Bei der 1:2-Niederlage in Freiburg feierte er ein ordentliches Comeback, ist eine Alternative für den weiterhin lädierten Mathias Koch (Bauchmuskelzerrung). Auch Mittelfeldspieler Coskun Isci (Prellung am Oberschenkel) ist nicht völlig auf dem Damm. Angesichts dieser Probleme dürften die Erwartungen seitens der VfL-Macher nicht zu hoch gehängt werden. Der sportliche Leiter des hiesigen Oberligisten, Norbert Krumm, sieht das anders. „Egal, wer auf dem Platz steht“, so der Clubfunktionär, „sie müssen wissen, um was es geht. Wir brauchen endlich wieder einen Sieg.“

Aufbauhilfe gab es am vergangenen Samstag vom Trainer des Tabellenführers SC Freiburg II, Karsten Neitzel. „So wie ihr spielt, dürftet ihr nicht so weit unten stehen“, sagte der SCF-Coach an die Adresse der Kirchheimer gerichtet. Kleiner Trost für die VfL-Kicker: Auch die mitgefährdeten TSV Schwieberdingen (in Hoffenheim), SV Linx (in Gmünd), der VfR Mannheim (in Ulm) und die Stuttgarter Kickers II (gegen den SC Freiburg II) stehen vor äußerst kniffligen Aufgaben.

Beim FC Astoria Walldorf ist dagegen alles im Lot. Nach dem Aufstieg spielt das Team aus der Stadt, die unweigerlich mit dem Namen des Software-Imperiums SAP verbunden ist, wie erwartet um den Aufstieg in die Regionalliga mit. Allerdings ist der FC aktuell lediglich Tabellenfünfter, nur ein Sieg in Kirchheim hilft den Walldorfern wesentlich weiter. Im Hinspiel hatte der FC den Kirchheimern Grenzen aufgezeigt, der VfL kassierte mit 1:5 die zweithöchste Niederlage in dieser Saison. Gefährlichste Offensivkraft ist Matteo Monetta (zwölf Treffer in dieser Saison), der ehemalige Zweitligaspieler Sascha Theres (1.­FC Saarbrücken) kommt auf acht Tore. Theres Spezialität sind direkt geschossene (und des Öfteren verwandelte) Freistöße. Nicht nur aus diesem Grund sollten die Kirchheimer morgen in jeder Sekunde des Spiels hellwach sein.

VfL Kirchheim: Gühring – Kutscher (Koch), Grimm, Dihl, Eisenhardt – Isci, Er, Raspe, Spina – Tunjic, Laible.