Lokalsport

Die Meister-Knights bitten zur großen Sause

Zum letzten Saisonspiel empfangen die Basketballer des VfL Kirchheim morgen Abend Titelverteidiger KGJ Schwenningen. Das große Finale steigt wieder in der Sporthalle Stadtmitte und beginnt um 19.30 Uhr.

KIRCHHEIM Reichlich Schreibtischarbeit müssen die Verantwortlichen der Kirchheimer Basketballer derzeit verrichten. Gestern verschwand allerdings ein großer Brocken vom Tisch: Die Lizenzunterlagen für die zweite Liga gingen fristgerecht per Einschreiben an das Ligabüro in Hagen. Damit ist die erste, zugegeben nur formale Hürde auf dem Weg in die Zweitklassigkeit überwunden, die nächsten sechs stehen in der Aufstiegsrunde im Weg und sind rein sportlicher Natur.

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Eine Mischung von Sport und Unterhaltung wird es morgen geben, wenn ausgerechnet der Titelverteidiger KGJ Schwenningen seine Visitenkarte und den Meistertitel abgibt. Der Klub aus dem Schwarzwald sieht inzwischen etwas anders aus als noch vor drei Wochen. Trainer und Manager Alen Velcic wurde vom Vorstand per Mehrheitsbeschluss gefeuert, angeblich wegen sportlicher Erfolglosigkeit. Das schmerzte den Mann, der diesen Verein fast alleine von der Kreisliga bis an die Schwelle zur Zweiten Bundesliga brachte, natürlich, gerichtliche Auseinandersetzungen sind wohl unvermeidlich.

Dem Team bekam der Rausschmiss, der, wie Insider sagen, mehr mit der schillernden Persönlichkeit von Velcic als mit dem Sportlichen zu tun hatte, zunächst gut: Beim Tabellenzweiten TV Rastatt-Rheinau gelang ein 71:51-Kantersieg, auf der Bank saßen nun Ex-Zweitligaspieler Michael Heck und die Geschäftsführerin Christine Schell-Deking. Doch eine Woche später scheiterte das Experiment, gegen die SG Heidelberg-Kirchheim gab es zu Hause eine 78:88-Niederlage. Zum zweiten Mal fehlten da Aufbausspieler und Teamstar Sova Taletovic und Tomislav Topic. Ex-Zweitliga-Topscorer Taletovic gab zwar Zahnschmerzen als Grund für sein Fehlen an, Insider vermuten allerdings, dass dies eher mit dem Rausschmiss zu tun hat. Wohl nicht per Zufall enden die Namen aller drei Beteiligten gleich.

Statt des großen Showdowns, der seit der Veröffentlichung des Spielplans im Sommer 2005 von der ganzen Liga erwartet wurde, gibt es morgen also nur noch ein Schaulaufen und eine Show. Die Knights sind bereits vorzeitig Meister, Schwenningen ist aus dem Rennen um die Aufstiegsrunde, es geht nur noch um die Ehre. Die wird sich aller Voraussicht nach auch der Präsident des Basketball-Verbands Baden-Württemberg (BBW), Dieter Schmidt-Volkmar, geben. Der Wolfschlugener hat zwar am Nachmittag noch einen Termin in Heidelberg, doch er wird es wohl rechtzeitig nach Kirchheim schaffen, um die Knights als Meister auszuzeichnen.

Zwei GrippeopferDie sind zwar heiß, dem Präsidenten, ihren Fans und allen Basketballern in Baden-Württemberg zu zeigen, dass sie ein würdiger Regionalliga-Meister sind, die Voraussetzungen sind allerdings wieder einmal nicht gerade optimal. Bill Goehrke hat von seinem Kinderbetreuungsjob bei der Army eine Grippe mitgebracht und natürlich seinen Basketball-WG-Genossen Kai-Uwe Kranz gleich angesteckt. Goehrke dürfte bis Samstag einigermaßen auf dem Damm sein, Kranz, der zwei Tage hinterher hinkt, eher weniger. Chuks Neboh fällt mit seinem Knorpelriss sowieso mindestens bis zum Beginn der Aufstiegsrunde aus, und so stehen die Chancen, dem abtretenden Meister noch ein schönes Pfund mitzugeben, nicht gerade zum Besten.

Doch die Kirchheimer sind ja vor allem deshalb Meister, weil sie besser als alle Konkurrenten Nacken-schläge wegstecken konnten. Der ganz große Druck ist nun auch weg. So kann man ein tolles Basketballspiel erwarten und eine noch tollere Meisterfeier. Die Stadt hat eine Verlängerung bis nach Mitternacht genehmigt, die traditionellen Elemente Sekt und Saiten und 500-Euro-Schuss werden diesmal mit einem Drei-Punkte-Wettbewerb um einen Gutschein ergänzt. Nach dem Spiel sorgt eine Disco für Meisterstimmung. Man kann damit rechnen, dass Rapper K-Dogg, wenn er nicht zu heiser ist, wieder einmal seinen Knights-Rap zum Besten gibt.

mad