Lokalsport

Die Mission Titelverteidigung führt nach Karlsruhe

Kaum ist das neue Jahr drei Wochen alt, steht den Leichtathleten im Land auch schon der erste Höhepunkt bevor: Die morgen in der Karlsruher Europahalle beginnenden baden-württembergischen Hallenmeisterschaften dienen auch den Teck-Athleten als erster Härte- und Formtest.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Leichtathletikveranstaltungen unterm Hallendach haben ein Imageproblem zumindest in Sportlerkreisen. Laut einer Online-Umfrage (www.leichtathletik.de) finden lediglich 13 Prozent, dass solche Wettkämpfe ein echtes Muss sind. Mit 47 Prozent sieht knapp die Hälfte aller Befragten die Hallensaison jedoch nur als reine Durchgangsstation auf dem Weg zu den wahren Höhepunkten im Freien. Immerhin noch ein Viertel glaubt, dass ein Kräftemessen auf Hallentartan eine wichtige Standortbestimmung ist was vor allem gelten dürfte, wenn es um Titel und deren Verteidigung geht.

In eben dieser Mission treten die Leichtathletik-Aushängeschilder der Teck-Region den Trip ins Badische an. Immerhin gilt es sieben im Vorjahr im Sindelfinger Glaspalast errungene Titel in Karlsruhe zu wiederholen. In Bezug auf zwei wird dies jedoch definitv nicht gelingen: Doppel-Hallenlandesmeister Tobias Unger (60 m/200 m) verzichtet nach seiner Fersenoperation komplett auf die Hallensaison, wird sein erstes Rennen voraussichtlich erst Ende April in Philadelphia (USA) bestreiten. "Er trainiert mittlerweile wieder schmerzfrei und unter normalen Bedingungen", versichert sein Coach Micky Corucle, der mit den erfolgshungrigen Sprinterinnen des VfL Kirchheim aber noch ein paar heiße Eisen im Karlsruher Feuer hat.

Allen voran Anja Wackershauser, die er, nachdem sie im vergangenen Jahr mit Lungentzündung ausgefallen war, in der A-Jugend über 60 m und 200 m als Top-Favoritin sieht. Auch die erstmals in der Frauen-Klasse startenden Kirchheimer Mädels Katja Holder und Valerie Hess dürften für Podiumsplätze über 60 m und 200 m gut sein. Einziges Sorgenkind ist Ann-Kathrin Fischer, die nach Problemen mit dem Kahnbein am Fußwurzelknochen über den Winter nur sechs Wochen trainieren konnte. Gut möglich, dass sie in der medaillenträchtigen VfL-Staffel über 4 x 200 m vom Kirchheimer Neuzugang ersetzt wird: Mit Franziska Dobler ist unlängst die Freundin von Corucle-Schützling und DLV-Sprinter Marius Broening aus Tübingen an die Jesinger Allee gewechselt. "Es ist wichtig, in der Staffel Alternativen zu haben", betont Corucle.

Die größten Titelchancen dürften in Karlsruhe die beiden Hürden-Asse Stephanie Lichtl und Lukas Erdmann haben. Letzterer musste zwar aufgrund eines studiumbedingten Praktikums seinen Trainingsumfang reduzieren, rechnet sich aber dennoch einiges in der Europahalle aus. "Ich will unter acht Sekunden laufen", hofft Erdmann, "damit sollte es mit dem Podium eigentlich klappen." Nach erheblichen Problemen mit dem Oberschenkel, die ihm eine relativ verkorkste Saison 2006 bescherten, fühlt sich der 23-jährige Weilheimer momentan topfit. "Ich habe keine Schmerzen mehr und bin richtig gut drauf." Optimale Voraussetzungen für die Mission Titelverteidigung.